Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Explosion in indischem Chemiewerk fordert Zwölf Leben

Von Wolfgang Ernhofer 29 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

30.06.2025: Zwölf Tote bei Explosion in Chemieanlage in Indien

Hyderabad (dpa) *18:47 Uhr – Zwölf Tote bei Explosion in Chemieanlage in Indien

Bei einer gewaltigen Explosion in einer Chemiefabrik im Süden Indiens sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 30 Arbeiter seien verletzt worden, einige von ihnen schwer, zitierte die Zeitung «Hindustan Times» den Gesundheitsminister des betroffenen Bundesstaats Telangana, Damodar Rajanarsimha. Die Hintergründe des Unglücks in einem Industriegebiet nahe der Millionenstadt Hyderabad seien noch unklar, teilte der Minister zudem auf der Plattform X mit.

Die lokale Zeitung «Deccan Chronicle» berichtete, dass möglicherweise ein chemischer Reaktor auf dem Industriegelände explodiert sei. Die Explosion habe einen Großbrand ausgelöst. Die meisten Opfer seien Arbeiter des Unternehmens Sigachi, das unter anderem Pharma- und Chemieprodukte herstellt.

Norderstedt/Singapur (ots) *14:31 Uhr – Tesa eröffnet neues Debonding on Demand Labor in Singapur

Tesa, internationaler Hersteller innovativer Klebebänder und selbstklebender Produktlösungen, legt mit der Eröffnung eines hochmodernen Debonding on Demand Entwicklungslabors den Grundstein für Klebelösungen der Zukunft. Das neue Innovationszentrum in Singapur wird als dauerhafter Standort im Tesa Technologienetzwerk etabliert, um die maßgeschneiderte Entwicklung und Skalierung von wiederablösbaren Klebelösungen voranzutreiben - insbesondere für Kunden aus der Automobil- und Elektronikindustrie. Die strategische Partnerschaft zwischen Tesa und A*STAR, der führenden Forschungs- und Entwicklungsagentur des öffentlichen Sektors in Singapur, bündelt Forschungsexpertise mit industriellen Netzwerken, um die Entstehung marktreifer Lösungen zu beschleunigen.

Die Zusammenarbeit beider Partner wird auch die Entwicklung der neuen Debonding on Demand Klebetechnologien vorantreiben und gleichzeitig Singapurs Position als Zentrum für fortschrittliche Fertigung und Innovation im Bereich Kreislaufwirtschaft stärken. Das Debonding on Demand Labor von Tesa in Singapur wird sich auf die Entwicklung neuer Polymerkonzepte für die Elektronik- und Automobilindustrie konzentrieren. Singapur wurde aufgrund des regionalen Hauptsitzes von Tesa und der Innovationsführerschaft des Landes für diese strategische Investition ausgewählt. Die Nähe zur Nanyang Technological University und die Kooperation mit A*STAR waren weitere entscheidende Faktoren. Das Labor stärkt Tesas Präsenz in der Region Asia Pacific zusätzlich zu Standorten wie Vietnam, Thailand und Indien.

Tesa CEO Dr. Norman Goldberg erklärt: «Tesa steht nicht nur für Innovation - wir gehen über Grenzen hinaus. Unsere Debonding on Demand Technologien werden einen echten Mehrwert bieten: Sie ermöglichen starke, langlebige Klebeverbindungen, die auf Kommando einfach wieder gelöst werden können. Dieser Durchbruch wird die Reparaturfähigkeit von Produkten, das Recycling und deren Wiederverwendung grundlegend verändern. Wir werden Industrien dabei helfen, Abfall zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu fördern, ohne Leistungseinbußen hinzunehmen. Mit unserem neuen Debonding on Demand Labor setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung dieser bahnbrechenden Technologien. Wir freuen uns, die Entwicklung gemeinsam mit starken Partnern wie A*STAR voranzutreiben.» Mit den Debonding on Demand Technologien trifft Tesa den Nerv der Zeit und erfüllt die Anforderungen der Kunden nach reparierbaren und recycelbaren Produkten und Komponenten. «Unsere Debonding on Demand Technologien werden einen völlig neuen Ansatz für das Produktdesign ermöglichen. Nachhaltigkeit wird von Anfang an als wesentlicher Bestandteil in neue Anwendungen und Systemlösungen integriert. Wir schaffen damit neue Perspektiven für ganze Branchen in Bezug auf Fertigung und Lifecycle-Managment», betont Dr. Ingrid Sebald, Technologie-Vorständin bei Tesa. «Das Debonding on Demand Labor im dynamischen Innovationsökosystem Singapurs dient als perfektes Sprungbrett, um diese bahnbrechenden Technologien für den globalen Markt und Industriekunden zu etablieren und einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten.»

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Bietigheim-Bissingen (ots) *00:02 Uhr – Dürr-Konzern veräußert Umwelttechnikgeschäft

Die Dürr AG gibt den Verkauf ihres Umwelttechnikgeschäfts (Division Clean Technology Systems Environmental) an eine Tochtergesellschaft von Stellex Capital Management LLC (Stellex) bekannt. Dürr bleibt über eine Rückbeteiligung in Höhe von rund 25 % an der Umwelttechnik beteiligt. Der Vertrag über die Veräußerung wurde heute unterzeichnet; der Vollzug (Closing) unterliegt den üblichen Genehmigungspflichten und wird für das vierte Quartal 2025 erwartet.

Im Jahr 2024 erzielte die Umwelttechnik einen Umsatz von 407 Mio. Euro. Der Unternehmenswert für das Umwelttechnikgeschäft beträgt rund 385 Mio. Euro. Abzüglich der Kosten für den Erwerb der Rückbeteiligung und weiterer transaktionsbedingter Kosten erwartet der Dürr-Konzern einen Nettoverkaufserlös von rund 250 Mio. Euro. Dieser soll über einen Abbau der Verschuldung zur Stärkung des Konzerns verwendet werden. Mit der Transaktion schließt Dürr die Vereinfachung der Konzernstruktur ab und konzentriert sich zukünftig ausschließlich auf das Kerngeschäft rund um die nachhaltige Automatisierung von Produktionsprozessen.

Aufgrund des erwarteten Nettoverkaufserlöses passt die Dürr AG ihre Prognose für den Nettofinanzstatus zum 31. Dezember 2025 auf -250 bis -300 Mio. Euro an (bisher: -500 bis -550 Mio. Euro). Durch die Veräußerung der Umwelttechnik und den bereits im Jahr 2024 vollzogenen Verkauf der Agramkow-Gruppe reduziert sich der Konzernumsatz um rund 10 %. Vor diesem Hintergrund überprüft Dürr aktuell seine Verwaltungsstrukturen. Ziel ist es, den administrativen Bereich an die neue Unternehmensgröße anzupassen und zugleich effizienter aufzustellen.

29.06.2025: Bringen steigende Ölpreise die Inflation zurück?

Wiesbaden (dpa) *17:31 Uhr – Neue Daten erwartet: Steigt die Inflation?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Montag

(14.00 Uhr) erste Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Juni. Zuletzt hatte sich die Inflation in Deutschland in Grenzen gehalten. Im Mai blieb die Teuerungsrate mit 2,1 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit Oktober 2024 - vor allem, weil Energie günstiger war als ein Jahr zuvor. Im Juni ließ jedoch der Krieg zwischen Iran und Israel bis zur Waffenruhe die Ölpreise hochschnellen und machte das Tanken teurer. Auch die Preise für Heizöl zogen zwischenzeitlich an.

In den Monaten zuvor hatten insbesondere gesunkene Energiepreise dafür gesorgt, dass sich das Leben in Deutschland zuletzt nur noch moderat verteuert hat. Verbraucher spüren allerdings die deutlich gestiegenen Preise im Alltag - etwa bei Lebensmitteln. Im Mai verteuerten sich zudem Dienstleistungen, zu denen Versicherungen und Restaurantbesuche zählen; hier wirken sich gestiegene Löhne aus. Ein Risikofaktor für die Inflation ist ferner der noch ungelöste Zollstreit mit den USA, der Waren teurer machen könnte.

Potsdam (dpa) *12:25 Uhr – Wasserentnahme verboten - Städte reagieren auf Trockenheit

Die Trockenheit hat Deutschland fest im Griff - mit Folgen: Mehr und mehr Städte und Regionen in Deutschland schränken ein, wie viel Wasser aus Flüssen, Seen oder Brunnen entnommen werden darf. Oft darf auch tagsüber nicht gegossen werden.

Hier einige Beispiele:

In Brandenburg sind schon in acht Landkreisen Verfügungen zur Entnahme aus oberirdischen Gewässern in Kraft, etwa in Cottbus oder dem Spree-Neiße-Kreis. Die aktuelle Wetterlage habe in einigen Fließgewässern bereits zu sehr geringen Durchflüssen geführt, heißt es von einem Sprecher im Spree-Neiße-Kreis. In anderen Kreisen werden ähnliche Regeln vorbereitet.

Auch in Sachsen-Anhalt schränken mehrere Regionen die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und Brunnen ein, etwa der Altmarkkreis Salzwedel, das Jerichower Land oder Dessau-Roßlau. Andere Kreise prüfen ähnliche Schritte, wie eine dpa-Umfrage unter Landkreisen und kreisfreien Städten ergab.

Aus Flüssen und Bächen in mehreren Gegenden Nordrhein-Westfalens darf in den Sommermonaten auch kein Wasser entnommen werden.

Entsprechende Verbote erließen unter anderem der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis. Auch die Stadt Bonn hat die Wasserentnahme aus Bächen wegen niedriger Wasserstände vorübergehend untersagt. In Münster und angrenzenden Kreisen gilt schon seit Ende Mai ein Verbot zur Wasserentnahme aus der Ems.

In einigen Regionen Baden-Württembergs gelten Regeln zunächst bis Mitte Juli: In den Landkreisen Biberach, Ravensburg, dem Alb-Donau Kreis sowie dem Bodenseekreis darf Wasser aus Seen und Flüssen nicht entnommen werden. In vielen Gewässern sei der Wasserpegel kritisch, teilte das Landratsamt Ravensburg mit. Betroffen seien nicht nur größere Gewässer, sondern vor allem auch die kleineren Bäche. Es drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Darüber hinaus rufen viele Städte und Kreise ihre Einwohner zum sparsamen Umgang mit Wasser auf.

Bonn/Berlin (dpa) *05:31 Uhr – Kaum Gas im Speicher Rehden - Was die Netzagentur dazu sagt

In den deutschen Gasspeichern wird deutlich weniger Erdgas gelagert als noch vor einem Jahr. Am Freitagmorgen waren die Speicher nach Daten des europäischen Gasspeicherverbands GIE zu 49 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr lag der Füllstand bei fast 80 Prozent. Deutschlands größter Speicher im niedersächsischen Rehden weist derzeit sogar nur einen Füllstand von 2,21 Prozent auf. Während Speicherbetreiber warnen, sieht die Bundesnetzagentur die Versorgungssicherheit dennoch gewährleistet. «Wir beobachten die Füllstände sehr genau», erklärte Behördenpräsident Klaus Müller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mit den Terminals für Flüssiggas (LNG) an Nord- und Ostseeküste gebe es andere Möglichkeiten als vor drei Jahren, als die russischen Gaslieferungen gestoppt wurden. «Deswegen kann die sichere Gasversorgung auch mit etwas niedrigeren Mengen in den Speichern gewährleistet werden.»

Der Gesamtfüllstand in Deutschland ändert sich täglich. Mit Ausnahme eines Tages hat er seit dem 11. April täglich zugenommen. Mit den 49 Prozent liegt Deutschland trotzdem unterhalb des EU-Durchschnitts, der am Donnerstagmorgen bei gut 57 Prozent lag. Der Speicher Rehden im Landkreis Diepholz fiel vor drei Jahren mit Füllständen von zeitweise unter einem Prozent auf. In der Energiekrise war die Sorge in Deutschland und Europa groß, dass nicht mehr genug Erdgas für Wirtschaft und Haushalte zur Verfügung stehen könnte. Gut ein Fünftel der gesamten Speicherkapazität entfallen auf Rehden. Der Speicher gehörte früher dem russischen Gaskonzern Gazprom, wurde 2022 nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine aber unter deutsche Verwaltung gestellt.

Gas-Großhändler nutzen Speicher, um günstig eingekauftes Erdgas zu einem anderen Zeitpunkt gewinnbringend zu verkaufen - zum Beispiel im Winter, wenn der Bedarf groß ist. Zum niedrigen Füllstand in Rehden teilte die Behörde mit: «Die Buchung durch Speichernutzer richtet sich nach marktlichen Erwägungen.» Die Bundesnetzagentur beobachte die Situation «sehr genau». Eine Verordnung schreibt vor, dass die meisten Speicher am 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein müssen. Für bestimmte Speicher mit niedrigerer Ein- und Ausspeiseleistung gilt eine Vorgabe von 45 Prozent. Am 1. Februar müssen die meisten Speicher zu 30 Prozent gefüllt sein. Die staatlichen Speicherziele waren in der Energiekrise 2022 wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine, der Abhängigkeit von russischem Gas und leerer Speicher eingeführt worden, um die Gasversorgung zu sichern. Zuletzt wurden sie Anfang Mai gesenkt.

28.06.2025: Wiederaufnahme der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser

Brüssel und Prag (ots/PRNewswire) *14:31 Uhr – Wiederaufnahme der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser

Während sich die EU an die globalen geopolitischen Spannungen anpasst und sich erneut auf die Vereinfachung der Gesetzgebung konzentriert, versammelte Medicines for Europe politische Entscheidungsträger, führende Vertreter der Industrie und Partner zu seinem jährlichen Treffen in Brüssel. Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf"Aufbau einer widerstandsfähigen Gesundheitsunion: Sicherheit, Zugang und Wettbewerbsfähigkeit«.Auf der Tagesordnung standen kritische Themen wie die Umsetzung der EURichtlinie zur Behandlung von kommunalem Abwasser (UWWTD), die Entwicklung desCritical Medicines Act, die Rolle vonBiotechnologie und Digitalisierungsowie die Nachhaltigkeit vonBeschaffungsmodellen und Gesundheitsbudgets. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die Produktionsbasis in Europa gestärkt, der Zugang zu erschwinglichen Arzneimitteln gesichert sowie der saubere und digitale Wandel bewältigt werden kann, während gleichzeitig der Zugang zu Arzneimitteln für die Menschen gewährleistet wird, die tagtäglich auf sie angewiesen sind.

Der Vorstandsvorsitzende von Zentiva, Steffen Saltofte, nahm an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Zugang zu Arzneimitteln im Kontext von Clean Transition und One Health» teil und sprach sich für einen sauberen Übergang aus, der den Zugang zu Arzneimitteln nicht gefährdet. Mit Unterstützung der lokalen Verbände, der deutschen Progenerika und der tschechischen CAFF, präsentierte er Realitätsprüfungen aus Deutschland und der Tschechischen Republik, zwei der wichtigsten Märkte von Zentiva.

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