Suchen

Maschinenbau

Darum geht im Maschinenbau ohne Industrie 4.0 bald nichts mehr

Seite: 3/5

Firmen zum Thema

Neue Wege: Im Hackathon Agilität gelernt

Kathrin Günther ist sich bewusst: „Für viele Angebote dieser Art müssen wir die unternehmensinterne Digitalisierung vorantreiben.“ Beim Spezialmaschinen- und Anlagenbauer Azo steht das zurzeit sogar im Vordergrund. Und mehr: Dieter Herzig, Geschäftsführer bei der Automatisierungstochter Azo Controls, sieht das ganze Unternehmen in Bewegung, um den „exponentiellen Effekten durch Digitalisierung, verbunden mit einer Disruption“ gerecht zu werden.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 15 Bildern

„Wir müssen wesentlich agiler werden, um Schritt halten zu können. Die bisherige Trennung von Mechanik, Elektrik und Automatisierung muss überwunden werden.“ Um die Agilität zu steigern, geht Azo außergewöhnliche Wege. Um zu lernen, wie man mit Software-Start-ups zusammenarbeitet, veranstaltete man im Sommer 2017 einen ersten Hackathon, bei dem die Vertreter von drei Start-ups eingeladen waren, sich gemeinsam mit Azo-Mitarbeitern aus F&E, Produktmanagement und Sales den Herausforderungen der Digitalisierung im Umfeld des Maschinenbaus zu stellen.

Für die Azo Group, als auf die Zuführung von Rohstoffen und Schüttgütern spezialisierter Mittelständler, steht der funktionale Ansatz im Mittelpunkt. Dafür wurden die Entwicklungsabteilungen von Azo Controls und Azo Solids, eine der Maschinenbau-Einheiten, zusammengefasst. Gemeinsam soll neuer Kundennutzen erzielt werden.

Mit selbstlernenden Systemen Fachkräftemangel begegnen

Getriggert wird die künftige Entwicklung u.a. durch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Herzig sagt: „Die Bediener an den Anlagen unserer Kunden werden künftig nicht mehr so erfahren sein wie bisher. Daher müssen wir unsere Systeme so ausrichten, dass sie mit unerfahrenen Bedienern zu den gleichen, wenn nicht sogar besseren Ergebnissen kommen.“

Selbstlernende Fördersysteme seien das Ziel – und einen Zwischenstepp hat Azo schon erreicht. Auf der Messe Powtech, Ende September in Nürnberg, zeigte das Unternehmen bereits selbstorganisierende, adaptive Anlagen für die Kunststoffindustrie, die Chemie und die Food-Industrie. „Wo früher ein Experte die Anlage für den jeweiligen Anwendungsfall mithilfe diverser Parameter anpassen musste, streben wir die parameterarme Anlage an“, verdeutlicht Herzig und ergänzt: „Das Expertenwissen muss dazu in die Anlage wandern.“

Hier setzte u.a. auch der Hackathon an: Wie früher ein erfahrener Bediener schon bei Betreten der Anlage aus den Geräuschen wahrnahm, dass eine Maschine ein Problem hat, könnte eine künftige Noise-Analyse für die Instandhaltung genutzt werden. Das Ergebnis des Hackathons fasst Herzig kurz und bündig zusammen: „Jawohl, da geht was.“ Neue Projekte sollen aus dieser Erkenntnis nun eine nutzbare Lösung machen. Und möglicherweise werden weitere Hackathons, Herzig denkt an drei bis vier pro Jahr, neue Impulse für Azos Digitalisierungsstrategie bringen.

Weitere interessante Beitrage zum Thema Prozessindustrie 4.0 finden Sie auf unserer Landingpage.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44865980)