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Trotzdem bringt eine Umstrukturierung Veränderungen und damit auch Unruhe ins Unternehmen.
Kühr: Unruhe ist vielleicht zu viel gesagt. Aber es gibt eine gewisse Aufbruchstimmung, manche eingefahrenen Strukturen und Prozesse werden hinterfragt. Das ist manchmal unbequem, aber notwendig, wenn man sich weiterentwickeln möchte. Es geht bei uns im Übrigen nicht in erster Linie um Kosteneinsparungen. Es gibt sicherlich Überschneidungen und Effizienzpotenziale. Aber Synergien führen bei uns nicht dazu, dass wir Arbeitsplätze abbauen, sondern ganz im Gegenteil. Unsere Botschaft ist ganz klar, wir wollen wachsen und dazu brauchen wir qualifizierte Mitarbeiter in der ganzen Welt.
Welches Wachstum erwartet Konzernchef Hiesinger denn von Ihnen?
Kühr: Die Business Area Industrial Solutions, die neben dem Anlagenbau im engeren Sinne auch ThyssenKrupp Marine Systems und ThyssenKrupp System Engineering umfasst, lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/2013 bei einem Umsatz von 5,6 Milliarden. Und unser Ziel ist es, mittelfristig auf acht Milliarden zu kommen.
Drei Milliarden mehr sind kein Pappenstiel. Wie wollen Sie das erreichen?
Kühr: Eine wichtige Rolle wird unser neues Regionalisierungskonzept dabei spielen. Process Technologies und Resource Technologies haben zusammen gerade in den Wachstumsmärkten eine ganz andere Schlagkraft. Und wir wollen mehr Großprojekte gewinnen, die wir als EPC-Anbieter in Gesamtverantwortung für die Kunden abwickeln. Also nicht nur Engineering und Procurement, sondern auch Construction. Eine weitere Säule ist der Ausbau des Service-Geschäfts, da ist noch eine Menge Luft nach oben.
EPC ist nicht unbedingt ein neues Konzept. Das macht Uhde schon seit vielen Jahren.
Kühr: Da gebe ich Ihnen Recht. Aber bisher hatten wir gewisse Grenzen, was die Größenordnung der Projekte angeht, und unsere Präsenz in den Regionen war teilweise nicht stark genug. Früher hatten wir mit Uhde, Polysius und Fördertechnik drei Anlagenbauer im Konzern, die jeder für sich weltweit den Projekten nachgejagt sind und diese dann aus Deutschland heraus gesteuert haben. Jetzt bauen wir einen weltweit integrierten Anlagenbauer mit starken Regionalorganisationen, die die Wachstumsmärkte gezielt bearbeiten.
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