Rhetorik

Mit 10 Tipps eine spannende Rede schwingen

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Die Zuhörer persönlich ansprechen

Ein guter Redner kommuniziert mit seinen Zuhörern – unter anderem, indem er häufig Blickkontakt mit dem Publikum sucht. Deshalb sollten Sie Ihre Rede so frei wie möglich vortragen. Sprechen Sie die Zuhörer immer wieder persönlich an. Aber nicht, indem Sie in jeden dritten Satz die Floskel „Meine sehr verehrten Damen und Herren“ einstreuen. Fragen Sie die Zuhörer lieber zum Beispiel rhetorisch „Denken Sie auch manchmal ...?“ oder „Geht es Ihnen wie mir ...?“. Und integrieren Sie in die Rede Beispiele aus der Erfahrungswelt der Zuhörer. Auch ein Schuss Humor und Selbstironie schadet nie.

Je kürzer Ihre Rede ist, umso besser ist sie meist. Eine Rede auf einer Weihnachtsfeier sollte nicht länger als zehn, maximal fünfzehn Minuten dauern. Länger dauert auch die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin im Fernsehen nicht.

Auf wenige Kernbotschaften konzentrieren

Eine Rede sollte höchstens drei Kernbotschaften enthalten. Also zum Beispiel: Die Arbeitsplätze sind sicher. Unsere Firma blickt einer rosigen Zukunft entgegen. Und: Dass es ihr so gut geht, verdanken wir dem Einsatz aller Mitarbeiter.

Für das inhaltliche Planen einer Rede empfiehlt sich die Mindmapping-Methode. Schreiben Sie in die Mitte eines Blatts das Thema oder den Anlass der Rede. Zum Beispiel: Weihnachtsfeier 2011 oder Strategie 2012. Zeichen Sie ausgehend von diesem Zentrum Linien und notieren Sie entlang dieser Linien alles, was Ihnen zum Thema einfällt. Zum Beispiel: „Umsatzentwicklung“, „Dank an Mitarbeiter“, „Neue Produkte“. Notieren Sie danach entlang von Seitenarmen dieser Linien alles, was Ihnen hierzu einfällt. So bekommen Sie schnell einen Überblick über die möglichen Inhalte der Rede. Und wenn es zu viel wird? Dann können Sie problemlos einige Seitenarme streichen.

Knackig einsteigen, feurig enden

Besonders sorgfältig sollten Sie den Beginn und Schluss Ihrer Rede planen. Denn wie aufmerksam das Publikum zuhört, hängt weitgehend vom Einstieg ab. Starten Sie zum Beispiel mit einer Anekdote. Oder einem Witz. Ein gelungener Einstieg lässt das Publikum aufhorchen. Danach sollte Ihre Rede auf ein großes Finale hinstreben, das dem Publikum im Gedächtnis bleibt – wie bei einem Feuerwerk.

Benutzen Sie kurze Sätze. Schachtelsätze sind schnell unverständlich. Sie beinhalten zudem die Gefahr, dass Sie sich verheddern. Oft ist dann bei ungeübten Rednern auch der Rest der Rede gelaufen. Sie werden nervös und verhaspeln sich immer häufiger – bis das Publikum nur noch auf den nächsten Versprecher wartet.

Sicherheit als Redner gewinnen Sie vor allem durch eine gute Vorbereitung. Üben Sie Ihre Rede laut. Insbesondere den Einstieg, das Ende sowie die Übergänge zwischen den einzelnen Passagen sollten Sie so lange üben, bis Sie diese im Schlaf aufsagen können. Und noch ein Tipp: Stoppen Sie beim Üben die Dauer Ihrer Rede. Dann merken Sie, wann es Zeit wird, das Bufett zu eröffnen.

Ingo Vogel, Esslingen, ist Verkaufstrainer und Experte für emotionale Verkaufsrhetorik.

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