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Schüttguttechnik SPECIAL

Hier staubt nichts

| Autor/ Redakteur: Redaktion PROCESS / Redaktion PROCESS

Hydrophile, pyrogene Kieselsäure ist ein Schüttgut mit sehr geringer Dichte und wird in zahlreichen Prozess-Industrien eingesetzt. Frewitt hat sich intensiv mit den speziellen Anforderungen dieses Produktes an das Schüttguthandling auseinander gesetzt und eine Desagglomerier- und Abfüllanlage dafür entwickelt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Hydrophile, pyrogene Kieselsäure ist ein Schüttgut mit sehr geringer Dichte und wird in zahlreichen Prozess-Industrien eingesetzt. Frewitt hat sich intensiv mit den speziellen Anforderungen dieses Produktes an das Schüttguthandling auseinander gesetzt und eine Desagglomerier- und Abfüllanlage dafür entwickelt.

Pyrogene Kieselsäure findet in der Industrie verschiedenste Anwendungen. Beispielsweise dient sie als Fließregulierungsmittel zur Verbesserung der Fließ- und Packungseigenschaften von Pulvern, zur Verbesserung der Lager- und Temperaturstabilität von halbfesten und flüssigen Arzneiformen, zur Verbesserung der Rieselfähigkeit von Pulvern, als Anti-Absetzmittel in Lacken sowie zur Pigmentstabilisierung und zur Erhöhung der Korrosionsschutzwirkung. Für die Verwendung muss pyrogene Kieselsäure, wie sie z.B. Degussa unter dem Markennamen Aerosil anbietet, desagglomeriert und präzise abgewogen werden.

Die Anwender machen dabei aber oft die Erfahrung, dass diese Art Kieselsäure beim Handling ein ausgesprochen schwieriges Schüttgut ist. Frewitt hat eine Desagglomerier- und Abfüllanlage mit der In-Liner-Technologie entwickelt, die den Einsatz einfach und staubfrei macht und genau definierte Gewichtschargen liefert. Dieser Anlagentyp kann in jeden Prozess integriert und auch für andere pulverförmige Produkte mit ähnlichen Eigenschaften eingesetzt werden. Die Desagglomerier- und Abfüllanlage besteht im Wesentlichen aus:

  • Vakuumförderer mit Saugrohr, Behälter und Absperrventil,
  • Zwischentrichter,
  • konischer Siebmühle Typ TC-227,
  • Absperrklappe,
  • Befüllkopf ProFi-Liner (Endlos-Schlauch),
  • Bodenwaage ProFi-Scale,
  • elektrischer Steuerung (Ex-Ausführung).

Bisher musste das Produkt zur Desagglomerierung manuell aus den Papiersäcken in eine konische Siebmühle gegeben werden. Danach wurde die Chargenverwiegung erneut offen vorgenommen, um später die vordosierten Mengen der Rezeptur beifügen zu können. Aufgrund der sehr geringen Dichte und der statischen Aufladung des Produktes waren die beiden Schritte Desagglomerierung und Verwiegung in der Vergangenheit von einer starken Staubentwicklung begleitet. In der von Frewitt entwickelten Anlage geschieht alles in einer geschlossenen Atmosphäre, und keinerlei Staub findet den Weg in die Umgebung.

Das Produkt wird mittels eines Saugrohrs aus den Papiersäcken pneumatisch gesogen, und durch den Vakuumförderer wird eine Höhendifferenz von maximal rund fünf Metern überwunden. Der Vakuumförderer scheidet das Pulver in den Zwischentrichter, der direkt mit der konischen Siebmühle verbunden ist. Diese wird nicht nur für die Desagglomerierung des Pulvers, sondern auch für die genaue Dosierung in den ProFi-Liner benützt, der sich unterhalb der konischen Siebmühle befindet. Das Absperrorgan zwischen konischer Siebmühle und ProFi-Liner dient einzig als Absperrventil und Nachrieselschutz bei beendeter Dosierung.

So arbeitet die Anlage

Der ProFi-Liner ist vom Rest der Anlage entkoppelt und steht auf dem ProFi-Scale, der mit der elektrischen Steuerung der Anlage kommuniziert. Die durch das Produkt verdrängte Luft aus dem Endlos-Schlauch wird über ein Falschluft-Labyrinth abgesaugt. Bei beendeter Dosierung kann der Profi-Liner-Sack verschlossen werden, wobei aus dem Endlosprofil auch gleich der Boden des nächsten Sackes erzeugt wird. Die Anlage ist dadurch niemals nach außen offen, und kein Produktstaub kann aus der Anlage austreten. Bediener und Produkt werden optimal geschützt.

Die konische Siebmühle Typ TC, als Herz der Abfüllanlage, ist robust, kompakt und bedienerfreundlich konzipiert. Alle mit dem Schüttgut in Berührung kommenden Teile der TC wie der gesamten Anlage sind aus rostfreiem Stahl AISI-316L gefertigt, die Dichtungen sind aus FDA-konformem Kunststoff hergestellt. Innerhalb eines sehr präzisen konischen Siebes dreht ein zweiarmiger Rotor.

Das „Drei-Punkte-Siebmontagesystem“ hat einen garantierten Mindestabstand zwischen Rotor und Sieb von 0,4 mm und schließt damit eine mechanische Berührung aus. Auch bei einem Austausch der verschiedenen Siebtypen werden die eingestellten Parameter übernommen. Die Durchfluss-Leistungen hängen vom Produkt sowie der geforderten Granulometrie ab und betragen bis zu max. 3000 kg/h.

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