Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Rolle rückwärts: BASF verkauft Anteile an Vattenfall-Offshore-Projekt zurück

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18.03.2025

Leipzig (dpa) *17:14 Uhr – Pilotanlage für erneuerbares Methan in Betrieb genommen

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig erprobt in einer Pilotanlage die Herstellung von erneuerbarem Methan aus Stroh, Gülle und städtischen Bioabfällen. Das E-Methan kann im Anschluss zu LNG verflüssigt werden und als klimafreundlicher Erdgasersatz dienen. Die rund sechs Millionen Euro teure Anlage wurde vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Erneuerbare Kraftstoffe seien im Verkehrssektor eine Alternative, auf die man auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht verzichten könne, sagte Sven Halldorn, Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium. Der Schwerlastverkehr sowie der Luft- und Schiffsverkehr ließen sich nur schwer elektrifizieren. Für diese Bereiche seien klimaneutrale Kraftstoffe enorm wichtig.

Die Forscher in Leipzig sammeln Daten zur Gewinnung von E-Methan aus Biomasse. Dafür wird zunächst aus Gülle, Stroh sowie in einer zweiten Projektphase aus städtischen Bioabfällen Biogas gewonnen. Dabei entsteht auch CO2, das in der Anlage anschließend in einer Reaktion mit Wasserstoff in Methan umgewandelt wird. Die Idee ist, dass Firmen die Erkenntnisse der Wissenschaftler für ihre eigenen Anlagen nutzen.

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum wurde 2008 gegründet. Inzwischen sei es die zentrale die Bundesforschungseinrichtung zur Verwertung von Biomasse in Deutschland, sagte Geschäftsführer Michael Nelles. Rund 250 Menschen arbeiten in dem Forschungszentrum.

Frankfurt (dpa/lhe) *13:09 Uhr – Umsatz der hessischen Chemie bricht ein – Pharma wächst

Die hessische Chemiebranche kämpft inmitten der Wirtschaftskrise mit einem Umsatzeinbruch. Im vergangenen Jahr sank der Erlös um 11 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro, während die Produktion nochmals um gut zwei Prozent nachgab. «Die Alarmzeichen stehen weiterhin auf Rot», sagte Oliver Coenenberg, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbands Hessen-Chemie. Seit 2021 sei die Produktion um 28 Prozent eingebrochen.

Die Folgen seien gravierend: «Investitionen werden zurückgefahren, Produktionskapazitäten gedrosselt und Arbeitsplätze abgebaut.» Gut 90 Prozent der Branchenfirmen erwarteten erst 2026 eine deutliche Erholung ihrer Geschäfte, sagte Coenenberg mit Blick auf eine Verbandsumfrage.

Während die klassische Chemie tief in der Krise steckt, kann die Pharma-Industrie zulegen - obwohl der Boom rund um Corona-Impfstoffe abgeebbt ist. Der Pharma-Umsatz wuchs 2024 um 8 Prozent auf gut 18 Milliarden Euro, die Produktion legte um 1,5 Prozent zu. Allerdings könnten Zollkonflikte mit den USA schwere Folgen haben, warnte der Verband. Hessen exportiere Pharma-Erzeugnisse im Wert von rund drei Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.

Die Chemie- und Pharmabranche ist mit gut 56.00 Beschäftigten und einem Umsatz von insgesamt 31,3 Milliarden Euro größter industrieller Arbeitgeber in Hessen. Dank der Pharma-Zuwächse sank die Zahl der Mitarbeiter 2024 nur leicht. Zudem entstand die Rekordzahl von gut

1.700 Ausbildungsplätzen.

Kritik übten Hessen-Chemie und der Branchenverband VCI am geplanten Milliarden-Finanzpaket von Union, SPD und Grünen. Zwar sei der Fokus auf Verteidigung und den Ausbau der Infrastruktur richtig. «Es braucht jetzt aber mehr als schuldenfinanzierte Programme», sagte Coenenberg. Nötig sei vor allem eine Begrenzung der Sozialabgaben, um den Standort wieder zu stärken. Die künftige Bundesregierung müsse zudem Energiekosten senken, Genehmigungsverfahren beschleunigen und Arbeitszeiten flexibilisieren.

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