Generika-Herstellung BASF feiert 20 Jahre Ibuprofen-Herstellung

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die BASF, Hersteller von Generika-Wirkstoffen (APIs), feierte das zwanzigjährige Betriebsjubiläum ihrer Ibuprofen-Produktion. Im texanischen Bishop betreibt BASF eine Produktionsanlage für Ibuprofen, einem gängigen schmerzstillenden Arzneimittel-Wirkstoff, und setzt dabei eine Produktionstechnik ein, die ohne Chromsalze auskommt und Abfälle reduziert.

Der BASF-Standort Bishop in Texas.
Der BASF-Standort Bishop in Texas.
(Bild: BASF)

Bishop, Texas/USA – Der deutsche Chemieriese BASF feierte 20 Jahre Ibuprofen-Produktion. Die Anlage am Standort Bishop in Texas wurde 1991 errichtet und im September 1992 in Betrieb genommen. Inzwischen ist sie laut Unternehmen eine der bedeutendsten Ibuprofen-Anlage der Welt.

Der von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA geprüfte und nach GMP-Standards arbeitende Produktionsstandort nimmt am freiwilligen Schutzprogramm VPP der US-Behörde für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz OSHA teil und ist als „VPP Star“-Standort anerkannt. VPP-Auszeichnungen erhalten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft und US-Bundesbehörden, die wirksame Systeme für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eingeführt haben.

Jüngster Neuzugang im Ibuprofen-Sortiment der BASF ist Natrium-Ibuprofen. Das Produkt ist schnell löslich und entfaltet seine Schmerz stillende Wirkung für den Patienten deshalb noch schneller.

Ausgezeichnete Technologie

Der Ibuprofen-Produktionsprozess der BASF ist eine innovative, effiziente Technologie mit umwälzender Wirkung auf die großvolumige Pharma-Produktion. Sie liefert eine neuartige Lösung für ein Problem, das in der Synthese größerer Wirkstoffmengen häufig auftritt: Große Mengen wasserhaltiger Abfälle (oft Chromsalze beinhaltend), die normalerweise mit solchen Herstellverfahren verbunden sind, fallen paktisch nicht mehr an.

Das wasserfreie Wasserstofffluorid-Katalysator-/Lösemittel-Produkt wird aufgefangen und wiederverwendet. Darüber hinaus erfordert das Verfahren in keinem Reaktionsschritt weitere Lösemittel. Das vereinfacht die Rückgewinnung des Produkts und reduziert die flüchtigen Emissionen.

Bereits 1993 erhielt die Ibuprofen-Technologie des BASF-Standorts Bishop einen Kirkpatrick Achievement Award für „herausragende Fortschritte in der chemischen Prozesstechnik“, 1997 folgte der Presidential Green Chemistry Award.

Innovation mit Ibuprofen DC 85

Heute stellt die BASF in Bishop mehrere Ibuprofen-Qualitäten her, unter anderem den verfahrensbeschleunigenden Wirkstoff Ibuprofen DC 85, der speziell für die direkte Komprimierung zu Tabletten konzipiert wurde. Mit Ibuprofen DC 85 konnte die BASF zwei der Herausforderungen begegnen, mit denen die Pharmaindustrie bei der direkten Komprimierung von Ibuprofen am häufigsten konfrontiert ist: das dauerhafte Verkleben der Anlagen und der Bedarf an hoch konzentrierten Arzneimittel-Wirkstoffen.

Ibuprofen DC 85 erhöht die Produktionsgeschwindigkeit und reduziert die Klebrigkeit. Das Ergebnis: Eine zuverlässige Tablettenproduktion mit höherer Ausbringung. Außerdem werden die kostspieligen Prozessstufen der Nassgranulierung und Verdichtung nicht benötigt. Das reduziert die Produktionskosten.

Seit mehr als 75 Jahren versorgt BASF die Pharmaindustrie als weltweiter Anbieter mit generischen Wirkstoffen wie zum Beispiel Ibuprofen, Theophyllin, Pseudoephedrin und Koffein. 2013 wird das Unternehmen sein Angebot erneut ausweiten und L-Menthol in Pharma-Qualität auf den Markt bringen.

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