Wachstumsstragien Zusammenführung zu ThyssenKrupp Industrial Solutions hebt Anlagenbau auf neues Niveau

Autor / Redakteur: Das Interview führte Anke Geipel-Kern* / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Das neue Regionenkonzept und EPC-Fähigkeit – mit diesen beiden Pfunden will Hans-Theo Kühr, der neue Chef des Segments Process Technologies bei ThyssenKrupp Industrial Solutions, wuchern. PROCESS hat Kühr in Dortmund besucht und mit ihm über die neue Wachstumsstrategie diskutiert.

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Hans-Theo Kühr, der neue Chef des Segments Process Technologies bei Thyssen Krupp Industrial Solutions, hat mit der PROCESS-Redaktion über die neue Wachstumsstrategie bei Thyssen Krupp Industrial Solutions diskutiert.
Hans-Theo Kühr, der neue Chef des Segments Process Technologies bei Thyssen Krupp Industrial Solutions, hat mit der PROCESS-Redaktion über die neue Wachstumsstrategie bei Thyssen Krupp Industrial Solutions diskutiert.
(Bild: Process)

Was schon eine ganze Weile im Untergrund rumorte, wurde Anfang Januar spruchreif. ThyssenKrupp Uhde verliert seine Eigenständigkeit innerhalb des Konzerns und ist nun als Geschäftseinheit Process Technologies Teil der ThyssenKrupp Industrial Solutions. Gemeinsam mit Polysius und Fördertechnik, die in den Geschäftsbereich Resource Technologies umgewandelt wurden, bildet Uhde den Großanlagenbau innerhalb der Business Area Industrial Solutions.

Ein sperriger Begriff, der nun den traditionsreichen Namen Uhde ersetzt und wohl dem ein oder anderen nicht ganz so leicht von den Lippen gehen wird. Zum ersten Mal ist mit dem neuen Chef Hans-Theo Kühr ein Mann am Ruder, der nicht aus dem klassischen Chemie-Großanlagenbau-Geschäft kommt, sondern bis letztes Jahr Geschäftsführer eines auf Infrastrukturprojekte spezialisierten Ingenieurbüros war. Denkverbote gibt es für den studierten Bauingenieur nicht, und er geht mit viel Elan und dem unverstellten Blick eines Branchenfremden an die Aufgabe heran.

Herr Kühr, vom High-Speed-Projekt zur Düngemittelanlage: Wie kommt man von einem auf Großprojekte im Infrastrukturbereich spezialisierten Ingenieurbüro zu einem Großanlagenbauer?

Hans-Theo Kühr: So unterschiedlich sind die Geschäfte gar nicht. Zu ThyssenKrupp Industrial Solutions hat mich meine Erfahrung bei der Abwicklung von Großprojekten gebracht. Die Steuerung von Großprojekten war eine der wichtigsten Aufgaben, die ich als Geschäftsführer eines mittelständisch geprägten Ingenieurunternehmens hatte. Diese Erfahrung bringe ich mit. Und ich bin zum Glück ja nicht alleine, sondern habe ein starkes Team. Wir haben viele erfahrene Ingenieure und Techniker im Haus, die teilweise seit Jahrzehnten im Unternehmen sind und auf die ich mich verlassen kann.

Mit der Umstrukturierung gingen die traditionsreichen Namen Uhde und Polysius verloren. Hat man die bekannten Namen ohne Not aufgegeben?

Kühr: Wir haben nichts aufgegeben, sondern etwas Neues geschaffen. Tradition ist wichtig, aber sie darf nicht dazu führen, dass man sich nicht traut, etwas zu verändern. Durch die Zusammenführung von Uhde, Polysius und Fördertechnik haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um unser Anlagenbaugeschäft auf ein neues Niveau zu heben. Und der Name Uhde wird in den Produkten und Verfahren weiter leben. Auf der Process Technologies steht zwar nicht mehr Uhde drauf, aber es ist noch 100% Uhde drin. Unsere Mitarbeiter verbindet nach wie vor eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen.

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