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Digitale Sicherheit Mitarbeiter sind die Schwachstelle von Sicherheitsstrategien in Unternehmen

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Cyber-Angriffe verursachen immer wieder immense Schäden in der deutschen Wirtschaft aber auch bei Behörden und Organisationen. Dennoch ist das Thema auch weiterhin nicht voll in den Sicherheitsstrategien einzelner Unternehmen verankert. Dies zeigt eine von Command Control in Auftrag gegebene Befragung. Was die Umfrage unter 300 Entscheidern sonst noch an Erkenntnissen liefert, lesen Sie bei uns.

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Mitarbeiter sind Top-Risiko beim Thema Cyberkriminalität.
Mitarbeiter sind Top-Risiko beim Thema Cyberkriminalität.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

München – Fast zwei Drittel der Cybersicherheitsentscheider in Deutschland bewerten die eigenen Mitarbeiter als Schwachpunkt ihrer Sicherheitsstrategie. Dabei räumen sie eigene Versäumnisse ein: So hält ein Drittel die Belegschaft nicht ausreichend über aktuelle Cyberrisiken auf dem Laufenden. 42 Prozent verzichten zudem darauf, ihre Belegschaft konsequent für digitale Gefahren auf Geschäftsreisen zu sensibilisieren. 31 Prozent sagen sogar, dass die Mitarbeiter bisher überhaupt keine Rolle in der Sicherheitsstrategie ihres Unternehmens spielen. Das sind Zahlen aus dem Command Control Cybersecurity-Index 2020, für den im Auftrag der Command Control (3. & 4. März 2020 in München) 300 deutsche Sicherheitsentscheider befragt wurden.

Die lückenhafte Einbindung der Mitarbeiter in die digitale Unternehmenssicherheit steht in gefährlichem Widerspruch zur aktuellen Risikolage: 76 Prozent der Sicherheitsentscheider sehen in Spionage und Datenverlust durch Trojaner eine große Gefahr. Die Cybersicherheitsbehörde des Bundes (BSI) bestätigt diese Einschätzung und hat kürzlich erneut eindrücklich vor der Schadsoftware EMOTET gewarnt, die häufig mithilfe gefälschter E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten in Unternehmensnetze eingeschleust wird. „Die Angreifer setzen bei Attacken mit Verschlüsselungstrojanern verstärkt auf soziale Interaktion – also das Mitwirken von Mitarbeitern in den Unternehmen“, kommentiert Katharina Keupp, Projektleiterin der Command Control bei der Messe München. „Dieser Trend erfordert eine ganz neue Cyber-Resilience von den Unternehmen. Unter anderem gilt es, kontinuierlich Präventionsarbeit zu betreiben und ein angemessenes Bewusstsein für Cyberrisiken in der Belegschaft zu erzeugen.“

In vielen Unternehmen erschweren veraltete Strukturen die bessere Einbindung der Mitarbeiter: 59 Prozent der Entscheider sagen, dass die siloartige Struktur ihres Unternehmens – also die wenig koordinierte und teilweise sogar kaum vorhandene Zusammenarbeit der Abteilungen – ein Bremser für Cybersicherheit ist. Der Löwenanteil der Unternehmen hat aber die Absicht, daran etwas zu ändern. So sagen 84 Prozent der Befragten, dass sie in ihrem Unternehmen eine Kultur der Cyber-Resilience durch die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter fördern möchten. 86 Prozent der Entscheider sehen ihre Belegschaft aber auch in der Bringschuld und fordern, dass die Mitarbeiter das klassische Abteilungsdenken sprengen und beim Thema Cybersicherheit eng zusammenarbeiten.

Weitere interessante Beiträge zum Thema Cyber-Security in der Prozessindustrie:

Wie sich die neuen Anforderungen an Cybersicherheit in der Praxis umsetzen lassen, diskutieren am 3. und 4. März über 1.500 Cybersicherheitsentscheider wie CISOs, CIOs, Geschäftsführer, Risk-Manager und Datenschutzbeauftragte auf der zweiten Auflage der Command Control in München. Weitere Informationen zu dem Summit finden Sie auf der Seite zum Event.

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