Hygienic Design Produktionslinie für Lebensmittel im Hygienic Design

Autor / Redakteur: Thomas Kraft / Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Lebensmittelunternehmen stellen hohe Anforderungen an die Hygiene von Maschinen und Komponenten in Produktionsanlagen. Wie es dem Unternehmen Bahlsen gelingt, eine Produktionslinie für Keksriegel im Hygienic Design zu bauen, lesen Sie hier.

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Der zum Patent angemeldete Gleitring-Vorreiber ist komplett aus Edelstahl (AISI 304 oder AISI 316L) und so konstruiert, dass keine Totzonen entstehen, in denen sich Produktreste absetzen und Schmutznester bilden können.
Der zum Patent angemeldete Gleitring-Vorreiber ist komplett aus Edelstahl (AISI 304 oder AISI 316L) und so konstruiert, dass keine Totzonen entstehen, in denen sich Produktreste absetzen und Schmutznester bilden können.
(Bild: Steeldesign)

Im Nahrungsmittelbereich hat die EU in den vergangenen Jahren viele der geltenden Vorschriften weiter verschärft. Unter dem Schlagwort Hygienic Design werden bereits durch die Konstruktion hygienebezogene Gefährdungen vermieden. Auch bei der Weiterentwicklung einer Produktionslinie für den Keksriegel „Leibniz PiCK UP!“ im Bahlsen-Werk Barsinghausen spielte das Thema eine wichtige Rolle, angefangen von der eingesetzten Sensorik über die Förderbänder bis hin zum passenden Schaltschrank.

Das Bahlsen-Werk in Barsinghausen wurde im Jahr 1957 in Betrieb genommen. Rund 500 Mitarbeiter sorgen dafür, dass täglich bis zu 70 Lkw abgefertigt und jährlich etwa 35 000 Tonnen Süßgebäck produziert werden. „In den vergangenen Jahren wurde das Werk im laufenden Betrieb massiv umgebaut, um nicht nur heute, sondern auch in Zukunft auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein“, erläutert Arno Purschke, Zentraler Technischer Service bei Bahlsen in Barsinghausen. „Das konsequente Umsetzen aller aktuellen Hygienerichtlinien spielte bei diesem Ausbau selbstverständlich eine wichtige Rolle. Dies trifft auch für die Erweiterung einer bestehenden Produktionsline für die Herstellung unseres Produktes „PiCK UP!“ zu, die wir in diesem Frühjahr in Betrieb genommen haben.“

Bei den Schaltschränken entschied man sich für die neue Schaltschrankserie Hygienicline von Steeldesign. Purschke begründet die Wahl: „Wichtig war uns bei den eingesetzten Schaltschränken, dass sie dem Hygienic Design entsprechen, also auch in Bezug auf Hygiene auf dem neuesten Stand der Technik sind. Kurze Lieferzeiten und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle.“ Verteilt in der Produktionslinie „verpacken“ nun sieben Schaltschränke die Automatisierungstechnik der Anlage so, dass sie bei der Reinigung mit Heißwasser (auch mit direktem Strahl) sicher geschützt ist. „Die modernen Schaltschranksysteme leisten in unserer erweiterten Produktionslinie einen Beitrag dazu, dass die gesamte Anlagentechnik für die Zukunft gewappnet ist“, so das abschließende Fazit von Purschke.

Neue Hygiene-Linie

Die Edelstahl-Gehäusesysteme sind Teil einer neu entwickelten Produktfamilie. Mit der Hygienic Line entstand ein neues Gehäusesystem, das alle Anforderungen der EHEDG (European Hygienic Engineering & Design Group) oder der BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe) und andere Hygienezertifizierungen erfüllt und gleichzeitig dem Anwender eine hohe Flexibilität bietet. Die Produktfamilie besteht nicht nur aus Einzelkomponenten wie Edelstahlwandgehäusen oder Klemmenkästen, sondern ermöglicht auch den Aufbau großer kompletter Schaltschranksysteme im Hygienic Design.

Durchdachte konstruktive Maßnahmen sorgen für maximale Hygiene: Dazu gehört u.a. das Vermeiden von Totzonen und Kontaminationen sowie das Verhindern des Eindringens von Staub und Feuchtigkeit. Der flussoptimale Neigungswinkel von 30 Grad beim Korpusdach vermeidet das Festsetzen von Schmutz und verhindert das Abstellen von Gegenständen. Weiter ermöglicht die überstehende Kante das Abtropfen von Flüssigkeiten ohne Frontbeschmutzung. Die Oberflächen der Edelstahlgehäuse sind in Tropfrichtung feingebürstet. Eine mittlere Oberflächenrauigkeit von Ra unter 0,8 µm ist die Voraussetzung für ein hervorragendes Fluss- und Abtropfverhalten. Ein Riboflavintest bestätigt die Keimfreiheit der neuen Gehäuse im Reinigungstest.

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