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Unternehmen rüsten um
Führende MES-Anbieter setzen für die Entwicklung ihrer aktuellen Softwarelösungen auf serviceorientierte Designprinzipien und haben jeweils eigene SOA entwickelt. So stellt ein führender MES-Anbieter derzeit seine MES-Lösung auf eine SOA um und hat mit Partnern ein selbst entwickeltes Framework mit Namen „jCoffee“ entwickelt. Ähnlich der Plattformen anderer MES-Anbieter enthält „jCoffee“ eine Vielzahl benötigter Basiskomponenten für die Einrichtung und den Betrieb einer komplexen Softwarelösung, z.B. Benutzerverwaltung, Archivierungsfunktionalität, Audit Trail sowie Druck- und Konfigurationsmanagement.
Auf Basis der „jCoffee“-Basiskomponenten hat der MES-Anbieter Produktkomponenten entwickelt, die als Standardlösung in die aktuelle MES-Version eingeflossen sind. Durch die Wiederverwendbarkeit der Basis-, und auch der Produktkomponenten können neue Lösungen sowohl im Rahmen der Produktentwicklung, als auch im Rahmen von Projekten effizient und kostengünstig geschaffen werden.
Ein anderer MES-Anbieter hat sich vor einigen Jahren entschieden, Softwarelösungen zur Produktionsunterstützung industrieübergreifend auf eine Plattform zu stellen. Die Plattform basiert auf einer SOA und stellt alle benötigten Datenobjekte sowie Management-, Integrations- und Basisdienste für die Entwicklung von Anwendungen bereit. Sie ist für eine Vielzahl von Datenbank-Versionen, Application Servern und Betriebssystemen getestet und freigegeben.
Auf Basis dieser Plattform wurde u.a. eine spezifische Lösung für die Life-Science-Industrie entwickelt. Dabei ist die darunterliegende Plattform technisch gekapselt. Lediglich die Datenobjekte und Dienste können genutzt werden. Dies ermöglicht eine Aktualisierung der Plattform, ohne dass dadurch die Applikation selbst berührt ist – genau wie es das serviceorientierte Design vorsieht. Die Lösung ist für Kunden und Integratoren offen und erlaubt es, die Anwendung auf vielfältige Weise an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Ein weiterer MES-Anbieter hat die Bausteine seiner Produktreihe auf Basis einer SOA entwickelt. Die SOA enthält in dem „Data and Service Repository“ eine umfangreiche Anzahl von Diensten, die wesentliche Fähigkeiten für die Entwicklung von Softwarelösungen bereitstellen (Core Service Capabilities).
Mithilfe einer Workflow-Anwendung können Dienste zu komplexeren Lösungen (Composite Solutions), wie z.B. Electronic Batch Records oder Electronic Work Instructions zusammengesetzt werden.
Zusammenfassung
Der Hauptnutzen einer serviceorientierten Architektur (SOA) liegt in einer deutlich höheren Flexibilität. Neue Dienste können so schneller eingeführt und existierende schneller an neue Anforderungen angepasst werden. Bewährt hat sich die Etablierung eines SOA-Kompetenzteams, das Rückhalt vom Management benötigt, um Widerständen einzelner Fachabteilungen entgegenwirken zu können. Die Entwicklung flexibler, wiederverwendbarer Dienste und die Einhaltung unternehmensweiter SOA-Vorgaben verursachen zunächst oft zusätzlichen Entwicklungsaufwand. Deshalb empfielt es sich externen Sachverstand einzuholen. NNE Pharmaplan kann Unternehmen mit seiner Erfahrung bei der Konzeption und Einführung einer serviceorientierten Architektur unterstützen.
* Der Autor ist Senior MES Consultant bei NNE Pharmaplan, Bad Homburg.
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