Recycling Neuer Kunststoff aus alten PET-Flaschen entwickelt

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Das Fraunhofer LBF und die Easicomp GmbH haben einen neuen Werkstoff auf Basis gebrauchter PET-Getränkeflaschen entwickelt. Dieser neue und nachhaltige Werkstoff weist mechanische Eigenschaften auf, die denen von kurzglasfaserverstärkten Neuware-Kunststoffen ähneln. Ein Einsatz in technischen Anwendungen ist möglich.

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PET-reiche Fraktionen des dualen Systems, die heute im Wesentlichen nicht werkstofflich verwertet werden können, sollen durch Trenn- und Reinigungsverfahren zu qualitativ hochwertigen PET-Stoffströmen werden.
PET-reiche Fraktionen des dualen Systems, die heute im Wesentlichen nicht werkstofflich verwertet werden können, sollen durch Trenn- und Reinigungsverfahren zu qualitativ hochwertigen PET-Stoffströmen werden.
(Bild: Fraunhofer LBF/Raapke)

Nach Angaben des Fraunhofer LBF soll ein aus dem neuen Werkstoff hergestelltes Demonstrator-Bauteil sich durch eine geringe Schwindung und besonders hohe Maßhaltigkeit auszeichnen. Zudem weise der Werkstoff einen deutlich verbesserten CO2-Fußabdruck auf, wie der Projektpartner Öko-Institut in einer orientierenden Lebenszyklusanalyse ermittelt habe.

Reine, hochwertige Rezyklate für neue Kunststoffanwendungen
Reine, hochwertige Rezyklate für neue Kunststoffanwendungen
(Bild: Fraunhofer LBF/Raapke)

Das Forschungsvorhaben Upcycle PET habe aber auch die Grenzen und Potenziale aufgezeigt. So müssen die besonderen Anforderungen von Prozessketten mit Sekundärrohstoffen, wie eine verlässliche und planbare Verfügbarkeit in Menge und Qualität, besonders berücksichtigt werden. Da ganzheitliche Lösungen für ein hochwertiges Re- und Upcycling oft branchen- und anwendungsspezifisch sind, sei es erforderlich, Akteure entlang der Wertschöpfungskette, wie Verarbeiter, Konstrukteure und Anwender, frühzeitig in Entwicklungen einzubinden.

Im Folgeprojekt Upcycle PET Plus wollen sich die Partner mit dem Entsorger Jakob Becker und dem Spezialisten für Spritzgussbauteile, KS Innovation, zwei weiteren zentralen Herausforderungen stellen:

  • Zum einen werden Sekundär-Stoffströme adressiert, die deutlich geringere Qualitäten und hohe Qualitätsschwankungen mit sich bringen, so wie etwa PET-reiche Fraktionen des dualen Systems, die heute im Wesentlichen nicht werkstofflich verwertet werden können. Im Projekt werden deshalb Trenn- und Reinigungsverfahren zur Qualitätssteigerung der PET-Stoffströme angewandt und weiterentwickelt.
  • Zum anderen haben sich die Projektpartner das Ziel gesetzt, die Schnittstelle zwischen Werkstoffentwicklung und Herstellprozess des Bauteils optimal zu gestalten. So werden an ausgewählten PET-Stoffströmen LFT-Werkstoffe durch maßgeschneidertes Blenden und Additivieren entwickelt. Schließlich wird der Einfluss und die Wechselwirkung von Faserlänge, Faser- und Rezyklatgehalt sowie der Additivierung gezielt mit Blick auf die anwendungsgerechten Eigenschaften des hergestellten Bauteils untersucht und der dafür eingesetzte Spritzgussprozess optimiert.

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