Wachstumsstragien

Zusammenführung zu ThyssenKrupp Industrial Solutions hebt Anlagenbau auf neues Niveau

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Was heißt Regionalisierung konkret?

Kühr: Neben Standorten in Deutschland bauen wir schlagkräftige Regionalorganisationen auf, die das Geschäft in der jeweiligen Region steuern und dort EPC-Projekte abwickeln. Diese Regionen sind Amerika, Europa/Russland, die Mena-Region, Sub-Sahara, Indien und Asien-Pazifik. Gut möglich, dass China eines Tages hinzukommt als eigene Region. Teils waren wir in diesen Regionen wie in Indien schon stark vertreten mit einem eigenen Planungsstandort. Teils haben wir noch Nachholbedarf. Ziel ist, die Regionen in die Lage zu versetzen, dass sie ihr Geschäft selbstständig abwickeln können, also nicht immer als Rückfallebene Deutschland brauchen. Deutschland bleibt unser wichtigster Standort für die Technologieentwicklung, damit wir Technologien weiterentwickeln können, in denen wir führend sind und solche, in denen wir führend werden wollen.

Und welche Synergien wollen Sie zwischen Process Technologies und Resource Technologies heben? Zwischen einer Ammoniakanlage und Fördertechnik oder Zementfabriken bestehen doch gewisse Unterschiede?

Kühr: Was die reine Anlagenplanung angeht, ist das richtig. Aber ich sehe Synergien z.B. bei unserem Auftritt in den Regionen. Dort werden wir die Zusammenarbeit zwischen Process Technologies und Resource Technologies stark intensivieren. Bei der Gewinnung von Neugeschäft gibt es viel Potenzial durch die Zusammenarbeit, aber auch in der Beschaffung. Denkbar für mich ist auch eine Zusammenarbeit auf der Baustelle, also im Bereich Construction.

Beim letzten Lagebericht der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA wurde die EPC-Fähigkeit der deutschen Großanlagenbauer moniert, also genau das, wo sie wachsen wollen. Was will ThyssenKrupp Industrial Solutions besser machen?

Kühr: Um die EPC-Fähigkeit zu verbessern, muss man erst mal die Denke in einem Unternehmen verändern. Nehmen Sie als Beispiel die Bauindustrie. Ein Teil des Niedergangs der deutschen Bauindustrie lag darin begründet, dass sie aus Deutschland heraus nicht in die EPC-Risiken reingehen wollten, weil sie diese nicht für beherrschbar hielten. Jeder Markt tickt anders. Wir brauchen Wissen, wo die Risiken stecken. Sonst sind diese Mega-Projekte schwer beherrschbar. Aus Deutschland heraus ein weltweites EPC-Programm zu starten, halte ich für schwer umsetzbar. Deshalb gehen wir noch stärker in die Regionen hinein, um nicht nur E+P, sondern auch C weiterzuentwickeln.

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