Klärschlamm-Behandlung

Moderne Verfahren zur Klärschlamm-Behandlung bieten Alternativen zur klassischen Verbrennung

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Klärschlammentsorgung mit HTC

Die entstehenden Kosten bei der klassischen Entsorgung von Klärschlamm sind enorm: Die Gesamtkosten inklusive der Kosten für Entwässerung und Transport liegen zwischen 120 und 375 Euro je Tonne TS bei der landwirtschaftlichen Ausbringung und zwischen 180 und 400 Euro je Tonne TS bei der thermischen Klärschlamm-Monoverbrennung.

Die hohen Kosten resultieren maßgeblich aus dem hohen Wassergehalt des Klärschlamms, seinem damit verbundenen geringen Heizwert und seinen schlechten Entwässerungseigenschaften. Diese Kostenstruktur wird sich voraussichtlich in den nächsten Jahren noch verschärfen, da das Aufbringen von Klärschlamm auf Flächen des ökologischen Landbaus verboten ist und auch das Aufbringen auf andere landwirtschaftliche Flächen in der Diskussion steht. EU-weit müssen aktuell etwa neun Millionen Tonnen (TS) Klärschlamm jährlich entsorgt werden.

Mithilfe der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln. HTC ist ein Verfahren, bei dem Biomasse in wässriger Suspension bei Temperaturen zwischen 180 und 250 ºC und erhöhtem Druck, d.h. im geschlossenen System, in Biokohle (HTC-Kohle) überführt wird. Die Biokohle liefert Energie und eröffnet neue Möglichkeiten, Kohlenstoff zu binden und im Boden zu speichern.

Erstes Patent erteilt

Der thermochemische Prozess, bei dem die in der Natur mehrere Millionen Jahre dauernde Entstehung von Braunkohle auf wenige Stunden im Reaktor zusammenschrumpft, wurde bereits 1913 entdeckt, erlebte aber in den letzten Jahren eine Renaissance. Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) wird das Verfahren derzeit optimiert und seine Anwendbarkeit zum Entfernen von Schadstoffen untersucht. Ein erstes Patent für die HTC im Tiefschachtreaktor gekoppelt mit einer nasschemischen Oxidation hat das Europäische Patentamt bereits erteilt.

CS-HTC90-Anlagen von Carbon Solutions wandeln Klärschlämme in 90 Minuten in eine Kohleslurry, die sich – im Gegensatz zum ursprünglichen Schlamm – rein mechanisch und ohne Zusätze auf etwa 70 % TS entwässern lässt. Der Anbieter spricht von einer Reduktion der ursprünglichen Klärschlammmenge auf etwa ein Viertel Klärschlammkohle und einem positiven Heizwert der Kohlepresslinge. Der Flächenbedarf sei gering, deshalb lasse sich die Anlage gut in der bestehenden Kläranlage integrieren.

Wie sich Mikroben-Energie zur Klärschlammtrocknung nutzen lässt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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