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Behältnis- und Verschlussintegritätsprüfung (CCIT)

Primärverpackungen in der SterilabfülIung: Zerstörungsfreie Integritätstests schaffen Sicherheit

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Für Primärverpackungen sind Integritätstests vorgeschrieben. Die Validierung einer Methode soll keine reine Gerätequalifizierung sein, sondern die jeweilige Packmittel/Produkt-Kombination soll mit überprüft werden.
Für Primärverpackungen sind Integritätstests vorgeschrieben. Die Validierung einer Methode soll keine reine Gerätequalifizierung sein, sondern die jeweilige Packmittel/Produkt-Kombination soll mit überprüft werden. (Bild: ©makcoud - stock.adobe.com)

Container Closure Integrity Tests stellen fest, ob Primärverpackungen dicht sind. Testsysteme gibt es dabei jede Menge. Wir stellen drei davon vor und wie man dabei vorgeht.

Ein tragischer Vorfall in den 1970ern hat in der Pharma­branche und bei den Regulationsbehörden das Bewusstsein für die Bedeutung der Verpackungsintegrität geschärft. Glasflaschen, die intravenöse Arzneimittel enthielten, waren undicht geworden. Bei der Injektion gelangten so Keime in das Blut der Patienten, woran viele starben.

Das zeigt: Feuchtigkeit, Sauerstoff oder mikrobiologische Stoffe können in die Vials, Flaschen, Dosen oder Blisterverpackungen eindringen und die Arzneimittelqualität während der Produktlebensdauer erheblich beeinträchtigen. Besonders hoch ist dieses Stabilitätsrisiko bei feuchtigkeitsempfindlichen Arzneimitteln (z.B. Trockenpulver zur Inhalation) und bei Biologica, die gespritzt werden.

Die Qualität und Wirksamkeit von Medikamenten hängt also signifikant von ihrer richtigen Verpackung ab: Sterile Produkte und feuchtigkeits-/sauerstoffempfindliche Medikamente benötigen eine ausgezeichnete Versiegelung während der Haltbarkeitsdauer des Produkts (bis hin zu einigen Jahren), um es vor biologischer Kontamination und dem Eindringen von Wasser und Sauerstoff zu schützen.

Hoch empfindliche Integritätstests

Um hier Sicherheit zu schaffen, sind Integritätstests mit hoher Empfindlichkeit erforderlich. Dazu können unterschiedliche Testsysteme angewendet werden, wie sie in der USP 1207.2 im Detail beschrieben sind. Eine grundlegende Überlegung ist, ob die Durchführung zerstörungsfrei erfolgen soll.

Dazu hat Pfeiffer Vacuum z.B. drei Testverfahren entwickelt:

  • Helium-Massenspektrometrie: Die auf ASTM F 2391-051) basierende Helium-Massenspektrometrie ist auf nicht porösen Verpackungen wie Ampullen, Spritzen und anderen pharmazeutischen Verpackungen anwend- bar. Derzeit wird der Helium-Lecktest, eine deterministische Methode, aufgrund seiner Sensibilität und Vielseitigkeit als Goldstandard eingeführt. Außerdem ist es mit der Helium-Lecksuche möglich, auch die Position des Lecks zu lokalisieren.
  • Optische Emissionsspektroskopie: Für unser patentiertes O.E.S. (optische Emissionsspektroskopie)-Verfahren ist kein besonderes Prüfgas erforderlich. Stattdessen wird das im Hohlraum der Primärverpackung vorhandene Gasgemisch genutzt, um hochempfindliche Tests mit hohem Durchsatz durchzuführen. Ein Multigassensor wird verwendet, um die verschiedenen Gase unabhängig voneinander aufzuspüren (z.B.: Argon, Stickstoff, CO2, Feuchtigkeit,…), die aus einem undichten Behälter unter Vakuum austreten. Die Methode ist zerstörungsfrei, deterministisch, zeichnet sich durch eine einfache Bedienung und Einstellung aus und ist schneller und empfindlicher als herkömmliche Prüfmethoden. O.E.S. ist in der Lage, Fehlergrößen von bis zu 0,2 µm bei Glasbehältern festzustellen, was der mit MALL (engl. Maximum Allow­able Leak Limit) bezeichneten Sterilitätsbarriere in den USP2) <1207> Richtlinien entspricht.
  • Mass Extraction (ATC): Unsere durch USP2) <1207> und ASTM3) (F-3287-17) anerkannte Mass-Extraction-Technologie funktioniert nach dem Prinzip des verdünnten Gasflusses. Die Prüfungen finden unter Vakuumbedingungen statt, um eine höhere Empfindlichkeit zu erreichen. Diese patentierte Technologie eignet sich besonders für pharmazeutische Verpackungen wie Infusionsbeutel, Beutel oder Glasfläschchen. Größere Defekte wie auch Defekte mit einer Größe von nur 1 µm können mit dieser Methode aufgefunden werden. Die Technologie ist daher für Laboranwendungen sowie für die Verwendung in der Produktionsumgebung geeignet und gestattet eine Stabilitätskontrolle sowie eine automatisierte 100 %-Beprobung (auch in Inline-Anlagen).

FDA-Labors in den USA und wichtige Pharmaunternehmen verwenden Mass-Extraction-Geräte seit über zehn Jahren, z.B. die American Standard for Testing and Materials – Amerikanische Norm für Prüfungen und Materialien, die United States Pharmacopia oder auch die American Society for ­Testing and Materials.

* Kontakt zu Pfeiffer Vacuum: Tel. +49-6441-802-1223

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