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Hohe Infrastrukturkosten

Weylchem stellt Chemieproduktion in Griesheim ein

| Redakteur: Alexander Stark

Weylchem wird die Chemieproduktion in Frankfurt Griesheim so bald wie möglich einstellen.
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Weylchem wird die Chemieproduktion in Frankfurt Griesheim so bald wie möglich einstellen. (Bild: Weylchem)

Weylchem will die Chemieproduktion in Frankfurt Griesheim so bald wie möglich einstellen. Für die 134 Beschäftigten sollen Gespräche über eine Übernahme von möglichst vielen Mitarbeitern an andere Standorte im Rhein-Main-Gebiet beginnen.

Frankfurt am Main – Mit der Einstellung des Beitriebs von Weylchem endet nach 163 Jahren die Chemieproduktion am traditionsreichen Standort Griesheim. Als Grund für diese Entscheidung nannte das Unternehmen die hohen Infrastrukturkosten. Seit Jahren trage das Frankfurter Chemieunternehmen nahezu allein die Infrastrukturkosten eines gesamten Standortes, wohingegen diese zum Beispiel am Standort Höchst von einer Vielzahl von Unternehmen getragen würden, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. Damit liegen die Kosten für Weylchem Griesheim deutlich über denen anderer Unternehmen und erwiesen sich damit als wesentlicher Nachteil im Wettbewerb. Auch Investitionen in Höhe von über 20 Millionen Euro in den letzten fünf Jahren konnten die wirtschaftliche Situation nicht verbessern. In den letzten Monaten konnte der Standort zwar neue Aufträge gewinnen, doch der angekündigte Ausfall eines Großauftrags erzwinge jetzt die Schließung des Betriebs in Griesheim, so das Chemieunternehmen.

In den anstehenden Gesprächen mit den Mitarbeitern wird die Übernahmen an andere Standorte von Weylchem im Rhein-Main-Gebiet gesprochen, so Geschäftsführer Rafael Reiser. In Höchst, Fechenheim und Wiesbaden gebe es eine Vielzahl offener Stellen, die mit Mitarbeitern aus Griesheim besetzen werden sollen. Es gelte deshalb im Rhein-Main-Gebiet ab sofort ein Einstellungsstopp für Bewerber außerhalb der Gruppe.

Das Schwesterunternehmen Allessa wird in Griesheim die Chemieproduktion bereits im Juni einstellen und den Betrieb im Juli gereinigt übergeben. Dort konnten praktisch alle 37 Mitarbeiter an anderen Standorten der Gruppe übernommen werden.

Weylchem Griesheim stellt mit 134 Mitarbeitern, davon 21 Zeitarbeitnehmer, Chemikalien für den Pflanzenschutz her. Kunden aus der Chemieindustrie werden sowohl mehrstufige Syntheseverfahren wie eine individuelle Lohnfertigung angeboten. Die Gruppe wurde 2005 von der Frankfurter International Chemical Investors Group (ICIG) gegründet. In Griesheim hat sie 2007 das Geschäft mit Spezial- und Feinchemikalien von der Clariant übernommen, die es wiederum 1997 von der Höchst AG übernommen hatte. Allessa, seit 2013 ebenfalls Teil der Gruppe, betreibt in Griesheim derzeit noch eine Hydrieranlage mit 37 Mitarbeitern.

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