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Steht einmal der Digitale Zwilling, wird durch ihn vieles effizienter. Vor einem Turnaround-Stillstand können mit seiner Hilfe die notwendigen Planungen beinahe automatisiert werden. Angenommen, bei einem zu prüfenden Apparat seien zwölf Rohrleitungen zu demontieren, Blindflansche aufzusetzen, einige Messstellen abzukoppeln. All diese Tätigkeiten können im Digitalen Zwilling isoliert und in einem Arbeitspaket zusammengefasst werden. Dieses kann an Dienstleistungsunternehmen vergeben werden. So wird die Planung eines Turnarounds deutlich einfacher. Auch beim Anlagenrückbau kommt der Digitale Zwilling ins Spiel: Welcher Werkstoff liegt in jeder Menge vor? Was man früher mühsam abschätzen musste, lässt sich künftig recht exakt und schnell ermitteln.
Von großer Bedeutung für die Branche sind Anwendungen, die die Sicherheitstechnik betreffen. Die Kombination aus Visualisierung und Informationen in Echtzeit unterstützt Mitarbeiter dabei, sicherer zu arbeiten. Sicherheitstechnische Besprechungen werden dadurch ebenfalls deutlich erleichtert. Auch bei Wartungsrundgängen ist das wertvoll. Der „Digital Worker“ nutzt dann ein Augmented Reality Tool, das ihm nicht nur Arbeitsanweisungen, sondern auch sicherheitsrelevante Zustandsinformationen zu einem bestimmten Objekt bietet. Auch wenn Datenbrillen wie die Hololens Jacobs‘ Einschätzung nach für die Prozessindustrie noch nicht einsetzbar sind – Tablets bieten bereits komfortable Anwendungen.
Digitalisierungsstrategie
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„Das ist keine Zukunftsmusik mehr“, betont Hoch: „Wir erproben das gerade auf der Plattform, auf der wir unter anderem derartige Applikationen für den Mobile Workflow Support hosten.“ Produktionsmitarbeiter erhalten vom Zwilling mobil alle Informationen, die sie für ihre Tätigkeit brauchen. An das reale Asset werden auch die zustandsorientierten Informationen augmentiert, etwa, ob noch ein Medium an einer bestimmten Stelle fließt oder welche Temperaturen herrschen. So unterstützt die digitale Technik dabei, das Sicherheitsniveau weiter zu erhöhen.
* * Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS. Kontakt: redaktion@process.de
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