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FDT-Technologie FDT-2.0-Annex für Profinet: So sind Sie für die Anforderungen von Industrie 4.0 gerüstet

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Friedrich Wegener, Dipl.-Ing. Timo Wellmann / Dr. Jörg Kempf

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung industrieller Anlagen werden intelligente Geräte benötigt, mit denen sich Industrie 4.0 bzw. das „Internet of Things“ umsetzen lassen. Zur Anpassung an die jeweilige Aufgabe müssen diese in der Inbetriebnahme-Phase konfiguriert und später während des Betriebs komfortabel diagnostiziert werden. Der Beitrag zeigt, wie’s funktioniert.

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Über Kommunikations- und Gateway-DTMs für Profinet können Geräte direkt aus dem Engineering parametriert und diagnostiziert werden.
Über Kommunikations- und Gateway-DTMs für Profinet können Geräte direkt aus dem Engineering parametriert und diagnostiziert werden.
(Bild: Phoenix Contact)

Die Online-Überwachung, die in intelligente Geräte integriert ist, ermöglicht eine permanente Konnektivität zur Kontrolle der aktuellen Betriebsparameter. So kann der Anwender optional aus einer zentralen Leitwarte auf die Komponenten zugreifen. Über verschiedene Netzwerkprotokolle werden alle nötigen Daten zwischen der Leitwarte und den Geräten ausgetauscht. Da typische Automatisierungsanlagen heterogen sind, erfordert dies Netzwerk-Übergangsknoten.

In den Systemen der Prozessautomation kommen Protokolle wie Ethernet TCP/IP, Profinet, Profibus oder Hart sowie herstellerspezifische Lösungen zum Einsatz. Die FDT-Technologie fungiert heute als zentrales Element, um die Verbindung zwischen Leitwarte und Geräten herzustellen, ohne dass der Anwender komplexe Konfigurationsarbeiten durchführen muss. In diesem Zusammenhang wird von „Plug and Connect“ gesprochen.

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Die FDT-Spezifikation definiert für jeden physikalischen Netzwerkstandard ein passendes Software-Protokoll, Annex genannt. Für sämtliche in der Industrie relevanten Feldbus- und Industrial-Ethernet-Protokolle steht folglich ein FDT-Annex zur Verfügung – so auch für Profinet. Bei der Erstellung des Annex arbeiten stets mehrere Unternehmen unter dem Dach der FDT-Group in internationalen Projekt-Teams zusammen. Diese treffen sich in regelmäßigen Abständen, sorgen für den Support der freigegebenen Annex-Versionen und treiben deren Weiterentwicklung voran. Der Profinet-Annex ist unter der Leitung von Phoenix Contact entstanden.

Die FDT-Technologie hat sich seit mehr als 15 Jahren in der Industrie etabliert. Über einen langen Zeitraum bildete die Version 1.2.x die Grundlage für diesen Erfolg. Bedingt durch die sich fortentwickelnden Technologien der IT-Industrie wurde FDT vor einigen Jahren grundlegend modernisiert. Aktuell ist nun die Version 2.0 verfügbar. In ihr werden alle modernen IT-Trends wie Security, Apps oder Client-/Server-Architekturen berücksichtigt. Die auf der Grundlage von FDT 2.0 konzipierten Geräte erweisen sich im Vergleich zu den auf der Version 1.2.x basierenden Komponenten zudem als deutlich performanter.

Doch bei FDT 2.0 handelt es sich nicht nur um eine technologische Modernisierung. Die umfangreichen praktischen Erfahrungen aus der Version 1.2.x sind als wesentliche anwenderorientierte Verbesserungen in die Spezifikation eingeflossen. So ist jetzt eine homogene Einbindung in SPS-Programmiersysteme sowie die Darstellung physikalischer Netzwerk-Topologien als 2D-Ansicht möglich. FDT 2.0 wurde zudem abwärtskompatibel zur Version 1.2.x ausgelegt, sodass innerhalb eines Anlagen-Projekts bestehende Software-Komponenten gemäß FDT 1.2.x problemlos mit den Varianten gemäß FDT 2.0 funktionieren.

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