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Füllstandmesstechnik und Überfüllsicherung Motoren- und Industrieöleproduktion – Läuft wie geschmiert

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp* / Wolfgang Ernhofer

Einem neuen Mineralölwerk gelingt die Gratwanderung zwischen hoher Flexibilität und effizienter Produktion. In der Abfüll- und Produktionsanlage werden über 500 verschiedene Öle produziert. Für die Sicherheit in den Tanks und Anlagen, aber auch für die genauere Disposition von Rohstoffen, sorgen mehr als 200 Füllstandsensoren.

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Jeder Tank ist mit einer kontinuierlichen Füllstandmessung in Kombination mit Überfüllsicherung ausgestattet.
Jeder Tank ist mit einer kontinuierlichen Füllstandmessung in Kombination mit Überfüllsicherung ausgestattet.
(Bild: Vega)

Auf rund 82 000 m2 sind knapp 225 Tanks, 32 Mischkessel und sechs Abfüllanlagen, die alle über Rohrleitungen verbunden sind. Anlagenbau auf die Schnelle: Innerhalb von acht Monaten hat das Unternehmen Rowe Mineralölwerke in Worms ein Produktionswerk für Motoren- und Industrieöle, Hochleistungsschmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und andere Schmierstoffe errichtet. Um höchstmögliche Sicherheit bei gleichzeitiger Flexibilität zu erreichen, waren neben den 65 km Rohrleitungen auch rund 250 Pumpen und 2800 Ventile sowie Schlauchkupplungsstationen zu installieren. Damit lassen sich rund 500 Einzelprodukte in definierter Qualität herstellen und kundenspezifisch abfüllen.

Im März 2013 übernahm die Firma Göhler aus Hösbach die Planung; die Umsetzung startete sechs Monate später. Die Produktion der ersten Öle wurde auf das erste Quartal 2014 festgelegt. Bei der Produktion sollte Vermischung so spät wie möglich geschehen, um Cross-Kontaminationen zu vermeiden. Gleichzeitig sollte der Aufwand für die Reinigung von Rohrleitungen und Mischbehältern so niedrig wie möglich sein. Auf den ersten Blick beeindruckt vor allem die Vielzahl an Rohrleitungen, viel entscheidender ist aber, wie diese miteinander verschaltet sind. Mithilfe eines Prozessleitsystems und via Profibus wird jeder Schritt überwacht.

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Die Grundöle und Additive werden zunächst per Tankwagen angeliefert und in die oberirdisch stehenden Mehrkammer-Rechtecktanks eingelagert. An dieser Stelle kommen auch die Sensoren ins Spiel: In jedem Tank wird der Füllstand kontinuierlich überwacht, ergänzt durch eine separate Überfüllsicherung. Die gesamte Anlage erfüllt u.a. die Anforderungen durch das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der VAwS (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen), aber noch viele weitere, wie die Technischen Regeln für wassergefährdende Stoffe (TRwS) oder für Betriebssicherheit (TRBS).

Je nach Rezeptur werden die Rohstoffe in die Mischkessel gefördert und vermischt. Das Besondere: Jedes Additiv kann jedem Tank zugegeben werden. Danach werden sie in Tankwagen verladen oder in Gebinde umgefüllt. Für diese Abfüllung gibt es drei Möglichkeiten: Für große Mengen steht eine Abfüllung für IBCs bereit. Kleinere Gebinde, wie Kanister oder Dosen werden in einer zweiten Halle abgefüllt; für die kundenspezifische Abfüllung steht ein dritter Bereich zur Verfügung.

Schnelle Inbetriebnahme

Ebenfalls beeindruckend ist die Armada an Füllstandmessgeräten. Vega lieferte hier für alle 225 Tanks eine kontinuierliche Füllstandmessung in Kombination mit einer Überfüllsicherung. Die kontinuierliche Messung wird für die Rohstoffdisposition oder auch für die Inventur herangezogen.

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