Instandhaltung

Instandhaltung: Eine Branche im Umbruch?

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Outsourcing versus Insourcing

Wacker Chemie investiert in die Instandhaltung jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Fremd-/Eigenstrategie wird jährlich überprüft und angepasst. Bei Änderung des Dienstleistungsvolumens, z.B. durch Erhöhung oder Reduzierung der Investitionsvorhaben, werde der Fremdanteil natürlich angepasst, erläutert Günther Reithmeier, Leiter Technische Serviceleistungen im Zentralbereich Ingenieurtechnik. So weit wie möglich nutzt Wacker dabei standardisierte Dienstleistungsverzeichnisse. Günther Reithmeier: „Dienstleistungen, die wenig chemiespezifisch sind und somit kein Firmen-Know-how tangieren und die durch einen externen Spezialisten billiger zu erbringen sind, werden bis auf die Beauftragungs-, Vergabe- und Überwachungskompetenz zu 100 Prozent ausgelagert.“ Als Beispiele nennt er Isolierarbeiten, den Korrosionsschutz, Gerüstbau, Rohrleitungsmontagen, EMR-Montagen, Baugewerke, Transportleistungen und Kranarbeiten. „Bei anderen technischen Dienstleistungen, die eine höhere Chemie- und VT-Kompetenz erfordern, werden nur gewisse Aufgabensegmente vergeben. Dazu wird für jede Dienstleistung eine Eigen-/Fremdstrategie festgelegt.“

Gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen einem Heimat- und Auslandsstandort? Die Vorgehensweise hänge weniger von der Frage In- oder Ausland ab, als von der Größe des jeweiligen Standortes. An kleineren Standorten müsse mehr zugekauft werden bzw. werde mehr mit Full-Service-Verträgen gearbeitet, so Reithmeier.

Die Standorte des Spezialchemie-Unternehmens Süd-Chemie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe, Produkte und Produktionsprozesse und entsprechend ihrer Anlagenausstattung. Das bedeutet: Süd-Chemie passt ihre IH-Strategie an die Gegebenheiten der Standorte an: „Allerdings achten wir als ein allgemeines Grundmuster schon darauf, dass wir auch bei der Instandhaltung die Kernkompetenz für unsere Prozesse im Hause behalten,“ betont der Süd-Chemie-Sprecher Jochen Orlowski. Je nach Standort liege das Instandhaltungs-Budget bei rund drei bis sechs Prozent des Bruttosachanlagevermögens. Die externen IH-Leistungen erreichen zwischen 10 und 20 Prozent des jeweils standortabhängigen IH-Budgets. Orlowski: „Wir decken die IH weitestgehend intern ab und rekrutieren nur für die Belastungsspitzen und Großprojekte externe Dienstleister.“

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