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Nach Monsanto-Akquisition

Bayer meldet Umsatz- und Ergebnisplus für 2018

| Redakteur: Alexander Stark

Bayer hat im Jahr 2018 die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen.
Bayer hat im Jahr 2018 die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen. (Bild: Bayer)

Das vergangene Jahr war für Bayer von der größten Übernahme der Unternehmensgeschichte geprägt. Trotz anhängiger Klagen gegen den Wirkstoff Glyphosat sieht der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann den Konzern mit der Akquisition von Monsanto auf dem richtigen Weg. In diesem Zusammenhang wies er auf der Bilanzpressekonferenz darauf hin, dass sein Unternehmen das erstinstanzliche Urteil im Fall Johnson für falsch halte. Auf der Pressekonferenz konnte er aber insbesondere ein Plus bei Umsatz und Ergebnis vermelden.

Leverkusen – Umsatz und Ergebnis des Konzerns legten im vergangenen Jahr zu. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) steigerten die Divisionen Crop Science und Pharmaceuticals ihren Umsatz, während Consumer Health auf Vorjahresniveau lag. Den Ausblick für 2019 bestätigte das Unternehmen ebenso wie die Ziele für 2022.

Bayer hat sich laut Baumann in den vergangenen Jahren konsequent zu einem fokussierten Life-Science-Unternehmen entwickelt, klar ausgerichtet auf die Megatrends in Gesundheit und Ernährung und vereint unter der Dachmarke. Durch die Akquisition im Agrarbereich sei der Konzern zur Nummer eins in diesem Markt aufgestiegen. Die Integration der beiden Unternehmen ist seinen Worten zufolge hervorragend gestartet.

Ein weiterer wichtiger Schritt im vergangenen Jahr war die Ende November kommunizierte Entscheidung, das Unternehmen mit einer Reihe von Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen zu stärken. Zu den Portfoliomaßnahmen gehört insbesondere die beschlossene Trennung von der Geschäftseinheit Animal Health sowie von den Consumer-Health-Marken Coppertone und Dr. Scholl’s. Zudem ist der Verkauf des 60-%igen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta geplant.

Auch für 2018 konnte das Unternehmen trotz eines herausfordernden Markt- und Währungsumfeldes erneut ein weiteres Wachstum von Umsatz und Ergebnis verzeichnen. So erhöhte sich der Konzernumsatz wpb. um 4,5 % (nominal 13,1 %) auf 39,586 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 2,8 % auf 9,547 Milliarden Euro, obwohl negative Währungseffekte allein das bisherige Geschäft mit 457 Millionen Euro belasteten. Das Ebit reduzierte sich um 33,7 % auf 3,914 Milliarden Euro. Darin enthalten waren Sonderaufwendungen in Höhe von 2,566 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,227). Der Großteil davon entfiel auf Wertminderungen (rund 3,3 Milliarden Euro) oder stand in Verbindung mit dem akquirierten Geschäft (rund 2,0 Milliarden Euro). Dem stand ein einmaliger Sonderertrag von rund 4,1 Milliarden Euro aus Veräußerungsgewinnen gegenüber.

Das Konzernergebnis verringerte sich um 76,9 % auf 1,695 Milliarden Euro, unter anderem weil im Vorjahr ein Ertrag in Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von Covestro enthalten war. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft übertraf mit 5,94 Euro (minus 10,5 %) die Erwartung. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war portfolio- und finanzierungsbedingt – den Finanzierungskosten für den Erwerb von Monsanto stand ein saisonal bedingt geringerer Ergebnisbeitrag des erworbenen Geschäfts gegenüber. Zudem hat sich die Zahl der Bayer-Aktien durch Eigenkapitalmaßnahmen im 2. Quartal 2018 deutlich erhöht.

Kennzahlen des Bayer-Konzerns und seiner Segmente zum Gesamtjahr sowie zum 4. Quartal 2018
Kennzahlen des Bayer-Konzerns und seiner Segmente zum Gesamtjahr sowie zum 4. Quartal 2018 (Bild: Bayer)

Der Free Cash Flow stieg um 17,4 % auf 4,652 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich zum 31. Dezember im Vergleich zum Vorjahr um rund 32 Milliarden Euro auf 35,679 Milliarden Euro. Nach dem Anstieg aufgrund der Akquisition von Monsanto konnte die Verschuldung bereits stärker reduziert werden als erwartet, so Finanzvorstand Wolfgang Nickl.

Pharmaceuticals wächst in China besonders stark

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) stieg wpb. um 3,4 % auf 16,746 Milliarden Euro. Maßgeblich dafür waren deutliche Zuwächse in China sowie erneut die insgesamt starke Entwicklung der Hauptwachstumsprodukte, teilte Baumann mit. Mit dem Gerinnungshemmer Xarelto, dem Augenmedikament Eylea, den Krebsmitteln Stivarga und Xofigo sowie Adempas gegen Lungenhochdruck setzte Bayer 6,838 Milliarden Euro um – ein wpb. Plus von 13,5 %. Das Geschäft mit Xarelto wuchs wpb. um 12,8 %, in erster Linie aufgrund höherer Absätze in Europa, China und Kanada. Eylea legte wpb. um 19,6 % zu, weil der Absatz in Europa, Japan und Kanada stieg. Das mit wpb. 24,1 % stärkste Wachstum verzeichnete Adempas – vorrangig dank höherer US-Absätze. Der Umsatz von Xofigo ging wpb. um 10,3 % zurück, hauptsächlich wegen einer geringeren Nachfrage in den USA und Europa.

Den größten Umsatzzuwachs unter den weiteren Top-Pharmaprodukten erzielte das Antidiabetikum Glucobay mit wpb. 13,8 %, dessen Absatz in China besonders stark stieg. Die Umsätze des Multiple-Sklerose-Präparats Betaferon/Betaseron hingegen verringerten sich wpb. um 13,0 %, was auf das kompetitive Marktumfeld in den USA zurückzuführen ist. Erwartungsgemäß hätten sich zudem vorübergehende Lieferengpässe bei einigen etablierten Produkten wie Adalat und Aspirin Cardio negativ auf den Umsatz ausgewirkt.

Bayer setzt sich ambitionierte Wachstumsziele bis 2022

Wachstumsstrategie

Bayer setzt sich ambitionierte Wachstumsziele bis 2022

09.12.18 - Der Bayer-Konzern will seine Performance in den kommenden Jahren deutlich verbessern und hat sich anspruchsvolle Wachstums- und Renditeziele bis zum Jahr 2022 gesetzt. Dazu sollen die vor Kurzem angekündigten Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen beitragen. lesen

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals verringerte sich um 2,0 % auf 5,598 Milliarden Euro. Währungsbereinigt (wb.) legte es jedoch um 2,5 % zu. Die Steigerung ist vor allem zurückzuführen auf deutlich höhere Absätze – insbesondere bei Xarelto und Eylea – und den Ertrag aus einer Entwicklungskooperation zu Xarelto mit einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson in Höhe von etwa 190 Millionen Euro. Ergebnismindernd wirkten sich im Wesentlichen höhere Herstellungskosten, Effekte aus den vorübergehenden Lieferengpässen sowie höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb aus.

Consumer Health steigert Umsatz in Lateinamerika und Asien/Pazifik

Der Umsatz bei Consumer Health lag mit 5,450 Milliarden Euro (wpb. minus 0,7 %) auf dem Niveau des Vorjahres. Für die Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln sei 2018 ein schwieriges Jahr gewesen. Deshalb startete der Konzern eine Reihe von strategischen Maßnahmen, um in diesem sich rapide verändernden Marktumfeld erfolgreich zu sein, so Baumann. Wpb. positiv entwickelte sich das Geschäft in den Regionen Lateinamerika und Asien/Pazifik. In Nordamerika und Europa/Nahost/Afrika gingen die Umsätze dagegen zurück. Auch bei Consumer Health hätten die vorübergehenden Lieferschwierigkeiten wie erwartet den Umsatz belastet.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Consumer Health ging um 11,0 % (wb. 5,5) auf 1,096 Milliarden Euro zurück. Der Rückgang ist primär zurückzuführen auf geringere Absätze und niedrigere Einmalerträge insbesondere aus dem Verkauf kleinerer Marken. Geringere Vertriebs- und Verwaltungskosten glichen das nur teilweise aus.

Geringere Beiträge aus dem Chemicals-Geschäft trüben BASF-Umsatz

Leichter Umsatzanstieg

Geringere Beiträge aus dem Chemicals-Geschäft trüben BASF-Umsatz

27.02.19 - BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 62,7 Milliarden Euro und damit 2 % mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 7,6 Milliarden Euro auf 6,4 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das Segment Chemicals bei, das rund zwei Drittel des gesamten Ergebnisrückgangs ausmachte. Auch die Crackermargen fielen 2018 in allen Regionen geringer aus als erwartet. lesen

Crop Science erhöht Umsatz und Ergebnis durch Übernahme

Im Agrargeschäft (Crop Science) setzte Bayer 14,266 Milliarden Euro um. Rund 5,3 Milliarden Euro davon trug das akquirierte Geschäft bei. 1,5 Milliarden Euro entfielen auf die an BASF veräußerten Geschäfte bis zum Abschluss der Desinvestitionen im August 2018. Der wpb. Anstieg um 6,1 % beruhte insbesondere auf der Normalisierung der Lagerbestände im brasilianischen Pflanzenschutzmarkt, wo das Vorjahresgeschäft durch die hierzu erforderlichen Maßnahmen beeinträchtigt war. Auch die Umsätze in den Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika legten wpb. zu. Bayer profitierte auch von Leistungsvereinbarungen mit BASF, insbesondere zur Lieferung und dem Vertrieb von Produkten, im Zusammenhang mit den veräußerten Geschäften. Zu einem Umsatzrückgang in Europa führten ungünstige Wetterbedingungen sowie veränderte regulatorische Rahmenbedingungen in Frankreich für bestimmte Seed-Growth-Produkte.

So erhöhten sich die pro-forma-Umsätze von Crop Science, welche die Übernahme von Monsanto und die damit zusammenhängenden Desinvestitionen bereits zum 1. Januar 2017 unterstellen, um 3,1 % – dank Zuwächsen bei Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden sowie bei Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften. Auf dieser Basis lag der Bereich Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften auf Vorjahresniveau. Einen Rückgang gab es hingegen bei Environmental Science, insbesondere weil planmäßig weniger Produkte an den Erwerber des 2016 verkauften Konsumentengeschäfts geliefert wurden.

Bayer etabliert konzernweites System zur digitalen Aus- und Weiterbildung

Globale Mitarbeiterentwicklung

Bayer etabliert konzernweites System zur digitalen Aus- und Weiterbildung

19.02.19 - Im Rahmen einer globalen Initiative für die Personalentwicklung, erhalten Mitarbeiter von Bayer weltweit die Möglichkeit, auf einen Pool mit zurzeit mehr als 7.000 Lernangeboten zuzugreifen. Dort können sie sich eigenständig für die Anforderungen einer globalisierten, digitalen Geschäftswelt qualifizieren. In einem umfangreichen Auswahlverfahren konnte sich der Digital-Learning-Anbieter Skillsoft unter 10 Wettbewerbern als Anbieter durchsetzen. lesen

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 29,8 % auf 2,651 Milliarden Euro. Der Anstieg ist auch auf den Ergebnisbeitrag des neu akquirierten Geschäfts von 705 Millionen Euro zurückzuführen sowie auf die im 2. Quartal des Vorjahres deutlich erhöhten Rückstellungen für Produktrückgaben in Brasilien. Dem gegenüber stand der anteilige Ergebnisbeitrag der Geschäfte im Vorjahr, der nach Veräußerung an BASF entfiel. Hinzu kamen niedrigere Absatzmengen in Europa, sowie allein auf das bisherige Bayer-Geschäft bezogen ein negativer Währungseffekt in Höhe von 101 Millionen Euro.

In Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurden bis zum 28. Januar 2019 in den USA Klagen von etwa 11.200 Klägern zugestellt. „Wir halten das erstinstanzliche Urteil im Fall Johnson für falsch. Daher haben wir Berufung eingelegt“, sagte Baumann und ergänzte auch mit Blick auf weitere Verfahren, von denen in diesem Jahr derzeit insgesamt sieben zur Verhandlung angesetzt sind: Die wissenschaftlichen Fakten seien auf Seite des Unternehmens.

Animal Health wächst in drei von vier Regionen

Im Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) lag der Umsatz mit einem wpb. Anstieg um 0,5 % auf 1,501 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die Geschäftseinheit wuchs wpb. in allen Regionen mit Ausnahme von Europa/Nahost/Afrika. Mit wpb. 28,5 % legte das Floh- und Zeckenhalsband Seresto besonders stark zu, wohingegen der Umsatz der Advantage-Produktfamilie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln wpb. um 9,3 % geringer als im Vorjahr ausfiel. Das Ebitda vor Sondereinflüssen sank um 6,0 % auf 358 Millionen Euro, lag wb. mit einem Plus von 0,8 % aber auf Vorjahresniveau. Dabei konnten höhere Herstellungskosten sowie ein umsatz- und ergebnismindernder Effekt durch veränderte Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 15) unter anderem durch geringere Marketing- und Vertriebsaufwendungen kompensiert werden.

Bayer kündigt Sparprogramm an und will 12.000 Stellen streichen

Konzernumbau

Bayer kündigt Sparprogramm an und will 12.000 Stellen streichen

30.11.18 - Der Bayer-Konzern plant die Auflage eines Sparprogramms, das auch einen weitreichenden Stellenabbau umfassen soll. Mit einer Reihe von Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen wolle man die Life-Science-Kerngeschäfte weiter stärken, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt fallen im Rahmen der Neuordnung rund 12.000 der weltweit 118.200 Arbeitsplätze weg, ein signifikanter Teil davon in Deutschland. lesen

Bestätigung der kurz- und mittelfristigen Wachstumsziele

Bayer bestätigt die Prognosezahlen vom Capital Markets Day am 5. Dezember 2018 sowohl für 2019 als auch für die mittelfristigen Ziele für das Jahr 2022. Für das Jahr 2019 erwartet der Konzern einen Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro. Dies entspricht einer wpb. Steigerung um etwa 4 %. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ebitda will Bayer wb. auf rund 12,2 Milliarden Euro steigern. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie plant das Unternehmen wb. einen Anstieg auf etwa 6,80 Euro. Bei den Zielen nicht berücksichtigt sind Wechselkursveränderungen sowie die Pläne zur Trennung von der Geschäftseinheit Animal Health, zum Verkauf der Consumer-Health-Marken Coppertone und Dr. Scholl’s sowie zur Veräußerung des 60-%igen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta.

Bei Crop Science sind für 2019 ein Umsatzanstieg von wpb. etwa 4 % sowie eine bereinigte Ebitda-Marge von circa 25 % geplant. Bei Pharmaceuticals erwartet Bayer eine wpb. Steigerung des Umsatzes um etwa 4 %. Die bereinigte Ebitda-Marge soll auf circa 34 % gesteigert werden. Für Consumer Health rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit einem Umsatzanstieg von wpb. etwa einem Prozent und einer bereinigten Ebitda-Marge von circa 21 %. Und bei Animal Health rechnet Bayer ebenfalls mit einer Steigerung des Umsatzes um wpb. etwa 4 % sowie einer bereinigten Ebitda-Marge von circa 24 %.

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