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Funktionsorientierung statt 1000er Blätter
Die Planung großer Anlagen ist eine enorme Herausforderung. Tausende Geräte stehen miteinander in Verbindung und sollen definierte Anforderungen in reale Anlagenleistung umsetzen. Der Systementwickler Aucotec nutzt diese Vorgaben als Strukturierungshilfe. Seine datenbankbasierte Softwareplattform Engineering Base (EB) setzt auf die funktionale Sicht, bei der Anforderungen wie Greifen, Transportieren oder Heizen zu funktionalen Bausteinen zusammengefasst werden. Das kann z.B. ein Greifer samt Steuerung, Mechanik, Hydraulik und Software-Programmierung sein, ein Baustein kann aber auch kleinere Einheiten, z.B. Teilschaltungen, repräsentieren.
„Eine Pumpe oder SPS hat natürlich auch eine Funktion, die ist aber nicht als ordnender Faktor geeignet. Richtig verstanden, erleichtert die funktionale Sicht es enorm, die Anforderungen an die Anlage zügig und auftragsgerecht umzusetzen“, erklärt Ott. Mit vorgefertigten Funktionsbausteinen ist die Anlagenstruktur übersichtlich aufbaubar. Funktionen gruppieren Bauteile übergreifend. Sie sind real bestellbar und vom Vertrieb über das Management, die Bearbeiter bis hin zum Kunden einfach und unmissverständlich nachvollziehbar. Damit sprechen Auftraggeber und -nehmer von Anfang an dieselbe Sprache beim Auftrags-Gegenstand. Das spart viel Zeit, reduziert Missverständnisse und verringert den Korrekturaufwand.
Mit der Funktionsorientierung, bei der die Bausteine nicht aus einzelnen Geräten bestehen, ist die Konfiguration weg von der Blattebene einen Level höher angesiedelt. Norbert Ott: „In EB wird eine Funktion in einer qualitätsgeprüften Vorlage dokumentiert. Dieses ‚Typical‘ enthält die zugehörigen Blätter, Geräte, Kabel und Drähte und wird in ihrem funktionalen Zusammenhang ‚am Stück‘ gehandhabt. Das minimiert die Typical-Anzahl erheblich und erspart das Zusammenkopieren eines Projekts aus Tausenden von unabhängigen Einzelblättern, die gar nicht kontinuierlich pflegbar sind.“
Zudem seien die im Entstehungsprozess unvermeidlichen Änderungen jederzeit einbaubar, ohne bereits fertige Anpassungen wieder zunichtezumachen. Bei nachträglichen Änderungen muss nicht mehr das gesamte Projekt neu generiert oder ab dem Änderungswunsch der Rest „per Hand“ erstellt werden. Voraussetzung: Eine „single source of truth“, also ein im System hinterlegtes Datenmodell sämtlicher erarbeiteten Informationen, in dem allen Beteiligten jederzeit die aktuellen Anlagendaten und Typicals zur Verfügung stehen.
Um wirklich effizient – nicht zu grob und nicht zu kleinteilig – konfigurieren zu können, ist ein komfortables Varianten- und Optionen-Management unerlässlich. Optionen, also mögliche Erweiterungen eines Standardbausteins, lassen sich mit dem Advanced Typical Manager separat als Teilschaltungen in EB hinterlegen, z.B. eine Rückwärtsschaltung für ein Transportband oder ein Frequenz- umrichter für variable Geschwindigkeit. Die ansonsten notwendigen Blattvarianten mit allen möglichen Options-Kombinationen für einen Motor sind damit passé. Bei Änderungen tauscht man nur noch die optionale Teilschaltung, anstatt in Varianten und Optionen zu „ertrinken“.
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