Digital Plant Kongress 2013 "In Funktionen denken, nicht in Komponenten!"

Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Wolfgang Ernhofer

180 Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Prozessindustrie, IT, Anlagenbau, Anlagenplanung, Anlagenkonstruktion und Instandhaltung suchen im Vogel Convention Center in Würzburg Antworten auf zentrale Fragen...

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Im VCC in Würzburg treffen sich Experten- und Anwender beim Digital Plant Kongress für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Prozessindustrie, IT, Anlagenbau, Anlagenplanung, Anlagenkonstruktion und Instandhaltung, um über Trends und Entwicklungen in der digitalen Anlage zu diskutieren.
Im VCC in Würzburg treffen sich Experten- und Anwender beim Digital Plant Kongress für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Prozessindustrie, IT, Anlagenbau, Anlagenplanung, Anlagenkonstruktion und Instandhaltung, um über Trends und Entwicklungen in der digitalen Anlage zu diskutieren.
(Bild: Ernhofer/PROCESS)

Würzburg – Wie ist es möglich, Planungsprozesse in den Prozessindustrien noch effizienter und noch kostengünstiger zu gestalten - alles vor dem Hintergrund des immer härteren globalen Wettbewerbs und immer kürzerer Projektzeiten? Denn weil niemand zu sagen vermag, wie sich die nationale oder die internationale Konjunktur entwickeln wird, muss eine neue Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten realisiert werden - mehr Zeit gibt das Management zumeist nicht. Auch die demographische Entwicklung fordert neue Denkansätze im Engineering.

Gibt es dazu einen Königsweg? Sicher nicht den einen. Aber es gibt Lösungsansätze, wie der erste Tag des Digital Plant Kongresses zeigte. Im Zentrum steht dabei die Forderung nach einer stärkeren Standardisierung, von Planungsabläufen ebenso wie von Baugruppen. "Standards sind kondensiertes Wissen", sagte ein Referent.

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In Funktionen denken

Alle abzusehenden Trends und Entwicklungen 'schreien' geradezu nach einer Standardisierung, hieß es. Wobei der eine oder andere Teilnehmer den Begriff 'Standardisierung' gern ablösen würde und lieber von 'Funktionen' sprechen möchte: "Wir müssen bei Planungsprozessen dazu übergehen, in Funktionen wie Kühlung und Entlüftung zu denken, weniger in Komponenten wie Behälter, Pumpen und Kompressoren," lautete die Forderung.

Die Vorteile sind vielfältig: Standards (Funktionen) beschleunigen die Planung und sie erhöhen deren Qualität, weil sie hilft, Fehler zu vermeiden. Nicht zuletzt kann auch der jüngere Ingenieur-Absolvent schneller aktiv in ein Planungsprojekt einbezogen werden.

Mehr Administratoren benötigt

Wer mit Standards arbeitet, muss aber bei allen Vorteilen sicherstellen, dass jemand diese Standards dokumentiert und auch pflegt. "Wir werden in Zukunft mehr Administratoren zur Verwaltung von Standards beschäftigen müssen," war zu hören. Auch diese Fragen sind zu beantworten: Wie kann das Unternehmen sicher stellen, dass die festgelegten und hinterlegten Funktionen beim Umstieg auf neue Planungs-Tools korrekt migriert werden? Wie also stellt man sicher, dass das mühsam generierte Know-how nicht ins digitale Nirwana verschwindet?

Anlagenplanung per Knopfdruck bleibt Vision

Fazit des ersten Tages: Standards sind wichtig. Aber man darf nicht die Augen verschließen vor der Tatsache, dass Engineering in der Prozessindustrie eine komplexe Angelegenheit ist - Standards stoßen bisweilen an Grenzen, wenn besondere Flexibilität gefragt ist. Und zu bedenken ist auch, dass es unterschiedliche Sichten auf ein Projekt gibt, auch unterschiedliche Anforderungen an die Detaillierung.

Viele der anwesenden Planer werden mit Genugtuung festgestellt haben: Das Engineering komplexer Anlagen der Prozessindustrie ist ohne vertieftes Ingenieur-Know-how weiterhin nicht möglich. Anlagenplanung per Knopfdruck bleibt eine Vision.

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