20 Jahre PROCESS Planen früher und heute – Was bedeutet das für die Ingenieure?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing.Hans-Jürgen Bittermann* / Anke Geipel-Kern

Vom elektronischen 2D-Zeichenbrett zum smarten 3D-Modell – in den letzten 20 Jahren hat sich die Planung im Anlagenbau dramatisch geändert. Wir nehmen Sie mit in eine Reise in die Vergangenheit und werfen gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.

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Time-to-Market schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Engineering. Wer schneller plant ist mit seinem Produkt früher am Markt präsent, kann länger verkaufen.
Time-to-Market schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Engineering. Wer schneller plant ist mit seinem Produkt früher am Markt präsent, kann länger verkaufen.
(Bild: Bayer Technology Services)

Vor 20 Jahren beschäftigten sich Fachjournale wie PROCESS mit damals so unerhörten Themen wie ‚Anlagenbau im Computer‘ – das war durchaus noch ein Zukunftsszenario: Räumliche Planung im Anlagenbau erfolgte beispielsweise bei der BASF bis ins Jahr 2000 am Styropor- (Konzeptplanung) und am Plastikmodell (Detailplanung). Erst danach arbeiteten die Planer mit einem 3D-Computermodell.

Wir schauen zurück auf 1994: Für die Welt der IT und der Computer ist das wie ein Blick in die Steinzeit. Das Internet hat gerade einmal 25 Millionen Nutzer, wird mit dem ersten graphikfähigen Web-Browser Mosaic kommerziell nutzbar (zuvor war das WWW den Militärs und der Wissenschaft vorbehalten). Yahoo wird gegründet, Microsoft kündigt das Release Windows 3.11 an, auf Google (1998) und Facebook (2004) müssen die User noch Jahre warten.

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Warten müssen die Planer von industriellen Anlagen auch auf einfach handhabbare Planungs-Werkzeuge. Denn die damals verfügbare Software litt zumeist unter dem Problem, dass die Programmierer herzlich wenig von der Welt der Industrie und des Planers verstanden. „Am besten wäre es, wenn die Leute, die CAD-Software entwickeln, selbst damit arbeiten müssten!“ – so der Stoßseufzer eines Ingenieurs aus dieser Zeit.

Digitale Tools waren schon damals quasi ein ‚Must have‘: Unter anderem deshalb, weil die Chemie bestehende Verfahren ständig verbessert und weiterentwickelt. Ist eine Anlage einmal per CAD-Modell geplant und erfasst, sind Modifikationen schneller und einfacher durchzuführen. Hinzu kommt, dass sich aufgrund des stets enger gesetzten Zeitrahmens die Anforderungen an die Planungsgeschwindigkeit erhöhen: Weil niemand zu sagen vermag, wie sich die nationale oder die internationale Konjunktur entwickeln wird, muss in der Chemie eine neue Produktionsanlage nach der Bauentscheidung möglichst zügig realisiert werden - Time-to-Market schwebt wie ein Damoklesschwert über den Verantwortlichen. Wer schneller plant ist mit seinem Produkt früher am Markt präsent, kann länger verkaufen.

Auch die Verschärfung von Sicherheitsbestimmungen, höhere Umwelt- und Qualitätsanforderungen sowie der größere Dokumentations- und Berechnungsumfang erfordern den Einsatz intelligenter Tools. Sie helfen, Konstruktions- und Engineeringkosten zu reduzieren, die Entwurfs-, Konstruktions- und Kommissionierungszeiten zu verkürzen. Kurz: Sie erhöhen die Produktivität des Planers.

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