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Übergeordnetes Konzept schafft echten Mehrwert
Nehmen wir das Beispiel eines Betriebs, der Produkte herstellt, die gekühlt gelagert werden müssen – mit entsprechend hohem Energieaufwand. Die verteilten Lager werden über ein zentrales Kühlsystem auf -20 °C gekühlt. Die notwendigen Lagertemperaturen liegen allerdings zu einem großen Teil bei nur 0 °C. In dem über viele Jahrzehnte organisch gewachsenen Werk stoßen Logistik, Lagerhaltung und Produktion an räumliche Grenzen. Eine Neukonzeption der Lagerhaltung ist nötig, um Produktionssteuerung und Lager- bzw. Versandlogistik besser aufeinander abzustimmen. Hier ist es nun sinnvoll, Energiedatenmanagement und Energieeffizienzprojekte als lediglich zwei Bestandteile von vielen zu betrachten, die zu einem übergeordneten Konzept verarbeitet werden. Beispielsweise eignen sich Daten aus dem Energiemanagementsystem als Basis für intelligente Abstimmungsalgorithmen zwischen den Prozessen. So könnten unterschiedliche Lagerbereiche auf unterschiedliche Temperaturen gekühlt und automatisch aus der Produktion angesteuert werden – je nach Produktionsmenge und erwarteter Lagerzeit.
Energiedaten als Basis für Betriebsoptimierung
Energiedaten sind relevant für die gesamte Prozessplanung eines Betriebs. Wer ein Energiemanagementsystem aufsetzt, sollte deshalb von Beginn an den Nutzen der Energiedaten für die Optimierung des ganzen Betriebs mitdenken. Es geht nicht darum, abstrakte Vorgaben des Energiemanagementsystems zu erfüllen, sondern Energiedaten so zu erfassen und zu verarbeiten, dass sie als Steuerungsinstrument und als Hebel für die Optimierung aller Prozessabläufe genutzt werden können.
Aus einer Nachbesserung des Energiedatenmanagements kann so ein Einstieg in ein integriertes Effizienzmanagement werden, das aus der Kostenfalle der eingangs dargestellten Sättigungskurve führt.
* * Der Autor ist Leiter Energie- und Prozessmanagement von Infraserv Gendorf Engineering, Burgkirchen. Kontakt: Tel. +49-8679-7-5383
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