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IH-Einkauf bei der Tochter
Dass Outsourcing nicht unbedingt der Einkauf bei ‚fremden’ IH-Dienstleistern bedeutet, zeigt das Beispiel Lanxess: Denn die IH-Leistungen werden von der 2007 gegründeten Lanxess-Tochter Aliseca als präferiertem Dienstleister erbracht – hier wurden die ehemals Technischen Services der Lanxess zusammengeführt. Nur im Bedarfsfall werden Leistungen im Bereich RAM (Rohr-/Apparate-Montage), TBG (Technische Baugewerke) und EMSR-Montage extern zugekauft. David Addo, Leitung Aliseca Maintenance LEV, sagt: “Grundsätzlich sind reaktive und Know-how-lastige Leistungen einschließlich der Tätigkeiten, die detaillierte Orts- und Anlagenkenntnisse voraussetzen, Kernelemente der Instandhaltung. Diese sind zur Sicherstellung der technischen Anlagenverfügbarkeit so entscheidend, dass darauf Inhouse zurückgegriffen werden muss. Alle anderen IH-Leistungen, die diesem Prinzip nicht im Wege stehen, werden bevorzugt extern eingekauft.“
Übernahme der IH-Spezialisten
Auch das komplette Outsourcing ist keineswegs ‚out’, wie dieses Beispiel zeigt: Die Bilfinger Berger Industrial Services Swiss, ein Unternehmen der BIS Group, hat zum 1. August 2010 die Instandhaltungsdienstleistungen, den Plant Support und das Engineering für das Schweizer Pharmaunternehmen Siegfried in Zofingen übernommen. Zudem geht die Chemie-Wehrschule an BIS Swiss über. Das Projekt hat über eine Laufzeit von fünf Jahren ein Gesamtvolumen von rund 50 Millionen Euro und ist mit der Übernahme von rund 50 Beschäftigten der Wehrschule verbunden.
Ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Outsourcing: Die Deutsche Infineum in Köln betreibt Anlagen zur Herstellung von Fließverbesserern für Dieselkraftstoff sowie Polymeren als Träger für Schmierstoffadditive – und hat die Infraserv Knapsack als Generalkontraktor für die meisten Instandhaltungsgewerke beauftragt. Nach gut einem Jahr Zusammenarbeit zieht Andreas Hähnsen, Maintenance Manager der Deutschen Infineum, ein erstes Fazit: „Infraserv Knapsack kennt sich aus mit den chemietypischen Problemen, unsere Ansprechpartner wissen ohne lange Erklärungen, worum es geht. Wir haben einen sehr ordentlichen und sicheren Übergang hinbekommen und sind auf dem Zielkurs, den wir uns selbst vorgegeben haben.“ Ziel der Deutschen Infineum ist es, Instandhaltungsaufgaben gebündelt von einem Dienstleister ausführen zu lassen, damit sich die eigene Mannschaft verstärkt auf ihre Kernkompetenz konzentrieren kann – neben den Kosten das zweite klassische Argument für ein Outsourcing.
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