Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Rolle rückwärts: BASF verkauft Anteile an Vattenfall-Offshore-Projekt zurück

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11.03.2025

Hull (dpa) *17:31 Uhr – Schiffsunglück in Nordsee: Droht eine Umweltkatastrophe?

Als sich die ganz dichten Rauchschwaden über den riesigen Schiffswracks vor der englischen Nordseeküste verzogen hatten, wurden die Schäden sichtbar: An der Backbordseite des Öltankers «Stena Immaculate» klaffte ein riesiges Loch, Gas und Flüssigkeiten schienen an verschiedenen Stellen auszutreten, wie auf Luftaufnahmen der BBC einen Tag nach dem Zusammenstoß mit dem Frachter «Solong» zu sehen war. Der Brand auf dem Tanker sei wohl gelöscht, sagte der zuständige britische Unterstaatssekretär Mike Kane bei einer Erklärung am Nachmittag im Parlament in London. Der Frachter stehe hingegen noch immer in Flammen und treibe führerlos in Richtung Süden.

«Modellrechnungen legen nahe, dass die «Solong», falls sie weiterhin schwimmt, in den nächsten Stunden nicht auf Land zutreiben wird», sagte Kane. Er fügte aber hinzu, die Küstenwache schätze es als unwahrscheinlich ein, «dass das Schiff schwimmfähig bleibt». In Luftaufnahmen der BBC war zu sehen, dass der Frachter weitgehend ausgebrannt war. Sollte der Frachter auf Grund laufen oder sinken, wird befürchtet, dass Schiffsdiesel austreten und schwere Umweltschäden anrichten könnte. Die in Hamburg ansässige Reederei Ernst Russ, der das Schiff gehört, hatte inzwischen jedoch Berichte dementiert, wonach es mehrere Behälter mit dem giftigen Natriumcyanid geladen hatte. Unklar blieb, welche anderen Güter das Schiff transportierte.

Ungewiss war auch, wie viel der 220.000 Barrel (knapp 35 Millionen Liter) Flugzeugtreibstoff, die an Bord der «Stena Immaculate» waren, ins Meer gelangt sein könnten. Der Treibstoff war den Angaben des US-Schifffahrtsunternehmens Crowley zufolge auf 16 Tanks verteilt, von denen mindestens einer bei dem Zusammenstoß beschädigt wurde.

Berlin (ots) *16:51 – Pharma Deutschland fordert die Stärkung des europäischen Pharmamarktes

Heute hat der zuständige EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi den bereits zu seinem Amtsantritt angekündigten Critical Medicines Act (CMA) zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in der EU vorgelegt. Aus Sicht von Pharma Deutschland braucht die europäische Gesundheitsversorgung jedoch nicht nur einen Notfallplan, sondern auch eine nachhaltige und langfristige Stärkung des EU-Pharmamarktes. «Natürlich ist es ein wichtiger Schritt, dass mit dem Critical Medicines Act Maßnahmen gegen Lieferengpässe ergriffen werden. Die EU-Gesundheitspolitik braucht aber nicht nur einen Notfallplan. Die Tatsache, dass wir den Critical Medicines Act benötigen, sollte von der Politik auch als Weckruf verstanden werden. Die EU bedarf einer starken Gesundheitsversorgung, die resilienter gegen internationale Krisen ist. Es geht nicht nur darum, besser auf externe Einflüsse vorbereitet zu sein. Die EU muss auch selbst aufhören, die Gesundheitsversorgung in krisenhafte Situationen zu manövrieren. Genau das passiert gerade mit der Kommunalen Abwasserrichtlinie, mit deren Umsetzung die Arzneimittelversorgung der Mitgliedsstaaten ernsthaft gefährdet wird», erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Pharma Deutschland begrüßt den geplanten Critical Medicines Act und betont, dass auch Deutschland dringend konkrete Schritte unternehmen muss, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Produktionskapazitäten innerhalb Europas beziehungsweise diversifizierte Lieferketten zu stärken. Positiv zu bewerten ist etwa, dass es bei Vergabeverfahren für kritische Arzneimittel nicht mehr ausschließlich um den Preis gehen soll. Langfristig werden diese Maßnahmen nur dann Wirkung zeigen, wenn Arzneimittel zu einem angemessenen und wirtschaftlich tragfähigen Preisniveau angeboten werden können. Ohne eine nachhaltige Preisgestaltung bleiben alle Bemühungen für eine stabilere Arzneimittelversorgung in Europa - gerade in der Basisversorgung - wirkungslos, denn sie sind von den Herstellern schlichtweg nicht finanzierbar.

Brüssel (dpa) *16:47 Uhr – Medikamentenproduktion in Europa soll steigen

Damit die Menschen in Europa zuverlässig mit teils lebenswichtigen Medikamenten versorgt werden können, sollen in der EU mehr Medikamente hergestellt werden. Die Produktion von Arzneimitteln soll künftig von schnelleren Genehmigungsverfahren profitieren und einfacher mit öffentlichen Geldern unterstützt werden können, wie die Behörde mitteilte. Bevor die Regeln in Kraft treten können, müssen das Europaparlament und die EU-Staaten dem Vorschlag der EU-Kommission zustimmen. «In den vergangenen Jahren waren die Mitgliedstaaten mit einem ernsten Mangel an Medikamenten konfrontiert», so die EU-Kommission. Betroffen waren etwa Schmerzmittel, Antibiotika oder Fiebersäfte für Kinder.

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Nach Kommissionsangaben gibt es viele Gründe, warum es in der EU in den vergangenen Jahren Versorgungsprobleme gab. Darunter seien etwa Engpässe bei Wirkstoffen. Aber auch, dass sich die Produktion in einigen wenigen Ländern konzentriere, trage zu den Problemen bei.

Derzeit stammen nach Angaben von EU-Gesundheitsministern 80 bis 90 Prozent der Medikamente in Europa aus Asien, vor allem aus China. Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und zehn seiner Kollegen aus anderen EU-Staaten hatten jüngst vor gefährlichen Auswirkungen auf Routineeingriffe und eigentlich leicht behandelbare Infektionen gewarnt, sollten im Konfliktfall Lieferketten unterbrochen werden. Sie fordern, Teile der milliardenschweren Aufrüstungspläne für Medikamentensicherheit auszugeben.

Münster (dpa/lnw) *14:58 – Preise unter Druck: Westfleisch macht weniger Gewinn

Westfleisch mit Sitz in Münster hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr fast halbiert. 2024 erzielte das Unternehmen ein operatives Ergebnis (Ebit) von 19,7 Millionen Euro, nach 37,7 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern im Jahr 2023 - ein Rückgang von knapp 48 Prozent. Die Genossenschaft, Deutschlands zweitgrößter Schlachtbetrieb, steigerte ihren Umsatz dagegen um 1,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Dabei wirken sich die höheren Kosten negativ auf das Geschäft aus.

Besonders beim Rindfleisch sei bei den Verbrauchern eine Preisgrenze erreicht, die zu Kaufzurückhaltung führe, sagte Westfleisch Vorstandschef Wilhelm Uffelmann laut Mitteilung. «Die starken Kosten- und Rohstoffpreissteigerungen lassen sich nicht im Markt umsetzen», erklärte Uffelmann.

Karlsruhe/München (dpa) *04:01 Uhr – Europa bleibt bei Batterien wohl auf Importe angewiesen

Europas Weg zu einer eigenen Versorgung mit Batterien ist schwierig. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, die in der Zeitschrift «Nature Energy» veröffentlicht wurde, sieht nur eine etwa 50-prozentige Chance, dass das von der EU gesteckte Ziel einer 90-prozentigen Selbstversorgung im Jahr 2030 erreicht wird. Und es gebe gute Argumente dafür, dass auch das zu optimistisch sei.

Zumindest eine Versorgung zu 50 bis 60 Prozent halten die Forscher um Autor Steffen Link aber für relativ sicher.

Insgesamt werde die Nachfrage nach Batteriezellen in Europa bis 2030 den Wert von einer Terawattstunde pro Jahr wahrscheinlich übersteigen, schreiben die Forscher. Für ihre Studie simulierten sie jeweils 1000 Szenarien für den Bedarf und die Produktion. Dabei gab es zwar auch Fälle, in denen der Bedarf übertroffen wird, häufiger war allerdings das Gegenteil, wie Link erklärt.

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