Länderreport Irland

Chemieindustrie auf der Grünen Insel

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Produktion/Branchenstruktur

Irland verfügt über eine Chemieindustrie von Weltrang mit einem Umsatz von ungefähr 40,5 Milliarden Euro in 2011. Die Produktion geht zu etwa 90 Prozent in den Export. Die Chemieindustrie hält einen Anteil von mehr als 50 Prozent an den irischen Gesamtausfuhren. Dominierend ist die Pharmasparte mit rund 120 Unternehmen und 24 300 Mitarbeitern. Angaben der irischen Standortförderung IDA zufolge haben acht der weltweit zehn größten Pharmakonzerne Niederlassungen in Irland. Das Land ist Produktions- und Distributionsbasis für ausländische Chemiekonzerne vor allem aus den USA und dem Vereinigten Königreich. Auslaufende Patente zwingen zur Abkehr von der traditionellen Blockbuster-Herstellung.

Es ist eine Diversifizierung in neue Sparten im Gange. Führend dabei ist Bioprocessing, welches auch durch das Nationale Forschungsinstitut NIBRT vorangetrieben wird. Der USPharmariese Eli Lilly forscht zusammen mit NIBRT, Proctor & Gamble mit der Institution CSETS auf dem Gebiet der Alimentary Pharmabiotis. In den letzten Jahren haben Pfizer, Allergan, Genzyme, Gilead, Merck, Eli Lilly und andere ihre Produktionsstätten mit Research & Development-Einrichtungen ergänzt. Insgesamt wurden etwa eine Milliarden Euro pro Jahr investiert. PPD hat 37 Millionen Euro in bioanalytische Entwicklungen gesteckt, Merck hat 245 Millionen Euro in die Herstellung von Impfseren investiert. In Cork hat Centocor ein Centre of Excellence und Eli Lilly für 490 Millionen Euro eine Biologics Facility errichtet. Der neue Trend heißt Life Sciences, der auf Clustern der Branchen Chemie, Pharma, Medizintechnik und Informationstechnologie (E-Health) beruht.

Deutsche Unternehmen sind vor Ort als Zulieferer präsent, wie beispielsweise BASF oder Stada SPI (jetzt: Mutares AG), die als Auftragsfertiger Verpackungen, Kapseln und Tabletten liefert.

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