Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Rolle rückwärts: BASF verkauft Anteile an Vattenfall-Offshore-Projekt zurück

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12.03.2025

Leverkusen (dpa) *17:27 Uhr – Glyphosat-Produkt darf vorerst nicht verkauft werden

In seinem Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat muss der Agrarchemie-Konzern Bayer einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte, darf das Bayer-Pflanzenschutzmittel Roundup Future in Deutschland vorerst weder angewendet noch verkauft werden. Das geht auf einen Widerspruch der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zurück, der eine aufschiebende Wirkung hat. Im nächsten Schritt wird Bayer angehört – danach könnte der Verkauf doch noch möglich sein.

Von Bayer hieß es, man arbeite daran, die Zulassung wiederherzustellen. «Wir sind zuversichtlich, dies schnell zu erreichen und damit sicherzustellen, dass Landwirte in Deutschland wieder Zugang zu diesem wichtigen Produkt haben - gerade jetzt zu Beginn der Saison.» Die anderen in Deutschland zugelassenen glyphosathaltigen Produkte von Bayer seien davon nicht betroffen.

Die Umwelthilfe sieht das Thema Glyphosat ganz anders als der Leverkusener Konzern. «Es ist ein wichtiger Erfolg, dass das neu zugelassene Glyphosat-Pestizid Roundup Future vorerst nicht mehr verkauft und angewendet werden darf», sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Es zähle jeder Tag, an dem die Umwelt vor diesem giftigen Totalherbizid bewahrt werde.

Bayer betont hingegen, dass der Wirkstoff sicher für Mensch und Umwelt sei, wenn er gemäß der Anwendungshinweise verwendet werde. «Dies bestätigen zahlreiche Regulierungsbehörden weltweit seit Jahrzehnten», sagt der Firmensprecher und verweist darauf, dass die EU-Kommission Glyphosat im Jahr 2024 für weitere zehn Jahre wieder zugelassen habe.

Frankfurt/Main (ots) *10:01 Uhr – VCI-Quartalsbericht: Ein empfindlicher Rückschlag

Das Jahr 2024 endete für die chemisch-pharmazeutische Industrie mit einem empfindlichen Rückschlag. Nicht nur, dass die konjunkturelle Erholung sowohl für die deutsche als auch die europäische Industrie ausblieb. Vielmehr setzte sich der Abwärtstrend in vielen Branchen fort. Mit der Folge, dass die Nachfrage nach Chemie «made in Germany» speziell am Heimatmarkt Europa schwach blieb. Die Produktion brach im vierten Quartal kräftig ein. Positive Impulse kamen einzig aus dem außereuropäischen Ausland. Die Hoffnungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) ruhen nun auf der neuen Bundesregierung, die den Standort Deutschland mit mutigen Reformen auf den Weg der Wettbewerbsfähigkeit zurückführen muss.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagt: «2024 war ein weiteres Jahr zum Vergessen für die Industrie. Diesen Tiefpunkt wollen wir hinter uns lassen, auch wenn Trumps unberechenbare Zollpolitik, erneut steigende Energiepreise und ungelöste Strukturprobleme weiter für Verunsicherung in den Unternehmen sorgen. Wir brauchen eine radikale wirtschaftspolitische Kurskorrektur. Es gibt keine Schonfrist für die neue Bundesregierung, sie muss jetzt liefern. Economy First muss die Devise sein.»

Der VCI lobt den schnellen Abschluss der Sondierungsgespräche als starkes Signal und die Ergebnisse bei Steuern, Strompreisen und Bürokratieabbau als Schritte in die richtige Richtung. Der Verband sieht jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Große Entrup betont: «Europa findet nicht statt, dabei muss es Chefsache sein. Und wer 'whatever it takes' proklamiert, darf das Sparen nicht vergessen. Wir verlangen einen ehrlichen Kassensturz. Bei der Verteidigung aufzurüsten, ist alternativlos. Aber bei den Investitionen in die Infrastruktur können wir den Verschiebebahnhof 'raus aus dem Haushalt - rein ins Sondervermögen' nicht gutheißen. Der Verschleiß des Standorts Deutschland liegt nicht an knappen Kassen, sondern an mangelnder Priorisierung.» Der VCI-Hauptgeschäftsführer fordert die Parteien auf, Gräben zuzuschütten. «Wir können uns keinen Rosenkrieg mehr leisten. Rauft euch zusammen. Es geht um unser Land.»

Obwohl sich die Weltwirtschaft im vierten Quartal 2024 mit einer leicht steigenden Dynamik zeigte, lag das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union nur knapp 0,2 Prozent über dem Vorquartal. Zur Einordnung: Es war das schwächste Wachstum unter den weltweit wichtigen Volkswirtschaften. Schlusslicht Europas war die deutsche Wirtschaft, die im letzten Quartal erneut schrumpfte und damit das zweite Jahr in Folge eine Rezession durchlebte.

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Berlin (ots) *09:52 Uhr – Zulassung eines neuen Glyphosat-Herbizids nach Widerspruch der DUH vorerst ausgesetzt

Das neue Glyphosat-Pestizid Roundup Future von Bayer-Tochter Monsanto Agrar Deutschland GmbH darf aufgrund eines Widerspruchs der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vorerst nicht verkauft oder angewendet werden. Kurz nach Einreichung des Widerspruchs gegen die Zulassung des Produkts gab das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) dies mit Hinweis auf die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs bekannt.

Die DUH hatte am 4. März 2025 Widerspruch gegen Roundup Future eingereicht. Am 11. März 2025 gab das BVL bekannt: «Der Widerspruch entfaltet, da er nach derzeitiger Einschätzung fristgerecht erfolgte, bis auf weiteres aufschiebende Wirkung. Das heißt, dass die Zulassung derzeit nicht wirksam ist.»

Düsseldorf (dpa/lnw) *09:12 Uhr – Produktion von Veggie- und Vegan-Kost in NRW stark gestiegen

Die Produktion von vegetarischen und veganen Lebensmitteln hat in den vergangenen Jahren immens zugenommen. 2024 sind in Nordrhein-Westfalen nach vorläufigen Ergebnissen 31.600 Tonnen «vegetarische und vegane Lebensmittelzubereitungen» hergestellt worden, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Dazu zählten etwa vegetarischer Brotaufstrich, Tofuprodukte sowie Wurstalternativen. Das sind demnach 570 Tonnen (1,8 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor und 25.100 Tonnen (390,6 Prozent) mehr als im Jahr 2019. Der Produktionsschwerpunkt liegt im Regierungsbezirk Münster.

Lingen/Leuna (dpa) *09:01 Uhr – RWE liefert grünen Wasserstoff an Raffinerie Leuna

Der Energiekonzern RWE will 15 Jahre lang jährlich rund 30.000 Tonnen klimaneutral hergestellten Wasserstoff an die Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna liefern. Einen entsprechenden Vertrag haben RWE und der Mineralölkonzern TotalEnergies vereinbart. TotalEnergies will damit seine Treibhausgas-Bilanz verbessern. Über das Auftragsvolumen machten die Unternehmen in einer Mitteilung keine Angaben.

Die Lieferungen sollen 2030 beginnen. Produziert werden soll der grüne Wasserstoff im niedersächsischen Lingen. Dort baut RWE gerade eine Elektrolyse-Anlage, die bis 2027 eine Kapazität von 300 Megawatt haben soll. Sie soll bis zu 5,6 Tonnen Wasserstoff pro Stunde produzieren können. Der Transport von Lingen nach Leuna soll über das noch aufzubauende Wasserstoff-Kernnetz erfolgen, also über Pipelines. Damit immer genug Wasserstoff geliefert werden kann, will RWE das Gas in einem eigenen Wasserstoffspeicher im westfälischen Gronau zwischenspeichern.

München (dpa/lby) *08:21 Uhr – Gewinn und Umsatz bei Wacker Chemie brechen ein

Wacker Chemie hat ein schwieriges Jahr mit sinkenden Umsätzen und wegbrechenden Gewinnen hinter sich. Der Münchner Konzern, dessen wichtigste Produktionsanlage im oberbayerischen Burghausen steht, litt unter schwacher Nachfrage und teilweise sinkenden Preisen. So ging der Umsatz um 11 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zurück, der Gewinn brach um 20 Prozent auf 261 Millionen Euro ein. Unter anderem das Geschäft mit Rohstoffen für Solaranlagen lief schlecht. Überkapazitäten in China drückten auf die Preise. «Hier haben zudem Diskussionen um Anti-Dumping-Zölle der USA gegen Solarprodukt-Importe aus Südost-Asien zu erheblichen Verunsicherungen in den Märkten geführt», sagte Vorstandschef Christian Hartel. Das Geschäft mit hochreinem Polysilizium für Halbleiter habe sich dagegen «sehr gut» entwickelt. «Hier sind wir globaler Marktführer und bauen sowohl unsere Fähigkeiten als auch unsere Kapazitäten weiter aus», sagte der Konzernchef.

Auch im klassischen Chemiebereich mit Produkten unter anderem für die Bau- und Automobilindustrie gab es Gegenwind. Viele Kunden hätten die Produktion gedrosselt, sagte Hartel. In diesem Umfeld habe sich Wacker aber gut geschlagen. Und in der Biotechnologiesparte stiegen Umsatz und Ergebnis - sie ist allerdings auch der kleinste Geschäftsbereich des Konzerns.

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