Wachstumsstragien

Zusammenführung zu ThyssenKrupp Industrial Solutions hebt Anlagenbau auf neues Niveau

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Eine große Baustelle ist seit Jahren das Chinageschäft. Wie will ThyssenKrupp Industrial Solutions in der neuen Struktur hier wachsen?

Kühr: Auch dort stellen wir Mitarbeiter ein, weil wir aus dem lokalen Markt heraus Projekte gewinnen und abwickeln wollen. Sie können auf dem chinesischen Markt nur dann ein feste Größe werden, wenn es gute Kontakte zur Regierung und zu politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern gibt. Wir haben bereits einige interessante Projekte gewonnen, die zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Gerade die asiatischen Wettbewerber führen einen gnadenlosen Preiskampf. Wie wollen Sie da mithalten?

Kühr: Wir wollen den asiatischen Markt weiter entwickeln, aber wir wollen nicht Preisführer um jeden Preis werden. Unsere Technologien sind gut und der neue Fünfjahresplan setzt u.a. auf Ressourcen- und Energieeffizienz. Und da haben wir allerhand zu bieten.

Sie wollen ja nicht nur durch Regionalisierung und EPC-Projekte wachsen, sondern auch ihre Technologieführerschaft weiter ausbauen. Wo liegen zurzeit ihre Schwerpunkte?

Kühr: Ein wichtiger Fokus bei Process Technologies ist die Entwicklung umweltschonender und energiesparender Technologien. Wir sind das erste Unternehmen, das in China eine Elektrolyseanlage mit der neuen Sauerstoff-Verzehrkathode baut – durch dieses Verfahren werden bis zu 30 % Energie eingespart. Marktpotenzial sehen wir auch bei der Biopolymerherstellung. Wir haben zwei marktreife Verfahren zur Herstellung biobasierter C3- und C4-Monomere entwickelt: Die Herstellung von Bernsteinsäure als Ausgangsstoff für Polybutylsuccinat (PBS) und ein Verfahren zur Herstellung von Milchsäure. Und es wird weiterentwickelte Katalysatoren für das Star-Verfahren zur Propandehydrierung geben.

* Anke Geipel-Kern ist leitende Redakteurin bei PROCESS. E-Mail: Anke.Geipel-Kern@vogel.de

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