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Mischlösungen nutzen Kupfer und SHDSL
Die Kombination von Kabel und Funk ist ebenfalls machbar. Sagebiel berichtet von einem großen Betrieb, der seine Brandmeldeanlagen über große Distanzen vernetzen wollte. Anstelle des ursprünglich geplanten riesigen Funknetzwerks empfahl Phoenix Contact, wo immer möglich bestehende Leitungen zu verwenden, von denen in der alten Anlage noch viele ungenutzt lagen. Mithilfe der SHDSL-Technik entstand eine Mischlösung. SHDSL arbeitet mit einer für Überwachungsapplikationen ausreichenden Datenrate von bis zu 30 MBit/s und lässt sich mit Feldbus- und Ethernet-Netzwerken kombinieren. Im Fall der Brandmeldeanlagen werden damit gut 60 Prozent der Signale über die vorhandenen Kupferleitungen, der Rest über Funk transportiert.
Einfacher als Office-WLAN durch Cluster Management
Eine weitere Möglichkeit, interessant insbesondere für kleinere Netze bis rund 20 Access Points, macht WLAN industrietauglich. Office-Lösungen für diese Größenordnung sind meist serverbasiert, verbunden mit aufwändigem Security- und User-Management. Eine Alternative eröffnet das Cluster Management, das den Inbetriebnahmeprozesse deutlich vereinfacht. Zu konfigurieren ist dabei nur einer der Access Points; anschließend wird die Einstellung auf die weiteren Access Points im Netzwerk übertragen. Auch die notwendigen sicherheitstechnischen Rahmenparameter werden erfüllt.
Der Aufwand bleibt überschaubar. Selbst konservativste Anwender seien daher derzeit dabei, Funktechnologien zumindest in einem überschaubaren Produktionsteil in einem Pilotversuch zu testen. „Die möglichen Benefits sind einfach zu eindeutig“, meint Sagebiel, „das überzeugt auch die Unternehmenslenker, die oft schnell mit im Boot sind.“ Die MES- und Maintenance-Systeme seien auch in Brownfield-Anlagen inzwischen ohnehin vorhanden. Die Online-Anbindung der Mannschaft im Feld sei da nur der letzte Schritt.
Ausblick: Über RFID zu Mixed Reality
Der vorerst letzte Schritt, genau genommen. Denn schon beginnen die Early Adopters, den Nutzen von Augmented-Reality (AR)-Anwendungen auszuloten. Das Tablet, das über NFC oder einen AR-Marker einen Anlagenteil identifiziert hat, blendet dann im Kamerabild weiterführende Informationen ein, etwa ein Datenblatt, die Wartungsanleitung oder ein Video, das alle anfallenden Arbeitsschritte zeigt. Messwerte wie Tankfüllstände oder die Temperatur von Sensoren ohne Vorortanzeige lassen sich ebenfalls darstellen.
Phoenix Contact sammelt zusätzlich Erfahrungen, indem es Temperaturen innerhalb von Kunststoff-Spritzgussmaschinen im eigenen Betrieb mit AR visualisiert. Ebenso lassen sich die Stati von Pumpen oder Motoren anzeigen, sei es auf einem Ex-fähigen Tablet oder Smartphone oder – in Zukunft – direkt vor den Augen des Bedieners, der eine geeignete Datenbrille trägt. Über Gesten öffnet er ein Wartungsblatt oder eine Explosionszeichnung und holt sie sich in 3D ins Blickfeld.
Virtual und Augmented bzw. Mixed Reality haben tatsächlich ihr Gamer Image abgelegt. Derartige Szenarien sind längst keine Spielerei mehr. „In unserer Betriebstechnik und im unternehmenseigenen Werkzeugbau ist es tägliche Realität,“ sagt Sagebiel. Auf Basis moderner Kennzeichnungsmethoden und eines zuverlässigen industrietauglichen Funknetzes können AR-Anwendungen Betriebs- und Instandhaltungsmannschaften nachhaltig unterstützen.
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