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Weitere Voraussetzungen für den breiten Einsatz sind entsprechende Bedienoberflächen. So muss bei der Gestaltung von mobilen Automationslösungen der gesamte Prozess betrachtet werden. So muss sich eine Leitsystem-Ansicht auf einem Großbildschirm so auf einen Sieben-Zoll-Bildschirm übertragen lassen, dass dem Anwender genau die Informationen zur Verfügung stehen, die er benötigt. Hier ist die richtige Datenreferenzierung enorm wichtig. Generell gilt: die Systemkomplexität muss im Hintergrund bleiben. Auf Dauer werden sich nur serviceorientierte und betriebssystemunabhängige Systemarchitekturen durchsetzen.
Widersprechen möchte Klettner der gängigen Meinung, dass mobile Technologien nur von der jungen Generation eingesetzt werden. Die Nutzerakzeptanz hat aus seiner Erfahrung nichts mit dem Alter zu tun: „Wir haben Mitarbeiter kurz vor dem Renteneinstieg, die begeistert mit den neuen Technologien ins Feld ziehen.“ Ein Erfolgsfaktor ist eine frühzeitige Miteinbeziehung der Mitarbeiter beim Design von mobilen Anwendungen.
Am Ludwigshafener Standort sind etwa zehn Betriebe mit mobilen Technologien ausgestattet, für die mobile Instandhaltung stehen in einem Pilotprojekt rund 200 Geräte zur Verfügung. Weitere Implementierungen sind in Planung. Um die Nutzerakzeptanz weiter zu fördern und einen effizienten Betrieb zu gewährleisten, können zukünftig Mitarbeiter nach einem vordefinierten Rollenkonzept Anwendungen nach Vorbild eines kommerziellen App Stores über einen BASF-internen Automation App Store herunterladen. Somit können auch künftige mobile Automationslösungen leicht zur Verfügung gestellt werden.
Neue Realitäten entdecken
Durch neue Technologien wie Augmented Reality ergeben sich weitere Möglichkeiten für rollen-, orts- und situationsspezifische Anzeigen von Informationen. Aufgrund der rasanten Entwicklung von tragbaren Komponenten, den sogenannten Wearables (z.B. Smart Glasses), wird es künftig möglich sein, diese Informationen in die persönliche Schutzbrille der Mitarbeiter einzublenden. Der unschlagbare Vorteil: Die Hände sind frei und der Mitarbeiter bekommt die Informationen direkt in sein Sichtfeld eingeblendet. Generell sind Konzepte der Augmented Reality vor dem Hintergrund interessant, dass Mitarbeiter ein zunehmend größeres Areal kontrollieren müssen, das sie nicht so gut kennen. Beispielsweise im Rahmen von betriebsübergreifenden Spezialistenpools.
Die aktuellen Produkte haben sicherlich noch nicht die Marktreife für einen konkreten Einsatz in der Prozessindustrie. Man sollte die Entwicklung jedoch auf dem Schirm behalten, um frühzeitig die Voraussetzungen für einen Einsatz zu schaffen. Um den Einsatz von mobilen Technologien in der Automatisierungstechnik effizient zu gestalten, muss eine sichere und transparente Infrastruktur geschaffen werden. Dabei gibt es eine klare Rollenverteilung: Vorreiter ist die Consumer IT, die Automatisierungstechnik ist Nutznießer.
Haben Prozessautomatisierer jetzt nichts mehr zu sagen? Im Gegenteil! Einfach weiterlesen ...
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