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Dabei sollen sowohl externe Experten als auch wieder die eigene Belegschaft ihr geballtes Know-how und Ideenreichtum einbringen können. "Bei der Suche nach weiteren Klimaschutzprojekten im Detail kommt es darauf an, die Maßnahmen zu identifizieren, die entscheidend zum Klimaschutz beitragen und sich mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand verwirklichen lassen", betont Schulze.
Der Chemieparkbetreiber hat die Methodik der Energieeffizienzanalysen bereits im vergangenen Jahr an zwei Pilotprojekten im Chempark Krefeld-Uerdingen in der Praxis getestet. Schulze zeigt sich zufrieden: "Sowohl die ersten Analysen im Kraftwerk als auch der Abfallverbrennungsanlage offenbarten vielversprechende Potenziale für noch mehr Energieersparnis und damit Klimaschutz."
Appell an Politik: energiepolitische Rahmenbedingung muss zum Klimaschutzprogramm passen
Reichen die Anstrengungen mit jährlich angepeilten maximal zwei Prozent Einsparungen aus, um die derzeit deutlich niedrigeren Industriestrompreise in anderen Industrie- und Schwellenländern mit Blick auf die Standortattraktivität auszugleichen? Nein, sagt Currenta-Geschäftsführer Dr. Waldi und verweist trotz der bereits großen Anstrengungen der deutschen Chemieindustrie im Laufe der vergangenen Jahrzehnte, auf die deutlich günstigeren Industriestrompreise in anderen Ländern, beispielsweise den USA oder Kanada, wo die Stromkosten im Vergleich zu den hiesigen Kosten nur rund 50% betragen. Waldi: "Für uns ist daher eine sichere und vor allem bezahlbare Energieversorgung von fundamentaler Bedeutung." Das sei nur gewährleistet, wenn die Politik den passenden Rahmen setze. "Wir unterstützen die Klimaschutzziele der Bundesregierung und beteiligen uns aktiv an der Umsetzung der Energiewende – wie unser Klimaschutzprogramm oder Klimaschutzprodukte aus dem Chempark zeigen, zum Beispiel Leichtbau- und Isolationsmaterialien“, unterstrich der Geschäftsführer.
Für die Wettbewerbsfähigkeit der Chemiepark-Standorte in Nordrhein-Westfalen sei es allerdings immens wichtig, dass es sowohl international als auch national zu keinen Benachteiligungen durch Sonderregelungen komme. So dürften zum Beispiel die sinnvollen Anreize aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-)Gesetz zur Investition in neue, effiziente KWK-Anlagen nicht zunichte gemacht werden durch neue Belastungen, etwa durch eine EEG-Umlage auch für selbst erzeugten Strom.
"Um auch in Zukunft unsere Rolle als Investitionsstandort und Arbeitgeber in der Region nachhaltig wahrnehmen zu können, brauchen wir Rechts- und Planungssicherheit", fordert Dr. Waldi. Der Wirtschaftsstandort Deutschland könne sich eine langatmige politische Energiewende-Diskussion über Landes- und Parteigrenzen hinaus nicht mehr lange leisten. "Wir müssen aufpassen, dass Deutschland nicht seine globale Wettbewerbsfähigkeit aus den Augen verliert und Industrie und Arbeitsplätze ins Ausland abwandern", warnt der Currenta-Geschäftsführer und ergänzt: "Aktuell macht mir vor allem der Strompreisanstieg Sorgen." kib
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