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Maschinenbau

Darum geht im Maschinenbau ohne Industrie 4.0 bald nichts mehr

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Virtual Reality statt Holz-Mock-up

Viel Aufmerksamkeit zog Optima auf der Interpack mit dem Projekt Zero auf sich: eine Konzeptmaschine, in der Formatwechsel automatisch und blitzschnell ablaufen. Von Takt zu Takt können Packungsgröße, Anzahl der Produkte pro Packung, Aufdruck usw. geändert werden. Diese Anlage ist zudem mit einer Hololens ausgestattet. Optima setzt auf die AR-Brille, um Bediener mit Service-Funktionalitäten zu unterstützen.

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„VR- und AR-Brillen gab es mindestens 50 auf der Messe zu sehen“, erinnert sich Martin Sauter, „aber neben unserer kamen maximal noch zwei weitere über reine Show-Anwendungen hinaus.“ Entsprechend begeistert schienen Besucher, die sich die AR-Unterstützung für ihre Bediener wünschen.

Auch bei Virtual-Reality-Anwendungen hat Optima Pionier-Arbeit geleistet. Im VR-Center in Schwäbisch Hall können heute schon Schulungen mit VR-Unterstützung durchgeführt werden. Die eigenen Entwickler nutzen VR-Darstellungen der Maschinen in einem relativ frühen Planungsstadium um, gemeinsam mit dem Kunden, frühzeitig Optimierungsideen einzubringen. Die derzeit im Pharmasektor noch üblichen Holz-Mock-ups für die Eingriffssimulation könnten dank VR demnächst der Vergangenheit angehören.

So macht Big-Data den Weg zu Pay-per-Use-Modellen frei

Auf dem weiteren Weg in die digitale Zukunft sieht Sauter, der sich laut eigener Aussage immer noch in der „Inspirationsphase“ befindet, Anwendungen wie „Equipment as a Service“. „Hierzu sind wir bereits mit einem großen globalen Kunden in Diskussion, der sich für ein derartiges Konzept, das nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit einem Betreibermodell sein muss, interessiert. Es geht in Richtung Pay-per-Use, analog zum Angebot, das Druckerhersteller machen“, berichtet der Optima-Digitalisierungsstratege.

„Die Werkzeuge TCAM und Opal liefern uns so viele Informationen aus der Maschine, dass kein Optima-Vertreter wirklich vor Ort an der Maschine irgendwo in der Welt stehen muss, um eine gute und sichere Ausbringung zu realisieren.“ Als laufende Aufgabenstellung sieht er die weitere Algorithmusentwicklung, um aus sämtlichen verfügbaren Daten – angefangen von Maschinen- und Prozessdaten über Rohmaterial-Eigenschaften bis hin zu Umgebungsparametern wie die Luftfeuchtigkeit – zu immer besseren Prozessen zu kommen. „Wir streben automatisch lernende Systeme an, die frühzeitig erkennen, wenn sich ein Prozess in die falsche Richtung entwickelt und dann gegensteuern“, sagt Sauter.

Schon durch den Einbau der bestehenden Optima-Systeme konnten bei einigen Anlagen eklatante Produktivitätssteigerungen bis zu 26% realisiert werden und selbst bei Anlagen, die schon vorher in einem sehr guten Zustand waren, holten die Optimierer noch acht Prozent heraus, bei derselben Kostenstruktur. „Und diese kann sich sogar noch verbessern, z.B. wenn Bauteile durch vorausschauende Instandhaltung bis zum Ende ihres Lebenszyklus genutzt werden.

Industrie 4.0 als Wettbewerbsvorteil

Die Zukunft der Digitalisierung verschlafen, das wollen er und seine anderen Maschinenbau-Kollegen keinesfalls. Mit einem neuen Verständnis von Industrie 4.0 verschaffen sie ihren Kunden deutliche Benefits – und der eigenen Branche, dem seit Langem legendär schlagkräftigen deutschen Maschinenbau, wieder einen wertvollen Wettbewerbsvorsprung.

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* * Dr. Reutner ist Fachjournalistin Technik & Industrie in Kaufering.

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