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Die monoaxiale Expansion ist die ältere Technik der Herstellung. Hierbei wird das PTFE nur längs des Bandes gereckt. Die dadurch entstehende Textur bedingt die kleinere Querfestigkeit. Das resultiert in einer starken Verbreiterung beim Verpressen, was konstruktionstechnisch berücksichtigt werden muss. Verbreiterungen von 20 % und mehr sind üblich.
Der Vorteil von monoaxial expandierten Bändern liegt darin, dass sie sich bereits beim Einbau sehr dünn verpressen. Dadurch haben sie eine sehr gute Anpassungsfähigkeit an Mikrounebenheiten. Makrounebenheiten lassen sich dagegen oft schwieriger mit dieser Art Bänder kompensieren. Zudem können die Enden, ungleich zur multiaxialen Expansion, in der Regel überlappt werden.
In Wärmetauscher-Anwendungen werden monoaxial expandierte Bänder jedoch nur selten eingesetzt, weil die mangelnde Querfestigkeit eine höhere Kriechneigung bedingt. Zwar kompensiert die kleine Einbaudicke dies zu einem gewissen Grad, aber der Unterschied zu multiaxial expandierten PTFE-Bändern wird zunehmend größer mit steigenden Temperaturen.
Die multiaxiale Expansion des Materials erfolgt in Richtung von zwei rechtwinklig zueinander stehenden Vektoren. Daraus ergibt sich eine multiaxiale, also in alle Richtungen gehende Orientierung der entstehenden Fibrillen. Durch eine unterschiedliche Stärke der Expansion kann die transverse Textur erzeugt werden. Es ist unter anderem vorteilhaft, Knoten klein zu halten, da dieses unverstreckte Material die Kriechneigung begünstigt. Die multiaxiale Expansion hat vor allem den Vorteil der starken Querfestigkeit und ermöglicht besonders kriechstabile Bänder.
Multiaxial expandiertes PTFE für extreme Anforderungen
Durch das Verfahren der Expansion gelingt es, den Nachteil des Werkstoffes PTFE – seine hohe Kriechneigung – zu kompensieren und ein chemisch beständiges Dichtungsmaterial zu entwickeln. Geschieht die Expansion multiaxial, nimmt die Kriechneigung des Materials so stark ab, sodass es sich zum Einsatz als Dichtungswerkstoff unter extremen Anforderungen wie chemisch aggressiven Medien sowie häufigen, großen Temperaturlastwechseln eignet. Dadurch zeichnen sich Dichtungsbänder aus multiaxial ePTFE für den Einsatz an Rohrbündelwärmetauschern aus.
* * Der Autor arbeitet bei W. L. Gore & Associates Sealant Technologies, Putzbrunn. Kontakt: Tel. +49-89-4612-2215
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