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Steigende Verkaufszahlen

Roche hebt Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2019 an

| Redakteur: Alexander Stark

Roche ist mit einem starken Verkaufswachstum ins Jahr gestartet - vor allem bei den neu eingeführten Medikamenten der Division Pharma.
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Roche ist mit einem starken Verkaufswachstum ins Jahr gestartet - vor allem bei den neu eingeführten Medikamenten der Division Pharma. (Bild: Roche)

Roche ist mit einem starken Verkaufswachstum ins Jahr gestartet. Dazu trugen vor allem neu eingeführte Medikamente der Division Pharma bei. Basierend auf den Ergebnissen des ersten Quartals hat der Pharmakonzern nun den Ausblick für das Gesamtjahr 2019 erhöht.

Basel/Schweiz – Die Nachfrage nach neuen Produkten bleibt weiterhin hoch, so Severin Schwan, CEO von Roche. Deshalb erwartet das Schweizer Unternehmen ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen.

Im ersten Quartal hätten die Gesundheitsbehörden zudem wichtige Zulassungen für weitere Indikationen erteilt. Darunter waren die erste Krebsimmuntherapie bei dreifach negativem Brustkrebs und für die Erstlinienbehandlung einer speziellen Form von Lungenkrebs.

Konzernverkäufe

Die Konzernverkäufe stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres um 8 % auf etwa 13 Milliarden Euro. In der Division Pharma erhöhte sich der Umsatz um 10 % auf 10,43 Milliarden Euro. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren Ocrevus gegen multiple Sklerose, die Krebsmedikamente Perjeta und Tecentriq sowie Hemlibra, das neue Präparat gegen Hämophilie. Wie erwartet standen dem starken Wachstum der Division Umsatzrückgänge bei Herceptin und Mab Thera/Rituxan entgegen.

In den USA erhöhten sich die Umsätze um 14 %. Dabei waren Ocrevus, Hemlibra, Perjeta und Tecentriq die wichtigsten Wachstumsträger. Ocrevus wurde weiterhin bei Neupatienten und für Folgebehandlungen stark nachgefragt.

In Europa (-6 %) waren die Verkäufe von Herceptin (-44 %) und Mab Thera/Rituxan (-38 %) infolge des Wettbewerbs mit Biosimilars rückläufig. Das starke Wachstum von Ocrevus, Perjeta, Tecentriq, Alecensa, sowie Hemlibra konnte den Umsatzrückgang teilweise kompensieren.

Die Region International erzielte ein Umsatzwachstum von 17 %, wobei die wichtigsten Wachstumsimpulse aus China kamen. Das Wachstum in Japan (+7 %) wurde hauptsächlich von den neuen Medikamenten Tecentriq, Hemlibra und Perjeta generiert. Der Wettbewerb durch Biosimilars für Mab Thera/Rituxan (-50 %) und Herceptin (-9 %) beeinträchtigte das Wachstum jedoch zum Teil.

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Die Division Diagnostics steigerte ihre Verkäufe um 1 % auf 2,54 Milliarden Euro. Den größten Beitrag leistete der Geschäftsbereich Molecular Diagnostics (+7 %), vor allem mit Tests zur Diagnose von Gebärmutterhalskrebs. Die Umsätze nahmen in den Regionen Emea um 3 % und Lateinamerika um 8 % zu. Die Verkäufe wurden durch Einmaleffekte in der Lieferkette bei Centralised and Point of Care Solutions in der Region Asien-Pazifik und bei Produkten für das Koagulations-Monitoring in der Region Nordamerika beeinträchtigt.

Wichtige Meilensteine für neue Medikamente

Mehrere Medikamente von Roche haben im ersten Quartal Zulassungen für weitere Indikationen erhalten. Außerdem wurden für einige Wirkstoffkandidaten beschleunigte Zulassungsverfahren gewährt bzw. Zulassungsempfehlungen ausgesprochen.

In den USA erteilte die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) die Zulassung für Tecentriq in Kombination mit den Chemotherapeutika Carboplatin und Etoposid zur Erstbehandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium.

Die FDA gewährte eine beschleunigte Zulassung für die Kombinationstherapie mit Tecentriq und Chemotherapie (proteingebundene Paclitaxel-Partikel als injizierbare Suspension) für erwachsene Patientinnen mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem dreifach negativem Brustkrebs. Vor Therapiebeginn muss mit einem FDA-zugelassenen Test nachgewiesen werden, dass der Tumor einer Patientin das Protein PD-L1 trägt.

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In der EU erhielt Tecentriq die Zulassung in Kombination mit Avastin, Paclitaxel und Carboplatin für die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit metastasierendem, nicht zu den Plattenepithelkarzinomen zählendem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Bei EGFR-Mutation-positivem oder ALK-positivem NSCLC ist diese Therapie indiziert, wenn gezielte Therapien zuvor gescheitert sind.

Hemlibra erhielt die EU-Zulassung für die Routineprophylaxe gegen Blutungen für Personen aller Altersgruppen mit schwerer Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren. Somit stehen jetzt für alle indizierten Personen mit Hämophilie A, einschliesslich Patienten mit Faktor-VIII-Inhibitoren, Behandlungszyklen im Abstand von einer, zwei oder vier Wochen zur Auswahl.

Die FDA erteilte die Zulassung für Herceptin Hylecta (Trastuzumab und Hyaluronidase-Oysk) zur subkutanen Injektion in Kombination mit einer Chemotherapie für bestimmte Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium bzw. in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Paclitacel für Patientinnen mit metastasierendem HER2-positivem Brustkrebs. Wurden bereits eine oder mehrere Chemotherapien verabreicht, ist Herceptin Hylecta als Einzelbehandlung indiziert. Dieses neue Produkt enthält den gleichen monoklonalen Antikörper wie die intravenöse Darreichungsform von Herceptin plus dem rekombinanten Enzym humane Hyaluronidase PH20, das die subkutane Aufnahme von Trastuzumab unterstützt.

In der EU wurde Mab Thera zur Behandlung von Erwachsenen mit mittlerem bis schwerem Pemphigus vulgaris zugelassen. Diese seltene Erkrankung bewirkt eine fortschreitende schmerzhafte Blasenbildung auf der Haut und/oder den Schleimhäuten. Eine übermäßige Blasenbildung kann lebensbedrohliche Flüssigkeitsverluste hervorrufen sowie zu Infektionen und/oder zum Tod führen.

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Fortschritte in der Produktpipeline

Die FDA gewährte ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Entrectinib zur Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit NTRK-Fusion-positiven, lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden soliden Tumoren, die nach vorangegangenen Therapien weiter fortgeschritten sind, bzw. zur Erstbehandlung bei dieser Indikation, wenn keine geeigneten Standardtherapien zur Verfügung stehen. Als weitere Indikation umfasst das beschleunigte Zulassungsverfahren auch metastasierenden ROS1-positiven NSCLC.

Das beschleunigte Zulassungverfahren erteilte die FDA ebenfalls für Polatuzumab Vedotin in Kombination mit Bendamustin plus Mab Thera/Rituxan (BR) zur Behandlung von Personen mit wiederkehrendem oder therapieresistentem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom.

Das Pharmaunternehmen beantragte bei der FDA eine ergänzende Genehmigung (Supplemental Biologics License Application) für Kadcyla zur postoperativen Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium, die nach vorangegangener präoperativer Behandlung eine Resterkrankung aufwiesen. Die FDA prüft den Antrag im Rahmen der Pilotprogramme Real-Time Oncology Review und Assessment Aid. Diese sollen ein effizienteres Prüfverfahren erproben, damit sichere und wirksame Behandlungen so schnell wie möglich verfügbar gemacht werden können.

Roche und Spark Therapeutics gaben den Abschluss einer verbindlichen Vereinbarung zur Übernahme von Spark Therapeutics durch Roche bekannt. Spark Therapeutics mit Sitz in Philadelphia, Pennsylvania (USA), ist ein voll integriertes Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung von Gentherapien gegen genetische Krankheiten wie Erblindung, Hämophilie, lysosomale Speicherkrankheiten und neurodegenerative Erkrankungen spezialisiert.

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