Konzerntochter zieht um Bilfinger setzt auf Digitalisierung als strategischen Wachstumsmarkt

Autor: Anke Geipel-Kern

Bilfinger sieht das Digitalgeschäft als strategischen Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Deshalb wächst das Kompetenzzentrum Bilfinger Digital Next weiter. Jetzt hat das Team ein neues Domizil in Heidelberg bezogen.

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Franz Braun, Chief Digital Officer von Bilfinger / CEO Bilfinger Digital Next GmbH, Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister von Heidelberg und Duncan Hall, Chief Operating Officer von Bilfinger (von links), eröffneten den neuen Standort der Bilfinger Digital Next in Heidelberg
Franz Braun, Chief Digital Officer von Bilfinger / CEO Bilfinger Digital Next GmbH, Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister von Heidelberg und Duncan Hall, Chief Operating Officer von Bilfinger (von links), eröffneten den neuen Standort der Bilfinger Digital Next in Heidelberg
(Bild: www.johannesvogt.de)

Wenn Kinder erwachsen werden ziehen sie aus. Bei Firmentöchtern ist das nicht anders, wie man jetzt bei der Bilfinger Digitalausgründung Bilfinger Digital Next sieht. In den knapp zwei Jahren, welche die Tochter besteht, ist das Team um den Chef Franz Braun stark gewachsen. Der Platz in Mannheim ist knapp geworden, deshalb haben die 20 Digitalspezialisten jetzt neue Büroräume in der schicken, ebenfalls brandneuen Heidelberger Bahnstadt bezogen. Auf dem jüngste Mitglied des Industriedienstleisters ruhen hohe Erwartungen. Schließlich ist die Digitalisierung das Zukunftsthema schlechthin, das Produktivität und Schlagkraft der deutschen Industrie steigern soll.

Erst den Kundennutzen zeigen

In Heidelberg habe man einen verkehrsgünstig gelegenen und für die Mitarbeiter attraktiven Standort mit hoher Lebensqualität gefunden, sagt Franz Braun bei der Einweihung. Er sagt aber auch, dass man im Digitalgeschäft dicke Bretter bohren muss. Digitalisierung sei in aller Munde, aber noch nicht in der Breite angekommen. Braun weiß, das erst der Nutzen Kunden überzeugt und arbeitet deshalb an marktfähigen Produkten, die einen hohen Kundennutzen versprechen. Vor allem fehle es momentan an Use Cases, sagt der Digitalchef. Erst wenn es gelänge ein Business Case für den Kunden zu generieren, sei die erste Hürde genommen.

Trotz der Herausforderungen hat Bilfinger in weniger als zwei Jahren sein Digitalgeschäft deutlich ausgebaut. Man wolle zum Digital Frontrunner werden, betont Braun. Drei neu entwickelte Produkte für die Prozessindustrie sowie strategische Partnerschaften mit der Software AG, Microsoft Deutschland und Siemens unterstreichen die Dynamik in diesem Bereich. Grund für die positive Entwicklung ist die starke Nachfrage aus der Prozessindustrie. Bilfinger hilft seinen Kunden dabei, über digitale Lösungen die Effizienz von Anlagen zu steigern, Verfügbarkeiten zu erhöhen und die Instandhaltungskosten zu senken.

In den vergangenen zwei Jahren investierte der Konzern mehr als 15 Millionen Euro in sein Digitalangebot. Allein in Europa schätzt Bilfinger das gesamte Marktpotenzial für Digitalisierung auf rund 7 Milliarden Euro.

Zu den Produkten der Bilfinger Digital Next gehören die Videoplattform Industrial Tube, mit der über eine App und gestützt durch künstliche Intelligenz das Wissen von Mitarbeitern bewahrt werden kann. Das cloudbasierte Konzept zur Digitalisierung in der Prozessindustrie BCAP kann die Effizienz einer Anlage um bis zu 15 Prozent erhöhen, die Instandhaltungskosten um bis zu 30 Prozent verringern und Stillstandzeiten um bis zu 25 Prozent reduzieren. PIDGraph bezeichnet eine Lösung für die besonders schnelle und kostengünstige Erstellung virtueller Modelle von Anlagen, auch als „digitale Zwillinge“ bezeichnet.

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Über den Autor

 Anke Geipel-Kern

Anke Geipel-Kern

Leitende Redakteurin PROCESS/Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik