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Pharmakonzern steigert Umsatz Sartorius schließt erstes Halbjahr erfolgreich ab

Redakteur: MA Alexander Stark

Auf Basis einer sehr dynamischen Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 sowie einer auch für den weiteren Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage hat Sartorius seine Wachstums- und Ertragsprognose für das laufende Jahr angehoben.

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Satorius hat das erste Halbjahr 2020 erfolgreich abgeschlossen.
Satorius hat das erste Halbjahr 2020 erfolgreich abgeschlossen.
(Bild: Satorius)

Göttingen – Der Pharmakonzern Sartorius blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. In der Sparte Bioprocess Solutions war das Wachstum über alle Produktkategorien und Regionen hinweg hoch, wobei insbesondere die zusätzliche Nachfrage im Zusammenhang mit Covid-19-Impfstoffen und –Therapeutika stärker war als bisher erwartet. Aber auch das Geschäft der Laborsparte, das in den ersten Monaten spürbar durch die Pandemie-Krise beeinträchtigt war, zeigte einen positiven Trend. Zudem schreitet in beiden Sparten laut Konzernchef Joachim Kreuzburg die Integration der von Danaher erworbenen Life-Science-Geschäfte trotz der aktuellen Einschränkungen erfolgreich voran. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeigte sich Kreuzberg zuversichtlich, auch wenn durch die Pandemie nach wie vor erhebliche Herausforderungen und Unsicherheiten bestünden.

Der Konzernumsatz nahm im ersten Halbjahr um 17,9 % auf 1056,8 Millionen Euro zu, nominal um 18,1 %. Der Auftragseingang stieg um 27,5 % auf 1244,8 Millionen Euro (nominal +27,8 %). Zu der Entwicklung trug vor allem das sehr dynamische Geschäft der Sparte Bioprocess Solutions bei. Das Halbjahr für die Laborsparte sei in einem teilweise schwierigen konjunkturellen Umfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie moderat verlaufen, so das Unternehmen. Die von Mai 2020 an konsolidierte Akquisition der Geschäfte von Danaher sowie die mehrheitliche Übernahme des Zellkulturmedien-Spezialisten Biological Industries im Dezember 2019 hätten plangemäß zusammen knapp vier Prozentpunkte zum Umsatzwachstum im ersten Halbjahr beigetragen.

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Das Ergebnis des Konzerns wuchs deutlich überproportional zum Umsatz. Mit 293,5 Millionen Euro lag das operative Ebitda um 23,5 % über dem Vorjahreswert von 237,6 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg von 26,6 % auf 27,8 %. Die Akquisitionen beeinflussten das Ergebnis erwartungsgemäß nur unwesentlich, hingegen hatten Wechselkurseffekte einen leicht negativen Einfluss von knapp 0,5 Prozentpunkten.

Der maßgebliche Konzernnettogewinn stieg ebenfalls überproportional zum Umsatz um 22,4 % auf 124,3 Millionen Euro. Der Gewinn je Stammaktie lag bei 1,81 Euro (Vorjahr: 1,48 Euro), der Gewinn je Vorzugsaktie bei 1,82 Euro (Vorjahr: 1,49 Euro).

Zweistellige Umsatzzuwächse in allen Regionen

Alle Geschäftsregionen des Konzerns steigerten ihre Umsätze zweistellig. In der mit einem Anteil von rund 40 % umsatzstärksten Region Emea lagen die Erlöse bei 419,5 Millionen Euro, ein Plus von 16,0 %. Die höchste Dynamik zeigte die Region Amerika, auf die etwa 35 % des Konzernumsatzes entfallen. Das Geschäft wuchs um 19,7 % auf 373,1 Millionen Euro. Die Region Asien | Pazifik macht rund 25 % des Konzernumsatzes aus. Hier stiegen die Erlöse um 18,4 % auf 264,2 Millionen Euro.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Sparte Bioprocess Solutions, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, steigerte den Umsatz basierend auf einer hohen Nachfrage über alle Produktkategorien hinweg um 21,3 % auf 809,3 Millionen Euro (nominal + 21,6 %). Gut zwei Prozentpunkte des Wachstums entfielen auf die Akquisitionen. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr 2020 mit + 33,5 % noch stärker als der Spartenumsatz (nominal + 33,9 %) auf 984,9 Millionen Euro. Das Wachstum wurde positiv durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusst, die zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Produkten für die Herstellung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten führte. Ein weiterer Grund waren größere Projektaufträge aus Asien. Die starke Dynamik zu Jahresbeginn hat sich somit bis zur Jahresmitte fortgesetzt. Der operative Ertrag der Sparte erhöhte sich überproportional um 29,1 % auf 247,2 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg - trotz einer leichten Verwässerung durch Währungseffekte und die jüngsten Übernahmen - aufgrund von Skaleneffekten auf 30,5 % gegenüber 28,8 % in der Vergleichsperiode.

Die Sparte Lab Products & Services, die auf Technologien für Labore vor allem der Pharmabranche und Life-Science-Forschung spezialisiert ist, steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 8,1 % auf 247,5 Millionen Euro (nominal + 8,1 %) und damit im Rahmen der nach dem ersten Quartal angepassten Erwartungen. Während sich die Auswirkungen der Pandemie dämpfend auf die Nachfrage auswirkten, steuerten die jüngsten Akquisitionen knapp neun Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Positiv entwickelte sich der Auftragseingang, der mit einem Plus von 8,9 % auf 259,9 Millionen Euro (nominal + 8,9 %) stieg. Der operative Ertrag lag nach sechs Monaten aufgrund schwächerer Kapazitätsauslastungen zu Jahresbeginn und negativer Währungseffekte von gut 0,5 Prozentpunkten mit 46,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (+0,4 %). Die operative Ebitda-Marge betrug 18,7 %, wobei die Akquisitionen in der Berichtsperiode einen in Summe leicht positiven Effekt hatten. (Angaben zum Umsatz und Auftragseingang währungsbereinigt. Umsätze und Margen der Sparten in der Vergleichsperiode wegen der veränderten Zuordnung zweier kleiner Produktsegmente angepasst)

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern

Mit 30,1 % lag die Eigenkapitalquote auch nach Abschluss der Akquisitionen auf einem weiter soliden Niveau (31. Dezember 2019: 38,1 %). Der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu operativem Ebitda, stieg in diesem Zusammenhang zum 30. Juni 2020 erwartungsgemäß auf 2,8 nach 2,0 zum Jahresende 2019. Die Investitionsquote lag bezogen auf den Umsatz im Rahmen der Erwartungen bei 8,5 % (Vorjahreszeitraum: 12,8 %).

Mitarbeiterzahl steigt

Der Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2020 weltweit insgesamt 9729 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2019 hat sich die Zahl damit um 693 Beschäftigte oder etwa 7,7 % erhöht, wobei rund 300 Mitarbeiter im Zuge der Akquisition der Danaher-Geschäfte ins Unternehmen gekommen sind. Der übrige Anstieg resultiert insbesondere aus der Einstellung zusätzlicher Produktionsmitarbeiter aufgrund der gestiegenen Auslastung einiger Werke. Rund 6.500 Menschen waren in der Region Emea beschäftigt, mehr als 1700 in der Region Amerika und etwa 1500 in der Region Asien | Pazifik. (Vorjahresbasis wurde durch Änderung des Konsolidierungskreises leicht angepasst)

Ausblick für das Jahr 2020 angehoben

Die Unternehmensleitung geht nunmehr von einer Erhöhung des Konzernumsatzes von 22 % bis 26 % (bisher 15 % bis 19 %) sowie einer operativen Ebitda-Marge von etwa 28,5 % (bisher etwa 27,5 Prozent) aus. Ein signifikanter Teil des gegenüber der bisherigen Prognose zusätzlich erwarteten Geschäfts ist auf die derzeitige Coronavirus-Pandemie zurückzuführen: Sartorius-Produkte werden sowohl bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen als auch von antiviralen Medikamenten eingesetzt. Zum Umsatzanstieg soll die Erstkonsolidierung von Biological Industries unverändert knapp 1,5 Prozentpunkte beitragen und der Einbezug des von Danaher erworbenen Portfolios gut fünf Prozentpunkte.

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote wird weiter bei rund 10 % erwartet (Vorjahr: 12,3 %). Der dynamische Verschuldungsgrad, berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und operativem Ebitda, dürfte zum Jahresende 2020 etwas unter 2,75 liegen (bisher etwa 2,75; Vorjahr: 2,0).

Ausblick für die Sparten

Für die Sparte Bioprocess Solutions wird mit einer Umsatzsteigerung von 26 % bis 30 Prozent (bisher 17 bis 21 %) gerechnet. Hierzu sollen die Konsolidierung von Biological Industries nach wie vor rund einen Prozentpunkt und die des Danaher-Portfolios rund 3,5 Prozentpunkte beitragen. Die operative Ebitda-Marge soll bei etwa 31 % (bisher etwa 30 %) liegen, worin leicht verwässernde Effekte durch die Einbeziehung der Akquisitionen enthalten sind.

Der Ausblick für die Laborsparte bleibt mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 14 % bei einer operativen Ebitda-Marge von etwa 20 % unverändert. Die Konsolidierung von Biological Industries soll weiter 2,5 Prozentpunkte und das Danaher-Portfolio rund zehn Prozentpunkte zum Wachstum beitragen. Während der Einbezug des Danaher-Portfolios die Marge um 1,5 Prozentpunkte verbessern dürfte, sollte die Konsolidierung von Biological Industries zu einer leichten Verwässerung führen.

Aufgrund der Pandemie steht die Prognose weiter unter größerer Unsicherheit als üblich. Zugrunde gelegt werden insbesondere die Annahmen, dass Logistikketten stabil sind und Produktionslinien in Betrieb bleiben. Alle Zahlen zur Prognose sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben.

Mittelfristprognose unverändert

Trotz der aktuell erhöhten Nachfrage sieht Sartorius hinsichtlich seiner Mittelfristprognose bis 2025 zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anpassungsbedarf. Das Unternehmen erwartet für das Jahr 2025 weiter einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro bei einer operativen Ebitda-Marge von etwa 28 %. Grundlage ist, dass sich die mittelfristigen Fundamentaldaten der Biopharma-Branche unverändert darstellen. So ist derzeit nicht absehbar, dass sich die aktuelle Zusatznachfrage aus den Bereichen Impfstoffe und antivirale Medikamente zu einer nachhaltigen Erhöhung der Nachfrage in diesen Bereichen entwickeln wird. Zudem zeichnet sich ab, dass sich die Marktzulassung einiger Biopharmaka aufgrund von pandemiebedingt verschobenen klinischen Testreihen verspäten könnte. Eine Quantifizierung der Auswirkungen dieser verschiedenen Effekte sei derzeit weder der Höhe noch dem Zeitpunkt nach zuverlässig möglich, teilte der Konzern mit.

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