FDT-Technologie

FDT-2.0-Annex für Profinet: So sind Sie für die Anforderungen von Industrie 4.0 gerüstet

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Geräteparametrierung über Busgrenzen

Derzeit entwickelt Phoenix Contact ein Gateway-DTM für den Buskoppler IL PN BK, das auf dem Profinet-Annex basiert. Dazu ist die Firmware des Buskopplers, welche die Kommunikationsprinzipien der Profinet Device Access Relation (DAR) implizierte, überarbeitet worden. Über die DAR lässt sich ein azyklischer Kommunikationskanal zum Profinet-Buskoppler aufbauen, über den beliebige PCP-Module im I/O-System Inline parametriert werden können.

Ferner beinhaltet das Portfolio weitere Inline-Master für das Interbus-System zur Ankopplung intelligenter Feldgeräte an unterschiedliche Busprotokolle wie Hart, für die bereits Gateway-DTM erhältlich sind. Auf diese Weise eröffnen sich dem Anwender vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So kann er die Messwerte eines Sensors über die spezifische Benutzer-Oberfläche der Device-DTM des jeweiligen Geräteherstellers überprüfen, um temporär auftretende Fehler frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

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Mit der beschriebenen Lösung lässt sich somit eine dezentrale Ethernet-basierte Geräte-Parametrierung über Busprotokoll-Grenzen hinweg bis in den „letzten Meter“ der Anlage realisieren. Der Einstiegspunkt ist dabei variabel und kann einerseits über eine beliebige FDT-Rahmenanwendung sowie unter Nutzung der entsprechenden Kommunikations-/Gateway-/Geräte-DTM geschehen. Darüber hinaus implementieren die Profinet-basierten Software-Komponenten von Phoenix Contact die Aufruf-Paradigmen über das standardisierte Tool Calling Interface (TCI). Via TCI kann der Anwender eine passende Rahmenanwendung aus einem beliebigen TCI-konformen Tool – wie dem TIA-Portal – starten und die Parametrierung der Inline-I/O-Station durchführen.

Die FDT-Group wird die vorhandenen Annexe für die verschiedenen Netzwerkprotokolle sukzessive auf die neue Version 2 der FDT-Spezifikation aktualisieren. Bislang sind schon die jeweiligen Annexe für Profinet, Hart und Mod­bus verfügbar. Weitere Varianten für die übrigen Busstandards folgen in Kürze. Die FDT-Technologie ist also bestens auf die Anforderungen des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 vorbereitet. Denn sämtliche parametrier- und diagnostizierbaren Feldgeräte bringen mit den DTM bereits ihre eigenen Kommunikationstreiber mit und erlauben so einen protokollunabhängigen Datenaustausch als wesentliche Voraussetzung für Industrie 4.0.

Innerhalb der FDT-Group beschäftigen sich derzeitige Projekte mit Lösungen für Cloud-basierte Anwendungsszenarien und der Nutzung von DTM auf mobilen Geräten. Daher wird sich die FDT-Spezifikation kontinuierlich den IT-Trends anpassen, aber stets mit einem kritischen Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Industrie. Dieses Vorgehen stellt professionelle und vor allem standardisierte Lösungen sicher, die einen Mehrwert für die Nutzer bieten.

* F. Wegener ist Mitarbeiter im Produktmarketing Software, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont; T. Wellmann ist Mitarbeiter im Bereich Research & Development, Phoenix Contact Software GmbH, Lemgo.

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