Anbieter zum Thema
Die Aushärtung der Decklacke erfolgt dabei bis zu 30 % schneller als bei den bewährten 2-Komponenten-Polyurethanlacken, ohne das hervorragende optische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Mittelfristig dürfte das Lacksystem für die gemeinsame Lackierung von Kunststoff-, Verbundwerkstoff- und Metallsubstraten geeignet sein. Die niedrige Temperatur eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, den Ofen mit alternativen Energiequellen zu betreiben, zum Beispiel mit Fernwärme.
Klare Vorteile für Autohersteller und Umwelt
Für einen Autohersteller bedeutet das einen deutlichen Zeit- und Kostenvorteil und birgt zudem erhebliches ökologisches Einsparpotenzial: Eine Studie des Projektteams ergab, dass die Technologie gegenüber dem zurzeit besten Verfahren Energieeinsparungen von 15 % und eine Senkung der CO2-Emissionen um 10 % ermöglicht.
Die neue Technologie basiert auf dem Einsatz eines thermolatenten Härters. Nach der Applikation verfließt der damit formulierte Lack zunächst ungehindert auf der Kunststoffoberfläche und bildet einen gleichmäßigen Film. Erst bei der anschließenden Erhöhung der Temperatur auf rund 90 °C wird der im Lack vorhandene Härter aktiviert. Er sorgt für eine schnelle Aushärtung des Lacks auf dem Kunststoffsubstrat. Die Lackformulierung braucht dafür nicht wesentlich geändert zu werden.
Daniel Meyer nahm die Vorstellung dieser Entwicklung zum Anlass, gemeinsam mit den Experten Dr. Michael Hilt (Fraunhofer IPA Institut) und Dr. Karl-Friedrich Dössel (Dössel Consulting) über die „Zukunft der Autolackierung“ zu diskutieren.
Kapazitätsausbau in China und Deutschland
Auch in Zukunft hält Bayer Material Science an den geplanten globalen Investitionen fest. Bereits im kommenden Jahr plant das Unternehmen in Caojing, China, die Fertigstellung einer neuen Produktionsanlage für Hexamethylen-Diisocyanat (HDI), mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Ebenfalls für 2016 ist eine Kapazitätserweiterung für Polyurethan-Dispersionen (PUD) am Standort Dormagen vorgesehen. In Caojing sind in den nächsten Jahren außerdem ein Ausbau der PUD-Kapazität – bis 2017 – sowie eine neue Anlage für Isophoron-Diisocyanat (IPDI) geplant.
(ID:43159855)