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Human-Biomonitoring-Projekt BMU und VCI entwickeln neue Messmethoden für 50 Chemikalien

| Redakteur: MA Alexander Stark

Im Human-Biomonitoring-Projekt ist die Auswahl von 50 Stoffen abgeschlossen worden, für die erstmals Messmethoden entwickelt werden. Bis 2025 sollen weitere folgen.

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Das Bundesumweltministerium und der Chemieverband VCI haben neue Messmethoden für 50 Chemikalien entwickelt.
Das Bundesumweltministerium und der Chemieverband VCI haben neue Messmethoden für 50 Chemikalien entwickelt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Berlin – Bestimmte Stoffe können über Lebensmittel, Trinkwasser, Kosmetika oder Gebrauchsgegenstände vom menschlichen Organismus aufgenommen werden. Im Rahmen des Human-Biomonitoring-Projekts wurden nun 50 dieser Stoffe ausgewählt, die die Allgemeinbevölkerung belasten könnten oder bedenkliche toxikologische Eigenschaften besitzen. Die neuen Messmethoden werden weltweit publiziert und sollen auf EU-Ebene eingebracht werden.

Seit 2010 arbeiten BMU und VCI gemeinsam daran, diese Stoffe verlässlich messen zu können. Für 26 dieser Stoffe wurden bereits neue Messmethoden entwickelt. Bis 2025 werden weitere folgen. Die neuen Analyseverfahren werden anschließend vom Umweltbundesamt (UBA) genutzt, um die Belastung der Bevölkerung mit den jeweiligen Stoffen zu messen. Auf Basis der Ergebnisse entwickelt das UBA bei Bedarf Empfehlungen für die Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung vor unerwünschten Chemikalienbelastungen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze zufolge ist jede neue Nachweismethode für relevante Chemikalien ein wichtiger Schritt zu mehr Chemikaliensicherheit und zum Schutz der Bevölkerung vor problematischen Stoffen. Diese langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der chemischen Industrie sei weltweit einzigartig. VCI-Präsident Christian Kullmann ergänzt, dass die Entwicklung neuer Analysemethoden einen wichtigen Beitrag zur Produktverantwortung und sicheren Anwendung von Chemikalen leisten würden. Die Untersuchungen zum Human-Biomonitoring würden zu validen Daten führen und könnten damit als Entscheidungsgrundlage für mögliche Schutzmaßnahmen verwendet werden.

Im Rahmen des Human-Biomonitorings nehmen BMU und VCI Stoffe in den Fokus, für die es bisher keine geeignete Messmethode gibt. Die Auswahl beruht auf Empfehlungen eines hochrangigen Expertenkreises aus Forschung, Industrie und einschlägigen Fachbehörden. Auswahlkriterien sind, ob die Bevölkerung diesen Stoffen vermehrt ausgesetzt sein könnte oder ob die Stoffe toxikologisch oder gesundheitlich bedenkliche Eigenschaften besitzen. Unter den ausgewählten Stoffen sind zum Beispiel Weichmacher für Kunststoffe, wie DINCH und DPHP, oder das Flammschutzmittel HBCDD. Auch häufig verwendete Kosmetikinhaltsstoffe wie Geraniol, Lysmeral und Climbazol, Schädlingsbekämpfungsmittel wie Fipronil oder Konservierungsmittel wie CIT/MIT und Bronopol wurden ausgesucht.

Abschließend ausgewählt haben BMU und VCI jetzt die letzten drei Stoffe, die noch fehlten, um die Zielgröße von 50 Stoffen zu erreichen: (1) 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol (TMDD), ein Schaumhemmer für Farben und Druckertinten sowie in Materialen mit Lebensmittelkontakt; (2) Benzisothiazolinon (BIT), ein Biozid-Wirkstoff der vorwiegend zur technischen Konservierung eingesetzt wird und (3) N Butylbenzolsulfonamid (NBBS), ein Weichmacher für Polyamid-Teile.

Während die Stoffauswahl für das Human-Biomonitoring-Projekt damit abgeschlossen ist, läuft die Entwicklung der Messmethoden im Auftrag des VCI noch fünf Jahre weiter. Die Methoden sollen sehr empfindlich und dafür geeignet sein, die im Allgemeinen niedrige Hintergrundbelastung bei Menschen zu bestimmen, die beruflich nicht mit den gemessenen Stoffen in Berührung kommen.

Alle Analysemethoden werden nach ihrer Fertigstellung und Validierung in anerkannten, internationalen Fachzeitschriften mit Begutachtungsverfahren veröffentlicht, damit ihre hohe Qualität extern bestätigt wird und sie weltweit verfügbar und nutzbar sind.

Für die Anwendung der Methoden in geeigneten Studien liegt die Verantwortung beim BMU, das hier eng mit dem Umweltbundesamt zusammenarbeitet. Geeignete Untersuchungen finden zum Beispiel im Rahmen der Deutschen Umweltstudien zur Gesundheit und in der Umweltprobenbank des Bundes statt.

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