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Im Zentrum steht dabei die Normung bei IEC und ISO. Die neue Atex-Richtlinie 2014/34/EU des „New Legislative Framework (NLF)“ als Ersatz für die EU-Richtlinie 94/9/EG gründet sich deutlich mehr auf internationale Regeln, z.B. bei der Konformitätsbewertung und den Verfahren zur Anerkennung von Konformitätsbewertungsstellen. Die Nachfolgerechtsordnung der Betriebssicherheitsverordnung wird versuchen, die Unternehmensverantwortung weiter zu stärken und die Verwendung von Technischen Regeln bzw. die Bedeutung von (internationalen) Normungsdokumenten zunehmend in den Mittelpunkt zu stellen.
Erfahrung unentbehrlich
Was bedeutet das konkret für die betroffenen Unternehmen? Die sich stetig verändernde, komplexe Gesetzes- und Normenlandschaft auf dem Gebiet des Explosionsschutzes wirft viele Fragen hinsichtlich der gesetzlichen, technischen und organisatorischen Pflichten auf. Dazu gehören u.a. Themen wie die Zündquellenanalyse und -bewertung, die Gefährdungsbeurteilung, die Zoneneinteilung, das korrekt erstellte Explosionsschutzdokument sowie ausreichende Prüfungs- und Instandhaltungskonzepte von Ex-Anlagen.

Hinzu kommen grundlegende Fragen zum Umgang mit Fremdfirmen, überwachungsbedürftigen Anlagen und der Benennung „Befähigter Personen“ im Explosionsschutz. „Nur durch einen intensiven Erfahrungsaustausch in den zuständigen Gremien, wie z.B. der Namur und der DKE, sowie den internationalen Spiegelgremien können betroffene Unternehmen den Sachstand verfolgen und gleichzeitig Einfluss auf die weitere Entwicklung in Normung und Gesetzgebung nehmen“, sagt Christoph Thust, Leiter Technische Anlagensicherheit bei Evonik Industries.
Fazit
Nach 20 Jahren Atex-Regulierung ist ein noch nie dagewesener Sicherheitsstandard in den Mitgliedsstaaten der EU realisiert worden. Die Errungenschaften müssen jedoch die Grundlage für weitere internationale Harmonisierungen sein, um dieses bewährte Sicherheitsniveau in alle Teile der Welt zu transportieren. Es bestehen gute Chancen, dass dieses Ziel über internationale Organisationen wie die IEC, IECEx, ISO, die WTO und UN erreicht werden kann.
Die Zertifikate des internationalen IECEx-Systems, dem heute über 30 Mitgliedsländer angehören, werden bisher nur in Australien und Neuseeland gesetzlich anerkannt. Mit Blick in die Zukunft sieht Klotz-Engmann deswegen noch deutlichen Handlungsbedarf: „Weitere Staaten müssen diese Zertifikate für die Inverkehrbringung ex-geschützter Geräte akzeptieren, um international angewendete Regulierungen im Explosionsschutz zu ermöglichen.“
* * D. Markus und U. Klausmeyer arbeiten für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), C. Thust arbeitet für Evonik Industries AG, und G. Klotz-Engmann arbeitet für Endress+Hauser. Kontakt PTB: Tel. +49-531-5923510
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