Personalbeurteilung So werden Arbeitszeugnisse den Leistungen der Mitarbeiter gerecht

Autor / Redakteur: Karl-Heinz List / Claudia Otto

Arbeitszeugnisse unterscheiden sich oft nur geringfügig und Formulierungen wie „Er hat zu unserer vollsten Zufriedenheit gearbeitet“ sind weit verbreitet. Doch aussagefähige und leistungsgerechte Zeugnisse sind nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für deren zukünftige Arbeitgeber von großer Bedeutung.

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Die Gesamtbeurteilung mit den üblichen Zufriedenheitsfloskeln in Arbeitszeugnissen lässt keine realistischen Rückschlüsse auf Qualifikation und Leistung zu. Die Beurteilung der Leistung nach dem Zeugniscode ist eine Bewertung nach Schulnoten, von sehr gut bis ungenügend. Da schlechte Noten in Arbeitszeugnissen äußerst selten sind und die Bewertungen in der Regel zwischen befriedigend und sehr gut schwanken, haben die Zeugnisse nur eine geringe Aussagekraft.

Die Zeugnisse gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Schulnoten eignen sich nicht, Arbeitsleistung und Arbeitsverhalten differenziert und angemessen darzustellen. Sie sind nichts sagend, weil sie keine Aussagen über die tatsächliche Leistung, die Stärken und die positiven Arbeitsergebnisse enthalten. Tüchtige Mitarbeiter kommen schlecht dabei weg, weil Zeugnisleser nicht erkennen können, ob es sich tatsächlich um ein gutes Zeugnis handelt. Wer mit Bewerberauswahl zu tun hat, weiß, dass Arbeitszeugnisse bei der Auswahl heute so gut wie keine Rolle spielen.

Mit Arbeitszeugnis individuelle Qualifikation und Leistung beurteilen

Die Beurteilung der Leistung ist immer subjektiv und kann deshalb auch falsch sein, weil Menschen sich irren können. Wie steht es mit dem rechtlichen Aspekt dieses Problems? Ein Arbeitnehmer schuldet vertraglich eine Leistung mittlerer Art und Güte (§ 243, Absatz 1 BGB), also eine „befriedigende Leistung“. Will ein Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht eine bessere Bewertung erstreiten, so das Bundesarbeitsgericht, hat er „Tatsachen vorzutragen und zu beweisen, aus denen sich eine bessere Beurteilung ergeben soll“. Beurteilt der Arbeitgeber die Leistungen unterdurchschnittlich, also schlechter als „befriedigend“, ist er beweispflichtig.

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