Materialforschung Wie sich mit Computersimulation maßgeschneiderte Biokunststoffe herstellen lassen

Redakteur: Alexander Stark

Häufig sind es Datenlücken, die bei der Verarbeitung von Biokunststoffen und recycelten Kunststoffen verhindern, dass mehr dieser Materialien eingesetzt werden. Ein Forschungsprojekt an der Hochschule Hannover will dies nun ändern.

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Noch immer existieren beim industriellen Einsatz von Bio- und recycelten Kunststoffen Unsicherheiten beim Verarbeitungsprozess - ein wesentlicher Hinderungsgrund für den Einsatz der nachhaltigen Werkstoffe.
Noch immer existieren beim industriellen Einsatz von Bio- und recycelten Kunststoffen Unsicherheiten beim Verarbeitungsprozess - ein wesentlicher Hinderungsgrund für den Einsatz der nachhaltigen Werkstoffe.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hannover – Im Rahmen eines Forschungsprojekts, gefördert vom BMBF über seinen Projektträger PTJ, wird am IfBB an der Hochschule Hannover an der Computersimulation von Kunststoffen geforscht, um Verarbeitungsprozesse zu simulieren, für mehr Sicherheit bei der Verarbeitung von Bio- und recycelten Kunststoffen zu sorgen und damit maßgeschneiderte Materialien herzustellen.

Das neue Forschungsprojekt „Computersimulation in der Extrusionstechnik für maßgeschneiderte Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe – Comex“ unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Andrea Siebert-Raths nimmt sich genau diesem Thema an. Durch die Simulation ausgewählter Verarbeitungsprozesse mit Doppelschneckenextrudern soll es möglich werden, nicht nur das Material einzelner Produkte durch Bio- oder recycelte Kunststoffe zu ersetzen, sondern diesen Prozess auf ganze Baugruppen oder Serien zu übertragen und zu erweitern.

Auf diese Weise sollen in der Folge fossilbasierte Materialien in viel größerem Umfang durch Bio- oder recycelte Kunststoffe ersetzt werden können. Benötigt wird dafür zunächst eine Werkstoffdatenbasis von Materialkennwerten für die Simulationszwecke, bevor die Simulation des Extrusionsprozesses im Doppelschneckenextruder und die Validierung der Datenbasis und der Simulation des Extrusionsprozesses zur Demonstration der Praxistauglichkeit erfolgt.

Das Forschungsprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über seinen Projektträger PTJ. Projektpartner ist Ianus Simulation.

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