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„IT wird sich in Zukunft mehr und mehr für die Industrieautomation interessieren“
Das heißt aber nicht, dass die Prozessautomatisierer nichts mehr zu sagen hätten. Im Gegenteil: Nach Meinung von Klettner sollte man das Know-how und die Innovation aus der IT nutzen und dabei seine eigenen Interessen, etwa in Bezug auf Standards, selbstbewusst durchsetzen. „Die IT wird sich in Zukunft mehr und mehr für die Industrieautomation interessieren. Gleichzeitig setzen wir in der Automatisierungstechnik größtenteils IT basierte Kommunikationstechnologien ein. Wir müssen also frühzeitig die Interessen der Automatisierungstechnik einbringen“, fordert Klettner, der als negatives Beispiel die aktuellen Aktivitäten in der Regulierung des 2,4-GHz-Bandes innerhalb der ETSI EN 300 328 nennt.
Das in der Automatisierungstechnik genutzte 2,4-GHz-Band wird bezüglich Zeitverhalten durch die EN 300 328 v1.8.1 ab dem 1.1.2015 reglementiert. Dies führt zu einem Konflikt mit den deterministischen Anforderungen der Automatisierungstechnik. Die Namur hat hier frühzeitig eingegriffen und wird in Zukunft eine stärkere Verankerung der Automatisierungsinteressen unterstützen.
Auch für das industrielle Internet formiert sich ein neues Konsortium mit Cisco, einem der führenden Netzwerkspezialisten, At & T, GE, IBM und Intel. Da diese Unternehmen über wesentlich mehr Marktmacht als hiesige Automatisierungsunternehmen verfügen, ist es angeraten, auch auf diese Mitspieler zu achten. „Die IT wird künftig die Standardisierung von Kommunikationstechnologien bis in die Feldebene mitgestalten“, so Klettner.
Fazit
Fest steht: Die IT und die Automatisierungstechnik werden weiter zusammenwachsen. Von vielen Entwicklungen profitieren auch die Prozessautomatisierer. Der Einsatz von IT in der Automatisierung erfordert jedoch neue Ansätze. So kommen in der industriellen Kommunikationstechnik fast ausschließlich IT-Technologien zum Einsatz. Dies bedingt z.B. eine kontinuierliche Anpassung der Automatisierungs-Security-Konzepte. Aufgrund der vielen Synergien plädiert Klettner für einen pragmatischen Weg: „Wir sollten nicht immer nur auf die Unterschiede schauen, sondern die Gemeinsamkeiten der Branchen nutzen.“
* * Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.
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