Länderreport Irland Chemieindustrie auf der Grünen Insel

Autor / Redakteur: Max-Helmut Semich, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die Chemieindustrie in Irland boomt. Besonders Pharmaprodukte spielen eine wichtige Rolle, mit ihnen wird auf der grünen Insel am meisten Geld verdient. Deutschland ist wichtiger Handelspartner und viele deutsche Chemieunternehmen haben einen Firmensitz in Irland.

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(Bild: wikimedia commons)

Dublin/Bonn – Das Wachstum der Chemiebranche, die in Irland auf Weltniveau für den Export produziert, wird sich auch 2012 weiter fortsetzen. Allerdings ist ein Wandel in der Branche weg von Blockbuster-Arzneien hin zu Biopharma und Life Sciences im Gange. Deutschland ist als Zulieferer gut positioniert und deckt sich zugleich mit irischen Arzneien ein. Die hohen Investitionen in neue Geschäftsfelder erschließen weitere Lieferchancen für deutsche Anbieter von Anlagen und Dienstleistungen.

Marktentwicklung/-bedarf

Der Chemiemarkt Irlands ist 2011 deutlich gewachsen. Das Jahr 2012 startet verhalten, für das 2. Halbjahr erwarten die Analysten aber eine klare Belebung, die sich 2013 verstärkt fortsetzen wird. Bei Chemikalien, vor allem bei Pharmazeutika, bleibt das kleine Irland auch 2012 der weltweit größte Nettoexporteur. Die Branche ist äußerst krisenresistent, da 90 Prozent der Produktion durch Niederlassungen multinationaler Unternehmen ausschließlich für den Export hergestellt werden - darunter befinden sich viele Weltmarktführer aus den USA und dem Vereinigten Königreich.

Die Nachfrage nach Chemieerzeugnissen durch das irische Gesundheitswesen und die Baubranche hingegen ist derzeit äußerst gering, lediglich die Landwirtschaft und die Ernährungsindustrie kaufen Chemikalien. Die irische Regierung fördert das Branchenwachstum durch vorteilhafte Körperschaftssteuern von EU-weit unschlagbaren 12,5 Prozent und durch andere Anreize. Für deutsche Chemieexporteure bedeutet das weiter gute Geschäft trotz der in Irland herrschenden Krise, denn sie sind wichtige Zulieferer der Exportindustrie.

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