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Maschinenbau

Darum geht im Maschinenbau ohne Industrie 4.0 bald nichts mehr

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Andocksysteme werden intelligent

Doch das sind keineswegs Azos erste Schritte in Richtung Industrie 4.0 und Digitalisierung. Bereits seit 2016 beschäftigte sich das Unternehmen mit Methoden wie integriertem Engineering und Tracking & Tracing, Begrifflichkeiten, die heute unter dem Schlagwort Industrie 4.0 subsummiert werden. Anfang 2015 begann man dann, anhand des Leitfadens Industrie 4.0 des VDMA und der vom VDMA angebotenen Werkzeugkästen, Produkte und Produktion einzustufen und Handlungsfelder für ihre Weiterentwicklung in Richtung Industrie 4.0 abzuleiten. Eines der Resultate sind Funktionen des auf der Powtech vorgestellten Andocksystems Azo Cleandock. Anders als herkömmliche Doppelklappensysteme verbirgt es eine aktive, automatisierte Komponente mit eigener SPS.

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Die dadurch generierten Daten unterstützen vorbeugende Instandhaltungsstrategien. Auch sein Prozessleitsystem Kastor rüstet der Anlagenbauer für die Zukunft mit Industrie 4.0. Webfähigkeit, responsive Design und servicebasierte Produktionssteuerung stehen im Mittelpunkt. Neue Funktionen zur Datenanalyse sollen Anlagen transparenter und Verbesserungspotenziale sichtbar machen.

Weiter auf der Agenda steht die „Gesundheitserkennung“ für den Siebkorb bis hin zur Siebbrucherkennung. Auch Augmented Reality, etwa als Unterstützung bei der Instandhaltung, sollen Azo-Kunden künftig nutzen können; neue Maschinen erhalten dazu bereits den notwendigen Justierungspunkt.

„Das eigentliche AR-System muss dann nicht von uns sein“, meint Herzig. Eine Basis für weitere Industrie-4.0-Anwendungen schafft die Informationsplattform Azoplus, die den Kunden wichtige Informationen über Maschinen und Systeme, identifiziert über RFID oder QR-Code, bereitstellt. Mit einer Schnittstelle zur Anlagensteuerung könnten hier z.B. künftig Produktionsdaten der Anlage in Echtzeit angezeigt werden.

Mit Apps und Smart Controller in die Zukunft

Eine ähnliche Plattform bietet auch Zeppelin Systems. Bereits im vergangenen Jahr hat der Anlagen- und Komponentenbauer die App Z Connect Plant vorgestellt, die Komponenten automatisch identifiziert und Informationen dazu auf mobilen Endgeräten bereitstellt. Sie erkennt alle Zeppelin-Komponenten in der Umgebung selbsttätig und ermöglicht zudem einen Service-Chat in Echtzeit.

Die neue App Z Portfolio Plant soll nun Überblick über das gesamte Portfolio schaffen und auch spezielle Auslegungsdaten bereitstellen. Einen nächsten Baustein zur Digitalisierung kündigte das Unternehmen auf der Powtech für Ende nächsten Jahres an: einen Smart Controller, der Komponenten und Module verfahrenstechnischer Anlagen künftig mit dezentraler Intelligenz versieht.

IT-Security-Strategie für Pharmakunden

Schubert hatte bereits auf der Interpack im Mai die Chance genutzt, seine Vorstellung von Digitalisierung zu konkretisieren und neue Angebote mit Kunden und Interessenten zu diskutieren. Die digitale Plattform „Grips.world“ hatte Premiere, eine webbasierte Plattform, über die die Gesamtmaschineneffizienz über die komplette Nutzungsdauer auf hohem Niveau gehalten werden soll.

Die Datenbox, entwickelt von Schubert System Elektronik, dient dabei als Gateway, das sämtliche Informationen zu Wartung, Steuerung und Maschinenleistung an Grips.world sendet. Der Anwender sieht eine Auswertung, etwa den Zustand sämtlicher Verschleißteile betreffend, am Dashboard. Der digitale Zwilling ist dabei ein zentrales Element.

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„Unser digitaler Zwilling ist besser, als alles, was die Googles dieser Welt hervorbringen können“, ist Ralf Schubert überzeugt. Auch das Konzept des Maschinenbauers bezüglich IT-Security ist durchdacht. Durch den Einsatz der Datenbox sollen Szenarien wie ein Hackerangriff, der ganze Produktionen für Tage lahm legt, ausgeschlossen sein. Schubert: „Ein nicht aktualisiertes Windows-Betriebssystem oder ein Virenscanner, der nicht up-to-date ist – das wäre für unsere Pharmakunden undenkbar. Bei unserem Modell steckt die Sicherheit in der Datenbox, kontinuierlich aktualisiert durch uns. Der Anwender muss zudem aktiv auf den Knopf drücken, wenn er uns den Zugriff über die Datenbox erlauben will.“

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