Wasserwirtschaft

Trends in der Gewinnung, Aufbereitung, Nutzung und Entsorgung von Wasser

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Wachsender Markt für Wasserwirtschaft

Der Weltmarkt für nachhaltige Wasserwirtschaft wird sich zwischen 2011 und 2025 mit jährlichen Wachstumsraten von fünf Prozent fast verdoppeln: von derzeit 455 Milliarden Euro auf 897 Milliarden Euro. Die gleiche Tendenz zeigt sich auch in Deutschland: Dort wird das Volumen für Produkte und Dienstleistungen aus dem Wasser- und Abwasserbereich um jährlich 5,2 % von 46 Milliarden Euro auf 93 Milliarden Euro ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt der von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellte Umwelttechnologie-Atlas „GreenTech made in Germany 3.0“, den Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im September 2012 vorstellte.

Wie profitieren deutsche Anbieter von diesem enormen Markt? Die Spezialisten der DB Research geben diese Einschätzung ab:

  • Stärke: Mit einem Weltmarktanteil von 24 % liegen deutsche Unternehmen hinter den USA auf Platz 2.
  • Wachstum: Während in der nördlichen Hemisphäre vor allem Infrastrukturausgaben anstehen, eröffnen sich in den südlichen Schwellenländern von der ersten Wassergewinnung bis zur Entsorgung neue Märkte.
  • Rundumservice: Besonders Unternehmen, die die ganze Wertschöpfungskette abdecken, haben international die besten Wachstumsaussichten.

Die Nachfrage nach effizienten Bewässerungstechnologien, Meerwasserentsalzungs- und Kläranlagen, technischen Ausrüstungen (z.B. Pumpen, Kompressoren, Armaturen), Filteranlagen oder Desinfektionsverfahren (z.B. Ozonung oder Einsatz von UV-Licht) sowie effizienten sanitären Einrichtungen dürfte besonders stark zulegen. Deutsche Unternehmen haben in vielen dieser Segmente gute Chancen und zählen technologisch zur Weltspitze.

Kooperationen bieten sich an

Um umfangreiche Angebote aus einer Hand abgeben zu können, bieten sich Kooperationen über die Wertschöpfungskette der Wasserwirtschaft und natürlich auch über Ländergrenzen hinweg an (z.B. Zusammenarbeit von Unternehmen aus den Bereichen Tiefbau, Rohrleitungsbau und Maschinenbau).

Exakt diese Idee – Bündelung der Kompetenzen und Internationalisierung der deutschen Wasserwirtschaft – stand Pate bei der Gründung der German Water Partnership. Weltweit gilt die Wasserwirtschaft als gigantischer Wachstumsmarkt (s. Interview mit DB Research auf S. 12), wächst der globale Bedarf an Technologien entlang des gesamten Wasserkreislaufs.

Das Handicap aus deutscher Sicht: Die Wettbewerber aus anderen Ländern sind vor allem Großkonzerne, während die Wasserwirtschaft in Deutschland von zahlreichen kleinen und mittleren Betrieben mit ausgeprägtem Know-how in ihren jeweiligen Spezialgebieten geprägt ist.

Diese kleinteilige Branchenstruktur birgt die Gefahr, dass deutsche Anbieter auf den internationalen Märkten nicht ausreichend wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass die Ausschreibungen für große Infrastrukturprojekte sich nicht an einzelne Spezialisten richten, sondern an Anbieter von Komplettpaketen. „Von internationalen Partnern werden Gesamtlösungen gefordert, die häufig durch einzelne deutsche Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, nicht abgedeckt werden können“, erklärt Dr.-Ing. Michael Beckereit, Vorsitzender der German Water Partnership.