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Funktionale Sicherheit: Die IEC 61511 Edition 2 kommt – was ändert sich?

| Autor / Redakteur: Fred Stay / Dr. Jörg Kempf

Anbieter wie Hima können Anlagenbetreibern nicht nur normgerechte Sicherheitslösungen liefern, sondern auch periodische Wiederholungsprüfungen sowie Verifikationen und die Überwachung der Leistungsfähigkeit erleichtern.
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Anbieter wie Hima können Anlagenbetreibern nicht nur normgerechte Sicherheitslösungen liefern, sondern auch periodische Wiederholungsprüfungen sowie Verifikationen und die Überwachung der Leistungsfähigkeit erleichtern. (Bild: Bild: © seamo, © fotomek - stock.adobe.com)

Anlagenbetreiber, Systemintegratoren und Dienstleister sind gemeinsam von der IEC 61511 Edition 2 betroffen. In Kürze soll diese nun in Deutschland übernommen werden. Der Beitrag bringt Sie auf den aktuellen Stand in Sachen Funktionale Sicherheit.

Aufgabe der funktionalen Sicherheit ist es, die Sicherheitsrisiken in Produktionsprozessen in der Prozessindustrie auf ein vertretbares Maß zu minimieren. Die Norm IEC 61511 für funktionale Sicherheit definiert klar, wie sich das Risiko bestmöglich reduzieren lässt. Dafür gibt sie einen konkreten Rahmen für Planung, Installation, Betrieb und Wartung von Sicherheitseinrichtungen vor. Die Edition 2 der IEC 61511 wurde im Februar 2016 veröffentlicht und durch ein Korrigendum im September 2016 ergänzt. In Kürze soll nun die Edition 2 in Deutschland übernommen werden.

Wen betreffen die Änderungen?

Die Norm IEC 61511 Edition 2 ist für diverse Gruppen, beispielsweise Anlagenbetreiber, Systemintegratoren und Dienstleister, relevant. In den genannten Personenkreisen ist der individuelle Kenntnisstand zu IEC 61511 im Allgemeinen und der Edition 2 im Speziellen durchaus unterschiedlich. Grundlegend ist festzustellen: Normen sind keine Gesetze, aber ihre Einhaltung ist nicht nur „Best Practice“ in der Industrie zur Vermeidung von Schadensfällen, sondern stellt auch eine erhebliche Rechtssicherheit im Hinblick auf mögliche Haftungsfälle dar, wenn etwa durch Unfälle Menschen, Anlagen und Umwelt zu Schaden kommen sollten.

Insgesamt stellt die Edition 2 keine Revolution, sondern eine konsequente Fortentwicklung des bisherigen Standards dar. Nach wie vor steht die systematische Integrität der Sicherheitseinrichtungen im Fokus, also die Vermeidung von systematischen Fehlern, die oft durch den „Faktor Mensch“ hervorgerufen werden. Was sich durch die Neufassung der Norm ändert, soll im Folgenden anhand von ausgewählten Schwerpunkten der IEC 61511 Edition 2 erklärt werden.

Änderungen im Sicherheitslebenszyklus

Functional Safety Management (FSM) und Kompetenzen: Die Edition 2 der IEC 61511 fordert ein Management der Funktionalen Sicherheit (FSM) nun auch von jedem Lieferanten, der für seine Produkte oder Dienstleistungen funktionale Sicherheit in Anspruch nimmt. Ein normales Qualitätsmanagementsystem reicht nicht mehr aus. Zudem wurden die Anforderungen im Umgang mit Kompetenzen erhöht. Neu dabei ist, dass die Norm ein Kompetenzmanagement fordert, das den Einsatz ausreichend qualifizierter Personen über den gesamten Sicherheitslebenszyklus gewährleistet. Diese Kompetenz ist regelmäßig zu überprüfen: Ist sie aktuell vorhanden, und bleibt sie auch erhalten?

Functional Safety Assessments (FSA) – Beurteilung Funktionaler Sicherheit: Bezüglich der FSA ist nun festgelegt, dass diese Beurteilungen auch periodisch in der Betriebs- und Wartungsphase durchgeführt werden müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass die ursprünglichen getroffenen Planungsannahmen und die Anforderungen nach IEC 61511 bezüglich funktionaler Sicherheit auch in dieser langen Phase nach wie vor erhalten bleiben. Ebenso muss nach jeder Modifikation während des Betriebes eine FSA durchgeführt werden, in der geprüft wird, dass die Anforderungen der IEC 61511 weiterhin erfüllt werden.

Verifikation und Tests: Ein Nachweis der im Verifikationsplan festgelegten Tätigkeiten kann über Tests, Analysen oder Überprüfungen erfolgen. In der neuen Ausgabe der IEC 61511 werden die Anforderungen an die Tests, die im Rahmen einer Verifikation stattfinden, beispielsweise der Testumfang, die Testumgebung oder Testkriterien für die Auswertung des Tests, detailliert beschrieben. Wird während der Verifikation festgestellt, dass eine Modifikation notwendig ist, so ist eine Einflussanalyse durchzuführen. Als Teil der Verifikation muss auch die Rückwirkungsfreiheit zwischen sicherheitsgerichteten und nicht-sicherheitsgerichteten Funktionen geprüft werden.

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