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CO2 als Rohstoff

Neues Verfahren zur CO2-Nutzung zieht in Endrunde für Deutschen Zukunftspreis ein

| Redakteur: Alexander Stark

Mit einem neuen Verfahren zur Verwendung von CO2 als Rohstoff ist ein Team des Werkstoffherstellers Covestro und der RWTH Aachen in die Endrunde für den Deutschen Zukunftspreis gekommen. Die Auszeichnung wird am 27. November in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vergeben.

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Erfolgreiches Team: Berit Stange, Christoph Gürtler (beide Covestro) und Professor Walter Leitner (RWTH Aachen) sind in der Endrunde für den Deutschen Zukunftspreis (von links).
Erfolgreiches Team: Berit Stange, Christoph Gürtler (beide Covestro) und Professor Walter Leitner (RWTH Aachen) sind in der Endrunde für den Deutschen Zukunftspreis (von links).
(Bild: Deutscher Zukunftspreis/ Ansgar Pudenz)

Aachen; Leverkusen – Dr. Christoph Gürtler und Dr. Berit Stange von Covestro sowie Professor Dr. Walter Leitner, der an der RWTH Aachen und am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion lehrt und forscht, hoffen auf den Sieg bei der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises. Sie haben maßgeblichen Anteil an der Entwicklung und Markteinführung einer Technologie, um das Abgas CO2 in der Kunststoffproduktion zu nutzen.

Das Team stellte die Innovation jetzt in München der Öffentlichkeit vor. Christoph Gürtler betonte, dass das Verfahren einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung leiste, indem der konventionelle Rohstoff Erdöl teilweise durch CO2 als Kohlenstofflieferant ersetzt wird. Gleichzeitig werde durch die Wiederverwendung von CO2 die Kreislaufwirtschaft gefördert. Gürtler, der bei Covestro für die Entwicklung neuer Verfahren und Produkte verantwortlich ist, sieht in der CO2-Nutzung ein beträchtliches Wertschöpfungspotenzial für die Industrie.

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Seine Kollegin Stange hob hervor, dass es sich um eine Plattform-Technologie handelt, mit deren Hilfe sich CO2 für eine breite Palette an hochwertigen Kunststoffen (Polyurethanen) verwenden lässt. Bereits am Markt erhältlich seien unter anderem chemische Vorprodukte mit CO2, um weichen Schaumstoff für Matratzen und Polstermöbel herzustellen, so Stange. Sie ist bei Covestro in leitender Funktion für Kreislaufwirtschaft zuständig und hat entscheidenden Anteil an der Vermarktung der neuen Technologie.

Durchbruch in der Katalyseforschung

Ins Rollen gekommen ist die CO2-Nutzung mit einem Durchbruch in der Katalyseforschung, wie Professor Leitner erläuterte. CO2 gehe nur sehr mühsam chemische Verbindungen ein. Die große Herausforderung sei gewesen, einen maßgeschneiderten Katalysator zu entwickeln, um die Reaktion so zu steuern, dass sie wirtschaftlich und effizient ist.

Dies ist Experten von Covestro und dem CAT Catalytic Center, einer von dem Unternehmen und der RWTH Aachen gemeinsam betriebenen Forschungseinrichtung, gelungen – für Leitner eine „mustergültige Kooperation von anwendungsorientierter Wissenschaft und forschungsbasierter Industrie“. Die Fachwelt hatte nach einem solchen Katalysator jahrzehntelang gesucht.

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